
Eine internationale Studie zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen: Während jüngere Reisende hohe Ansprüche an nachhaltiges Reisen formulieren, setzen ältere Menschen häufiger konkrete Maßnahmen um.
Generationen im Vergleich
Die aktuelle, weltweit durchgeführte Untersuchung von Booking.com mit 32.500 Teilnehmenden aus 35 Ländern zeigt, dass nachhaltiges Reisen für die große Mehrheit der deutschen Reisenden eine hohe Bedeutung hat. 83 Prozent aller Befragten stufen nachhaltigere Entscheidungen als wichtig ein. Doch ein genauer Blick auf die Altersgruppen offenbart ein deutliches Paradoxon: Jüngere Generationen äußern zwar ambitionierte Nachhaltigkeitsziele, setzen diese jedoch seltener in konkrete Handlungen um. Ältere Reisende hingegen zeigen sich in ihrem Verhalten deutlich konsequenter.

Babyboomer geben zwar seltener an, nachhaltiger reisen zu wollen, doch ihre tatsächlichen Entscheidungen sprechen eine andere Sprache. Sie achten häufiger auf Recycling, bevorzugen regionale und saisonale Lebensmittel, unterstützen lokale Geschäfte und planen Reisen bewusst außerhalb der Hauptsaison. Jüngere Generationen engagieren sich dagegen stärker in Aktivitäten, die kulturelles Verständnis fördern oder dem Schutz lokaler Ökosysteme dienen. Diese Unterschiede zeigen, dass Nachhaltigkeit je nach Generation unterschiedlich interpretiert und gelebt wird.
Extreme Wetterereignisse als Maßstab
Unabhängig vom Alter beeinflussen extreme Wetterbedingungen zunehmend die Wahl von Reisezielen und Reisezeitpunkten. Ein Großteil der deutschen Befragten berücksichtigt das Risiko von Hitze, Stürmen, Waldbränden oder Überschwemmungen aktiv bei der Planung. Viele meiden Regionen, die für extreme Wetterlagen bekannt sind, und empfinden die Unberechenbarkeit des Klimas als Belastung bei der Buchung. Fast ein Drittel hat Reisen aufgrund solcher Ereignisse bereits abgesagt oder angepasst. Zudem streichen viele bestimmte Destinationen von ihrer Wunschliste, weil sie als zu heiß oder zu gefährdet wahrgenommen werden.
Nachhaltige Unterkünfte

Die Bereitschaft, in zertifizierten nachhaltigen Unterkünften zu übernachten, ist in allen Altersgruppen ähnlich ausgeprägt. Rund ein Drittel plant, in den kommenden zwölf Monaten entsprechende Angebote zu nutzen. Die Buchungszahlen zeigen, dass diese Form des Reisens zunehmend an Bedeutung gewinnt. Neben klassischen Maßnahmen wie Abfallvermeidung, Energieeinsparung oder dem Schutz der Tierwelt rückt auch die bewusste Wahl von Reisezielen und Reisezeiten stärker in den Fokus.
Immer mehr Menschen möchten überfüllte Orte meiden, außerhalb der Hauptsaison reisen oder bewusst kühlere Regionen auswählen. Viele möchten damit aktiv dazu beitragen, den Druck auf Destinationen zu reduzieren und die Auswirkungen des Tourismus auf lokale Gemeinschaften und Ökosysteme zu minimieren. Das wachsende Bewusstsein für die Folgen des Reisens zeigt, dass nachhaltige Entscheidungen zunehmend als ganzheitlicher Ansatz verstanden werden.
Mortimer
Seit dem Jahr 2011 berichtet das Mortimer Reisemagazin tagtäglich in Wort, Bild und teilweise mit Videos aus der Welt des Reisens. Mehr als 8.000 Beiträge über Destinationen aus allen Teilen der Erde stehen für Interessierte mittlerweile kostenfei bereit.