
Viktorianische Eleganz, tosende Nordseewellen und eine lebendige Surfszene: Saltburn-by-the-Sea gehört zu den charmantesten Küstenorten Englands – und ist bislang ein echter Geheimtipp.

Hoch oben auf den Klippen von North Yorkshire gelegen, entfaltet Saltburn-by-the-Sea eine fast filmreife Mischung aus viktorianischer Eleganz, dramatischer Küstenlandschaft und lässiger Surferkultur. Seit dem 19. Jahrhundert gilt Saltburn, wie es im Volksmund schlicht heißt, als klassisches „Victorian Seaside Resort“ – ein Seebad am Rande der Region Teesside, das einst für wohlhabende Industrielle aus Nordengland geschaffen wurde.
Von der Vision aufs Reißbrett

Die Stadt entstand im Wesentlichen am Reißbrett, nach einer Idee des Industriellen Henry Pease. Als Mitglied einer einflussreichen Quäker-Familie sah er im Jahr 1859 bei einem Spaziergang entlang der Klippen eine visionäre Stadt vor seinem inneren Auge und gab den Anstoß für den Ausbau des Dorfes.Bis dahin war Old Saltburn lediglich ein kleines Fischerdorf in der Saltburn Gill.

Ein verträumtes Nest, dass einst auch ein Hotspot für Schmuggler war, die die versteckten Buchten und Klippen nutzten, um Waren unbemerkt an Land zu bringen. Der berüchtigte John Andrew galt gar als vermeintlicher „König der Schmuggler“. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn und dem Fund von „Ironstone“, jenem eishaltigen Sedimentgestein, in den Cleveland Hills wandelte sich die Region rasant. Saltburn wurde zum bis heute beliebten Seebad.
Mit Wasserkraft der Schwerkraft trotzen

Das unbestrittene Herzstück und das technische Juwel des Ortes verbindet die Oberstadt auf den Klippen mit der Strandpromenade. Die Rede ist vom Saltburn Cliff Lift, der ältesten noch in Betrieb befindlichen Wasserballast-Seilbahn des Vereinigten Königreichs. Seit ihrer Eröffnung im Jahre 1884 gleiten die zwei nostalgischen, mit Buntglas verzierten Kabinen unermüdlich die 37 Meter hohe Klippe hinauf und hinunter.

Das Prinzip ist dabei ebenso einfach wie genial ökologisch: Die obere Kabine wird so lange mit Wasser befüllt, bis sie schwerer ist als die untere und diese beim Hinabgleiten wie von Geisterhand nach oben zieht. Unten angekommen, wird das Wasser wieder abgelassen und der Kreislauf beginnt von vorn.
Trocken übers Meer laufen

Wer nach der kurzen Fahrt die Kabine verlässt, steht direkt vor dem Saltburn Pier. Diese stolze Seebrücke, fertiggestellt im Jahr 1869, trotzte über die Jahrhunderte hinweg schweren Stürmen und Kollisionen mit Schiffen. Heute ragt sie gut 210 Meter in die Nordsee hinein. Möwen kreisen über den Holzplanken, Angler werfen ihre Leinen aus, während unten die Wellen gegen die Pfeiler schlagen.

Saltburn gilt nicht von ungefähr als einer der beliebtesten Surfspots im Nordosten Englands. Vor allem im Herbst und Winter rollen kräftige Wellen an die Küste, die Wellenreiter aus dem ganzen Land anziehen. Zwischen viktorianischen Häusern und traditionellen Tea Rooms entstehen dadurch spannende Kontraste: Morgens trifft man Neoprenanzüge und Surfboards am Strand, nachmittags sitzen dieselben Besucher bei Cream Tea und Scones in den Cafés entlang der Promenade.
Küstenpracht und Wanderslust

Der breite Sandstrand lädt jedoch nicht nur zum Wellenreiten, sondern auch zu ausgedehnten Spaziergängen entlang der Küste ein. Besonders eindrucksvoll wirkt die Szenerie in den frühen Morgenstunden, wenn oftmals Nebelschwaden über dem Wasser hängen und sich die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken kämpfen. Dann zeigt sich Saltburn von seiner vielleicht schönsten Seite.

Besonders reizvoll ist auch der Küstenwanderweg Richtung Staithes oder Whitby, der Teil des Cleveland Ways, einem der schönsten Fernwanderwege Großbritanniens, ist. Die Wege führen über dramatische Klippen, vorbei an Heideflächen und versteckten Buchten. Immer wieder öffnet sich dabei der Blick auf die Nordsee, deren Farben zwischen stahlgrau und tiefblau wechseln. Gerade diese wilde Natur macht deutlich, warum so viele Briten Saltburn als Gegenentwurf zu überlaufenen Badeorten schätzen – und dies nicht nur, weil bequem zum Strand hinunter und wieder rauf geht. Weitere Informationen unter http://saltburnbysea.com und unter https://englandscoast.com.

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Buchtipp für Freunde britischer Lebensart
Obwohl der Titel von Time for tea, sex and fun auf Englisch ist, wirft das amüsante wie lehrreiche Buch auf Deutsch mit viel Esprit einen liebenswerten Blick auf unsere englischen, schottischen und walisischen Freunde.
Demnach ist klar, dass es alle Arten von Briten gibt – große und kleine, hübsche und hässliche, dicke und dünne, freundliche und aggressive. Einige haben blonde Haare, einige braune, einige schwarze oder graue. Einige gar keine. Besonders in sonnigen Gefilden ist der ansonsten eher nordisch-blasse Brite daran zu erkennen, dass er nach einem Sonnenband wie ein abgebrühter Hummer aussieht, sich aber nichtsdestotrotz lustig weiter Tag für Tag in die pralle Sonne legt.
Doch der Brite ist nicht nur gegen Hitze resistent, auch jegliches Kälteempfinden scheint ihm fremd. Wer diese stereotypen Ansichten teilt oder Bestätigung für diese sucht, wird in Time for tea, sex and fun von Mortimer Reisemagazin Redakteur Karsten-Thilo Raab ebenso fündig werden, wie derjenige, der seine alten, verkrusteten Ansichten über die Briten endlich ins rechte Licht rücken möchte. Auf jeden Fall dürfte in dem Buch viel Interessantes, Kurioses, Unterhaltsames und Wissenswertes über die Briten und ihre Lebensgewohnheiten zu entdecken sein.
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Karsten-Thilo Raab
berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.
