Zufahrtsregeln in europäischen Städten

Zufahrtsregeln
Nur in wenigen Städten sind die Zufahrtsregeln für die Innenstadt so eindeutig wie hier.

In vielen europäischen Metropolen gelten längst strenge Zufahrtsregeln – ganz ohne Poller, Schranken oder sichtbare Barrieren. Auch Österreich hat mittlerweile die gesetzliche Basis für vollautomatische Einfahrtskontrollen geschaffen. Was andernorts bereits Alltag ist, wird damit auch für Urlauber und Geschäftsreisende in das Nachbarland zunehmend relevant. Zwischen Registrierungspflicht, Mautgebühren, Umweltplaketten und lokalen Zufahrtsverboten verlieren selbst erfahrene Reisende schnell den Überblick, wie das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) Deutschland unterstreicht.

Unterschiedliche Systeme, ein gemeinsames Ziel

Ob Umweltzone, City-Maut oder verkehrsberuhigte Innenstadt: Die Konzepte unterscheiden sich stark, doch das Ziel bleibt überall gleich – weniger Verkehr, weniger Emissionen und mehr Lebensqualität. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich deshalb vorab genau informieren, welche Regeln in der jeweiligen Stadt gelten. Denn viele Kommunen setzen auf eigene Systeme, die ohne Vorwarnung teuer werden können.

Registrierung statt Barriere

Auf Schnellstraßen und Autobahnen – wie hier in Frankreich – sind Mautstellen oft nicht zu übersehen.

Ein aktuelles Beispiel ist Dubrovnik: Seit dem Jahr 2025 gilt rund um die historische Altstadt eine saisonale Zufahrtsbeschränkung. Wer in den Monaten März bis November in die Zone fahren möchte – etwa zu einem Hotel oder reservierten Parkplatz –, muss sein Kennzeichen vorab kostenlos registrieren. Kameras überwachen jede Einfahrt, und ein einziger Verstoß kann mehrere Hundert Euro kosten.

Auch Belgien setzt auf digitale Registrierung. In Brüssel, Antwerpen und Gent müssen Fahrzeuge für die sogenannten Low Emission Zones (LEZ) online angemeldet werden. Besonders emissionsstarke Fahrzeuge dürfen gar nicht einfahren. Tückisch: Während Antwerpen und Gent ihre Systeme gegenseitig anerkennen, gelten in Brüssel eigene, strengere Regeln – inklusive separater Registrierung und höherer Bußgelder.

Kleine Maut, große Wirkung

Zufahrtsregeln sollen für weniger Verkehr und weniger Emissionen sorgen.

Andere Städte steuern die Zufahrt über Tagesgebühren. In Mailand, Palermo oder Bologna wird für bestimmte Innenstadtbereiche eine City-Maut fällig. Mailands „Area C“ kostet derzeit 7,50 Euro pro Tag. Zusätzlich existieren in vielen italienischen Städten die bekannten ZTL-Zonen, die nur für Anwohner, Lieferdienste oder registrierte Hotelgäste zugänglich sind. Besonders bei Mietwagen können sich Verstöße schnell summieren.

Plakette statt Online-Anmeldung

Frankreich setzt auf die Crit’Air-Vignette. Ohne diese Umweltplakette dürfen zahlreiche Städte und Regionen nicht befahren werden. Sie muss vorab bestellt und gut sichtbar an der Windschutzscheibe angebracht werden – ähnlich wie die deutsche Umweltplakette oder die Schweizer Vignette.

Automatische Abrechnung in Skandinavien

Einige gebührenpflichtige Straßen und Zonen sind als solche nicht zu erkennen.

Im schwedischen Stockholm und Göteborg wird die City-Maut ebenfalls per Kamera erhoben – allerdings ohne vorherige Registrierung. Wer zu bestimmten Zeiten in die Zone fährt, erhält die Rechnung später über EPASS24 per Post.

Österreich hat nachgezogen

Seit Mai dieses Jahres dürfen auch österreichische Städte automatisierte Zufahrtskontrollen einführen. Ob und wo dies geschieht, entscheiden die Kommunen selbst. Für Reisende bedeutet das: Künftig wird es noch wichtiger, sich nicht nur über landesweite Regeln, sondern über die spezifischen Vorgaben der jeweiligen Stadt zu informieren. Denn auch ohne sichtbare Hindernisse gelten vielerorts strenge Vorschriften – und wer sie kennt, spart sich teure Überraschungen.

Mortimer

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