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Von 15. Mai 2013 Mehr →

Wenn ein Bagger den Zahn der Zeit ersetzt…

Die Maya Ruine in Xunantunich in Belize ist noch weitgehend komplett. Der in Noh Mul ging es mit dem Bagger an den Kragen. ( Foto Josh)

Die Maya Ruine in Xunantunich in Belize ist noch weitgehend komplett. Der in Noh Mul ging es mit dem Bagger an den Kragen. ( Foto Josh)

Fast 2.300 Jahre lang hat der Maya-Tempel Noh Mul unweit von Douglas im mittelamerikanischen Belize dem Unbill von Wetter, Witterung und Kriegen erfolgreich getrotzt. Gegen eine Baggerschaufel waren die Steine der präkolumbischen Pyramide jedoch nun machtlos. Die Baumaschine knabberte lustig Brocken für Brocken aus der heiligen Stätte, um sie dann zu zermalmen und als Füllmaterial für den Straßenbau zu nutzen. Das nennt man wohl Fakten schaffen.

Vermutlich dachten die Bauarbeiter, mit dem alten Gemäuer könne eh niemand mehr etwas anfangen. Hier wohnt niemand, hier macht niemand richtig sauber, hier staubt es und hier wuchern überall Pflanzen und Unkraut. So gesehen ist es nur konsequent, an einer solchen Stelle mal ein bisschen auszuräumen.

Archäologen und Denkmalschützer fanden die offenkundigen Bemühungen des Bauunternehmens, bei den Materialkosten aus Umweltschutzgründen zu sparen und auf die Wiederverwendung von nicht mehr benötigten Materialien zu setzen, scheinbar weniger lustig. Aber sie sahen sich auch nicht in der Lage, die geschredderten Brocken wieder zu einem Teil der Tempelmauer zusammenzusetzen. Sähe wahrscheinlich auch blöd aus.

Stattdessen soll nun polizeilich und gerichtlich gegen die Frevler mit dem Bagger vorgegangen werden. Vielleicht könnten diese auch wie weiland der Graf von Monte Christo im gleichnamigen Roman und Film schlicht eingemauert werden. Was die nun fraglos erzürnten Maya-Götter ein wenig gelinder stimmen könnte.

Das wenigste jedoch, was die Bauarbeiter tun könnten, wäre dafür zu sorgen, dass besagte Straße nach dem Tempel benannt wird. Vielleicht könnte sogar der Straßenabschnitt mit den zermalmten Tempelsteinen komplett unter Denkmalschutz gestellt werden. Dann hätte Belize gleich eine neue Attraktion. Denn ein Straßenbaudenkmal gibt es dort bisher mit Sicherheit noch nicht.

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