Molde – die Rosenstadt am Romsdalsfjord

Molde
Das norwegische Molde ist regelmäßig Station von Kreuzfahrtschiffen wie der Vasco da Gama von nicko cruises. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Molde, die „Rosenstadt“ Norwegens, liegt idyllisch am Romsdalsfjord und verbindet stille Natur mit internationalem Jazzflair. Einst Lieblingsort von Kaiser Wilhelm II., heute ein moderner Hafenort mit Promenaden, Rosen, Fjorden und dem weltberühmten Moldejazz-Festival. Ein Geheimtipp für Kreuzfahrer, Naturfans und Musikliebhaber.

Die Schiffe der Hurtigrute landen planmäßig in der norwegischen Kleinstadt an. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Das norwegische Molde wird bisher selten von Kreuzfahrtschiffen angelaufen, war aber einst der erste von Kreuzschiffen angelaufene Atlantikhafen. Dauerbesucher Kaiser Wilhelm II. schwärmte vom „Nizza des Nordens“ und kam bis zum ersten Weltkrieg regelmäßig. Viele bunte Holzhäuser puschten den Tourismus. Um Kaiser Wilhelm II. seine Aufenthalte attraktiv zu gestalten, wurden exklusive Hotels gebaut, die 1916 abbrannten und 1940 der Bombardierung zum Opfer fielen. Dennoch ist Molde heute wieder schön.

Der Hafen ist die pulsierende Lebensader des charmanten Fleckchens. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Der Hafen hat eine ideale Lage, weil er gute 80 Seemeilen abgelegen vom norwegischen Kreuzfahrt-Highway, genau in der Mitte zwischen dem im Süden gelegen Küstenort Ålesund und dem im Norden gelegenen Kristiansund, am westlichen Rande von dem Romsdalsfjorden liegt.

Fjord mit Tiefgang

Überraschend groß ist die Pflanzenpracht im gesamten Stadtgebiet. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Dieser Fjord ist 95 Kilometer lang und bis zu 800 Meter tief. Und die waldbedeckten Gebirgshänge der Fjorde sind still. Sehr still. Bis auf die Natur und das Rauschen der Wasserfälle. Entlang des Fjords gibt es zu beiden Seiten viele Hänge. Den fast täglichen einlaufenden Kreuzfahrtschiffen ist es inzwischen untersagt, die so genannten Auslaufmelodien an Deck der Schiffe beim Ablegen abzuspielen.

Die allgegenwärtige Rosenpracht ist das Markenzeichen der Stadt. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

So enden die entschleunigten Landgangstage geräuscharm der Natur geschuldet. Die Schiffe der Hurtigroute haben ein Sonderrecht, kurz vor dem Ablegen ins Schiffshorn zu blasen, um auf die letzte Gelegenheit, an Bord zu gehen, nicht zu verpassen. Auf Ihrem Weg von Bergen im Süden und Kirkenes im Norden fährt seit 100 Jahren die Küstenexpresslinie Hurtigruten jeden Tag auch den Hafen von Molde an.

Dem Jazz verbunden

Holzhäuser und Rosenpracht prägend das Bild. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Im Ort kann es schon mal laut werden, angenehm laut. Wenn der Jazz die Straßen mit Leben füllt. So war auch die 2024 auf dem Schleswig-Holstein Musik Festival spielende Saxophonistin Sarah Chaksad sehr beeindruckt.

Nicht nur Kinder schwimmen am Rande des Hafenbeckens. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Hübsche Häuser in Hanglage, Promenaden, ein Boots- und ein Fährhafen, Badestelle, Sauna, Sonnenbaden und überall Rosen, zur Zeit eines hier lange währenden Sommers, das ist Molde.

Sicherer Hafen

Skandinavische Gemütlichkeit in Molde. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Der innerste Teil des Fjords ist der Isfjorden in Åndalsnes. Im Gegensatz zu vielen anderen Fjorden hat der Romsdalsfjorden mehrere Inseln, die mit PKW-Fähren verbunden sind. Entscheidet ein Kapitän, einem heraufziehenden Unwetter auszuweichen, beispielsweise weil starke Seitenwinde das Schiff des angepeilten Hafens von Ålesund oder Kristiansund an die Klippen zu drücken droht, dann ist Molde ein sicherer Hafen, meist für eine dort weniger stürmische Nacht.

Rosen in allen Farben und Formen sind zu sehen. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

In dieser Region gedeihen auffällig viele die Wärme liebende Gehölze, wie Buchen, Eichen, Eschen, Ahorn, Linden und Fichten und nicht zuletzt Rosenstöcke, was dem Ort den Namen: “Rosenstadt Molde“ einbrachte.

Rosenmädchen mit Strahlkraft

Zentraler Treffpunkt ist der Platz vor dem Rathaus. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Wo der Rathausplatz am Hafenrand endet, schließen eine Badestelle und eine Sauna an. Diese Hafenpromenade wurde jüngst im Jahr 2023 neugestaltet. Im Ortszentrum auf dem Rathausplatz zeugt eine Bronzefigur von der Rosentradition. Das „Rosepiken“, das Rosenmädchen schuf die Bildhauerin Ranghild Butenschön.

Auch die Gärten blühen förmlich auf. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Molde erhielt im Jahr 1742 das Stadtrecht, aus der schönen Architektur jener Zeit ist so gut wie nichts übriggeblieben, nachdem 1940 die deutsche Wehrmacht fast die ganze Stadt in Schutt und Asche bombte.

Blumenpracht auf dem Rathausdach

Natürlich wird die Pflanzenpracht auch zum Kauf angeboten .- Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Das Zentrum Moldes gibt sich modern und aufgeschlossen, mit Platz für 60.000 Jazz-Fans! Auch auf dem Dach des aus den 1970-ger Jahren stammenden Rathausbaues wachsen Rosen. Ab Mitte Juni bis in den August hinein blühen und duften Rosen fast überall in Molde. Weil ein Ausläufer des warmen Golfstroms und die geschützte Lage des Ortes zusammentreffen, gibt es hier viele milde Sommertage.

Die Promenade am Hafen wurde aufwendig aufgehübscht. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Eine weitere Bronze-Figur der Stadt huldigt den Jazz von Molde und das älteste Jazzfestival der Welt. Molde-Jazz verwandelt die Rosenstadt Molde jedes Jahr in der 29. Woche in eine pulsierende Musikstadt mit den leuchtenden Farben tausender duftender Rosen. In diesem Jahr vom 13. Juli bis 18. Juli 2026.

Jazz-Parade als Einstimmung

Nicht nur Pflanzenliebhaber sind ob der Rosenpracht begeistert. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Das Molde Internationale Jazz Festival (MIJF), Moldejazz ist ein seit 1961 jährlich im Juli in der Hafenstadt Molde in Norwegen stattfindendes Jazzfestival von internationalem Rang. Traditionell zieht an diesen Terminen eine tägliche Jazz-Parade von musizierenden und tanzenden Musikern nach dem Vorbild von New Orleans Street Parade durch Molde.

Hafenidylle in Perfektion. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Molde-Jazz ist eines der anerkanntesten Jazzfestivals Europas und zieht seit 1961 mit einem Weltklasse-Programm das Publikum an, verwandelt die Stadt in einen lebendigen Ort mit rund 120 Konzerten und über 500 Künstlern aus aller Welt und über 60.000 Fans.

Die Pflanzenpracht würden wohl nur die wenigsten in Norwegen vermuten. – Foto: Karl-Heinz Hänel / Mortimer Reisemagazin

Neben dem Festival bietet der Storyville Jazz Club ganzjährig Konzerte an. Nach dem Jazzfestival ist vor dem Jazzfestival und das alle Jahre wieder. Seit dem Bau 1994 einer Universität wurde Molde eine beliebte Studentenstadt. Dieser Umstand, sowie ein fester Treffpunkt der internationalen Jazz-Szene lässt den Ort über 22.000 Einwohner zählen.


Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von nicko cruises statt.

Marion Ammann

benötigt im Job einen scharfen Blick auf die Dinge. In Ihrer Freizeit begleitet sie Karl-Heinz Hänel auf seinen Fotoreisen. Da bleibt es nicht aus, selbst auf Details der Reisen zu schauen. Weder als Selfiemacher, noch als Influencerin, sondern als unbefangene Beobachterin erzählt sie über ihre Erlebnisse.