Steinerne Brücken in Konitsa und Zagori

Zagori
Natur pur und beeindruckende Brücken – wie hier die Kokkoris Brücke – prägen die Region rund um Konitsa und Zagori. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Steinerne Brücken verbinden seit Jahrhunderten die abgelegenen Bergdörfer von Zagori und Konitsa. Heute führen sie Reisende durch eine der ursprünglichsten Landschaften Griechenlands – vorbei an der spektakulären Vikos-Schlucht, traditionellen Dörfern, regionaler Küche und kleinen Hotels, in denen Gastfreundschaft noch persönlich gelebt wird.

Den besten Ausgangspunkt für diese Entdeckungsreise bietet ein Ort, an dem die Ruhe der Region schon beim Aufwachen spürbar wird: Das Kores Boutique Hotel & Spa, eingebettet in die bewaldeten Hügel von Zagori. Diese Ruhe zieht sich bis an den Frühstückstisch: Der Blick fällt nicht auf Straßen oder Häuser, sondern auf dichte Wälder und sanfte Berghänge. Hausgemachte Marmeladen, regionaler Honig, Joghurt und frisches Brot bilden den Auftakt zu einer Reise, die sich ganz bewusst Zeit nimmt. Der Tourismus hat diese Region erst in den 1990er-Jahren entdeckt. Trotz der Auszeichnung als UNESCO-Welterbe und der wachsenden Zahl internationaler Wanderer ist Zagori bis heute weit entfernt vom Massentourismus. Genau das macht ihren besonderen Reiz aus.

Monodendri und die Vikos-Schlucht

Überaus imposant ist die Vikos-Schlucht. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Der Morgen ist noch jung, als die Straße durch dichte Laubwälder nach Monodendri führt. Die schmalen Serpentinen geben immer wieder den Blick auf eine Landschaft frei, die mit jedem Kilometer wilder wirkt. Am Oxia-Aussichtspunkt endet schließlich die Straße – und plötzlich öffnet sich eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften Europas. Die Vikos-Schlucht liegt dem Besucher buchstäblich zu Füßen. Fast senkrecht fallen die Kalksteinwände bis zu 1.000 Meter in die Tiefe. Tief unten schlängelt sich der Voidomatis-Fluss wie ein schmaler grüner Faden durch die Schlucht, während darüber Wolken an den Gipfeln des Pindos-Gebirges hängen. Mit einer Länge von rund zehn Kilometern gilt die Vikos-Schlucht gemessen am Verhältnis zwischen Tiefe und Breite als eine der tiefsten Schluchten der Welt. Beeindruckend ist jedoch nicht allein ihre Größe, sondern die Ruhe, mit der sich diese Landschaft erleben lässt. Anders als an vielen berühmten Naturattraktionen Europas begegnet man hier oft nur wenigen Wanderern. Das Panorama gehört für einen Moment fast einem allein.

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Kloster Agia Paraskevi. Bereits im 15. Jahrhundert errichteten Mönche das Kloster auf einem schmalen Felsvorsprung hoch über der Schlucht. Von der kleinen Terrasse reicht der Blick weit über das Tal – ein Ort, der seit Jahrhunderten Menschen anzieht, die Stille suchen. Genau diese Ruhe scheint bis heute erhalten geblieben zu sein. Zurück im Dorf Monodendri wird deutlich, dass Natur und Kultur in Zagori untrennbar miteinander verbunden sind. Ein Abstecher zur Kirche Agios Minas aus dem Jahr 1412 führt in eine Zeit, als die abgelegenen Bergdörfer nur über schmale Maultierpfade erreichbar waren. Im benachbarten Handwerksmuseum erinnern kunstvoll gewebte Teppiche, bestickte Kissen und traditionelle Trachten an das handwerkliche Erbe der Region. Da Monodendri als zentraler Ausgangspunkt vieler Touren in der Region gilt, führt der Weg am Mittag noch einmal dorthin zurück. Wie eng Natur und Tradition miteinander verbunden sind, zeigt sich beim Mittagessen im Archontiko Zarkada Hotel. Von der Terrasse reicht der Blick weit über die bewaldeten Berghänge. Auf den Tisch kommen knusprige Käsepita, würzige Fleischgerichte und regionale Spezialitäten, darunter langsam geschmortes Kaninchen. Viele Zutaten stammen von Bauernhöfen aus der unmittelbaren Umgebung.

Stiller Übergang durch die Zeit

Einfach faszinierend – die Kokkoris Brücke. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Eine der schönsten Brücken in der Region Epirus ist die Kokkoris-Brücke. Seit 1750 spannt sich ihr eleganter Steinbogen über den Voidomatis. Obwohl sie zu den bekanntesten Bauwerken der Region gehört, herrscht an diesem Vormittag eine beinahe meditative Entspannung. Nur das leise Rauschen des Wassers und das Zwitschern der Vögel begleiten den Moment. Es fällt leicht, sich vorzustellen, wie einst Händler, Hirten und Dorfbewohner mit ihren Maultieren diese Brücke überquerten. Heute bleiben die meisten Besucher einfach stehen, genießen den Blick und lassen die besondere Atmosphäre auf sich wirken.

Brücken dieser Art prägen ganz Epirus in großer Zahl und in unterschiedlichsten Formen. Sie sind ein charakteristisches Erbe der Region und zugleich ein Symbol ihrer Geschichte – ein stilles Echo vergangener Zeiten. Heute haben sie eine neue Rolle übernommen: Sie sind zu Anziehungspunkten für Reisende geworden, die über diese steinernen Übergänge die Landschaft und ihre verborgenen Geschichten entdecken.

Zwischen Tavernen und Tradition

In der Region rund um Konitsa und Zagori finden sich zahlreiche imposante Brückenbauwerke. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Nur wenige Fahrminuten entfernt wartet das Dorf Kipi mit einem wohlverdienten Zwischenstopp. Auf der schattigen Terrasse werden kleine Speisen serviert. Dazu wird kein Ouzo, sondern einen Tsipouro -ein traditioneller griechischer Tresterbrand empfohlen. Er wird aus den Pressrückständen (Trester) der Weintrauben gewonnen, die nach dem Keltern übrig bleiben. Spätestens jetzt wird deutlich, dass diese Region auch kulinarisch eine ganz eigene Handschrift besitzt. So gehören die Weinberge zur unmittelbar benachbarten Region Zitsa zu den traditionsreichsten Nordgriechenlands und bringen charaktervolle Weine hervor, die außerhalb des Landes noch immer als Geheimtipp gelten.

Ein Weg aus Stein und Geschichte

Gut gestärkt geht die Reise weiter zu einem weiteren Meisterwerk historischer Baukunst – der berühmten Vradeto-Treppe. Mehr als 1.000 sorgfältig gesetzte Steinstufen winden sich in engen Serpentinen den Berghang hinauf. Jahrzehntelang war dieser Weg die einzige Verbindung zwischen dem höchstgelegenen Zagori-Dorf Vradeto und dem Tal. Wer heute ein Stück der historischen Treppe hinaufsteigt, folgt denselben Wegen wie Generationen von Dorfbewohnern, Händlern und Hirten. Mit jedem Höhenmeter öffnen sich neue Ausblicke auf die Bergwelt – und wieder wird deutlich, wie eng Natur und Geschichte in dieser Region miteinander verwoben sind.

Ein Dorf wie aus der Zeit gefallen

Blick vom Nordwesten Griechenlands Richtung Albanien. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Der Weg nach Dilofo führt durch eine Landschaft, die immer wieder zum Anhalten verführt. Hinter jeder Kurve eröffnen sich neue Ausblicke auf bewaldete Berghänge, kleine Natursteindörfer und die charakteristischen Steinbrücken, die wie selbstverständlich Teil dieser Kulturlandschaft geworden sind. Dilofo gehört zu jenen Orten, die man nicht zufällig entdeckt. Das malerische Bergdorf hat sich seinen ursprünglichen Charakter bis heute bewahrt und wirkt wie eine kleine Insel der Ruhe inmitten der Zagori-Landschaft. Natursteinhäuser, gepflasterte Gassen und liebevoll gepflegte Innenhöfe prägen das Ortsbild. Wer hierher kommt, sucht keine lebhaften Straßenzüge oder ein abwechslungsreiches Nachtleben, sondern einen Gegenpol zum Tempo des modernen Alltags.

Genau diese Kombination aus Stille und Natur hat Walter und Anruth Hagen aus Oberstdorf nach Dilofo geführt. Das Ehepaar verbrachte vier Tage im Gästehaus Archontiko, einer der wenigen Pensionen des Dorfes. Entdeckt hatten sie die Pension im Internet – überzeugt hat sie schließlich die Möglichkeit, direkt vor der Haustür zu Wanderungen aufzubrechen. Besonders der Rundwanderweg zu den historischen Steinbrücken war einer der Gründe, warum sie sich für Dilofo entschieden. „Hier kann man die Natur noch in aller Stille genießen“, erzählen sie.

Wo Gastfreundschaft noch persönlich ist

Betreiberin Dimitria Kaliva vor der Archontiko Pension. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

In der Pension empfängt Gastgeberin Dimitra Kaliva ihre Gäste mit herzlicher Gelassenheit. Sie wurde in München geboren, kehrte jedoch vor mehr als 20 Jahren in die Heimat ihrer Familie zurück und verwandelte das historische Steinhaus mit viel Geduld in ein kleines Gästehaus mit nur neun Zimmern. Vieles wurde in Eigenarbeit restauriert, stets mit dem Ziel, den ursprünglichen Charakter des Hauses zu bewahren. im „Archontiko“ können Gäste ein traditionelles Frühstück genießen, das ausschließlich aus regionalen Produkten zubereitet wird. Beim Frühstück zeigt sich, weshalb das Dimitra Kalivas Gästehaus bei vielen Touristen so beliebt ist. Das Frühstück besteht fast ausschließlich aus Produkten der Region: frisches Brot, selbst gemachte Marmeladen, Honig aus den Bergen, Joghurt, Käse und hausgemachte Kuchen. Sehenswert ist der Ausblick auf die umliegende Landschaft von den Balkonen des Hotels.

Die Archontiko Pension ist sehr urtümlich. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Am Vormittag führt die Route weiter zu einem Kloster, das mit seinen verschiedenen Bauteilen und Kunstschichten aus dem 7. bis 14. Jahrhundert ein eindrucksvolles Zeugnis regionaler Geschichte ist. Besonders sehenswert sind die teils restaurierten Wandmalereien, die den spirituellen und künstlerischen Reichtum des Ortes sichtbar machen. Solche Fresken sind in der Region von großer Bedeutung; in Zagori reichen die religiösen Kunsttraditionen weit zurück, und auch an anderen Orten finden sich Wandmalereien und Ikonen mit hoher historischer Aussagekraft

 UNESCO-Status und behutsamer Tourismus

Dass Zagori heute zu den beliebtesten Wanderregionen Griechenlands gehört, ist eine vergleichsweise junge Entwicklung. Erst Anfang der 1990er-Jahre begann sich der Tourismus langsam zu entwickeln. Mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 2023 rückte die Region stärker in den Fokus internationaler Besucher. Rund 400.000 Gäste kamen im vergangenen Jahr vor allem zum Wandern nach Zagori. Dennoch verfolgt die Region einen anderen Weg als viele klassische Urlaubsdestinationen. Im Gespräch erläutert Bürgermeister Georgios Soukouvelos, dass Qualität wichtiger sei als schnelles Wachstum. Historische Häuser sollen restauriert und wieder dauerhaft bewohnt werden. Statt möglichst vieler Ferienwohnungen wünsche man sich junge Familien und Gastgeber, die das kulturelle Erbe der Region lebendig halten. Auch neue Hotels entstehen nur behutsam. Die einzigartige Kulturlandschaft soll ihren ursprünglichen Charakter bewahren.

Geologie als Landschaftserlebnis

Faszinierend ist die Landschaft im Vikos-Aoos-Geopark. – Foto: Visit Greece

Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Vikos-Aoos-Geopark, dessen schroffes Relief eindrucksvoll von den gewaltigen Kräften erzählt, die diese Landschaft über Millionen Jahre geformt haben. Gewaltige Kalksteinformationen, tiefe Schluchten und markante Gipfel prägen das Landschaftsbild. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich das Tymfi-Massiv, dessen Gipfel bis auf fast 2.500 Meter ansteigen. Die UNESCO-Auszeichnung würdigt jedoch nicht allein die außergewöhnliche Geologie, sondern auch den Beitrag des Geoparks zum Erhalt der traditionellen Dörfer und ihrer Kultur. Nach den vielen Aussichtspunkten wechselt nun die Perspektive.

Auf der Straße von Konitsa nach Loutra Amarantou stößt man auf die alte steinerne Wassermühle, die sich ca. drei Kilometer vor dem Dorf Amarantos befindet. Die Wassermühle von Bourazani ist eine traditionelle Wasserkraftanlage in der Nähe des Flusses Aoos und der albanischen Grenze. Sie befindet sich im Ortsteil Aidonochori und ist bekannt für ein uraltes, aber voll funktionsfähiges System, mit dem traditionelle Wollteppiche mithilfe der Strömungen des Flusses gewaschen werden, sowie für hölzerne Hammermühlen zum Aufweichen von Textilien.

Natur, Wild und Gastfreundschaft

Genussvoll speisen lässt es ich im Bourazani Wildlife Resort. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Mitten in der Natur von Bourazani liegt das Bourazani Wildlife Resort – ein Refugium für Reisende, die Entspannung, Naturerlebnisse und persönliche Gastfreundschaft schätzen. Das familiengeführte Haus wird von Georgios Tassos geleitet und blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Wo sich einst ein privates Jagdgebiet befand, entstand 1990 ein nachhaltiges Naturresort. Damals lebten auf dem Gelände rund 800 Wildtiere, heute steht das Anwesen für einen respektvollen Umgang mit der Natur und authentische Erlebnisse abseits des Massentourismus.

Auch kulinarisch setzt das Resort auf Regionalität. Im Restaurant werden Wildspezialitäten nach traditionellen Familienrezepten serviert – darunter Wildwürste, saftige Wildfrikadellen sowie zartes Wildschwein, das acht bis neun Stunden langsam gegart wird. Dazu gibt es häufig Kritharaki, die kleinen reisförmigen Nudeln, die auch in Deutschland erhältlich sind. Frische Salate mit essbaren Blüten runden das Menü ab. Vor allem zwischen Mitte Juni und September zieht das Resort griechische Familien und Individualreisende an, die mehrere Tage in der Natur verbringen möchten. Die meisten Gäste bleiben fünf bis sieben Nächte. Gastgeber Georgios Tassos hat früh erkannt, dass Besucher heute mehr erwarten als eine komfortable Unterkunft. Deshalb empfiehlt das Resort abwechslungsreiche Natur- und Kulturerlebnisse in der Umgebung, die den Aufenthalt zu einer ganzheitlichen Erfahrung machen.

Kulinarische Identität des Epirus

Beim Rafting lässt sich dieser Teil Nordgriechenlands aus einer anderen Perspektive entdecken. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Kulinarisch prägt die Region ebenfalls eine eigene Handschrift. Zu den Spezialitäten gehört der Krana-Beerenlikör; überhaupt spielen Liköre aus verschiedenen Beeren in der Umgebung von Wassilis und in der Region eine wichtige Rolle. Ebenso typisch ist die Zusammenarbeit lokaler Produzenten in einer Kooperative, die Weine und Schnäpse wie Tsipouro hervorbringt. Tsipouro wird traditionell aus Trauben erzeugt, und die Ernte beziehungsweise Verarbeitung ist regional stark an den November gebunden; in diesem Monat finden vielerorts auch entsprechende Feste statt, wenngleich die Traditionen je nach Ort unterschiedlich ausfallen. Beim Besuch bei einer dieser Kooperativen wird deutlich, wie sehr diese Produktion mit der Region verwoben ist. Der 66-jährige Wassils ist seit Jahrzehnten für die Kooperative in der Region verantwortlich; fast alle Familien vor Ort leben vom Wein, und auch seine eigene Familie produziert den Tsipouro bereits seit mehreren Jahrhunderten. Der Geschmack variiert je nach Rebsorte und Ausbau, doch die Kooperative schafft nicht nur Einkommen und Arbeitsplätze, sondern trägt auch dazu bei, dass vor Ort investiert werden kann – etwa in die Infrastruktur.

Die Landschaft aus der Flussperspektive

Statt von oben auf die Landschaft zu blicken, geht es mitten hinein. Ausgangspunkt ist die Aristi-Brücke am Voidomatis-Fluss. Der Voidomatis macht seinem Ruf als einer der saubersten Flüsse Europas alle Ehre. Das glasklare Wasser wird von Quellen gespeist und fließt in ruhigem Tempo durch eine nahezu unberührte Flusslandschaft. Der Voidomatis-Fluss ist ein ideales Rafting-Revier für Anfänger. Nach einer ersten Einweisung in die Sicherheit und den Ablauf der Tour erhalten Sie Ihre Ausrüstung, zu der ein Helm, eine Schwimmweste und ein Paddel gehören.

 Tor zwischen zwei Landschaften

Romantisch und geschichtsträchtig: Die Steinbrücke von Konitsa, – Foto: Tsigoulis / Visit Greece

Ein Besuch der Steinbrücke von Konitsa, auch Aoos-Brücke genannt, gehört zu den eindrucksvollsten Stationen in Nordwestgriechenland. Die 1870 fertiggestellte Einbogen-Steinbrücke spannt sich über die Schlucht des Aoos und misst rund 35 Meter in der Länge bei einer Höhe von 20 Metern. Besonders markant ist die kleine Glocke unter der Brücke, die bei starkem Wind anschlägt und Besucher auf gefährliche Überquerungsbedingungen hinweist. Die Brücke am Eingang zum Nationalpark Vikos-Aoos-gilt heute sowohl als historisches Denkmal als auch als Ausgangspunkt für Wanderungen, Kajaktouren und weitere Naturerlebnisse.

Bei einem Treffen mit Alexandros Mikolopoulos, einem Guide und Kajakführer, wird deutlich, welche besondere Rolle dieser Ort für Outdoor-Fans spielt. Schon in den 1990er-Jahren wurde die Gegend von einem deutschen Guide als außergewöhnliches Ziel für Aktivitäten in der Natur entdeckt. Heute führen hier nicht nur Kajak- und Raftingtouren vorbei, sondern auch Wander- und Radrouten; für Übernachtungen stehen kleine Pensionen zur Verfügung. In der Regel werden vier- bis sechstägige Touren angeboten, teils auch als kombinierte Reisen mit Wandern, Bike und Kajak.

Geschichtsträchtiger Brückenschlag

Blick auf die pittoreske Konista-Brücke. – Foto: Visit Greece

Circa 15 Minuten entfernt gelangt man zur Kleidonia-Steinbrücke. Die 1853 errichtete Bogenbrücke überspannt den kristallklaren Voidomatis und markiert das Ende der spektakulären Vikos-Schlucht. Mit ihrer Lage inmitten einer eindrucksvollen Landschaft ist sie nicht nur ein fotogenes Bauwerk, sondern auch ein idealer Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten.

Am Ende des Tages geht die Fahrt hinauf ins Bergdorf Kastaniani, ein traditionelles Bergdorf in der Region Mastorochoria. Dort lohnt sich ein Besuch im Café Soiree, das von Cynthia Friday und Thymios Doukas geführt wird. Cynthia wurde in Istanbul geboren, wuchs in Athen auf und studierte in Frankreich; gemeinsam haben die beiden an diesem Ort ein bemerkenswertes Konzept aufgebaut. Im Café gibt es wunderbaren Apfelkuchen mit Eis. Die großzügige, mit Blumen und Fotografien geschmückte Terrasse lädt dazu ein, bei Kaffee, Kuchen oder einem Glas Wein den Nachmittag zu genießen oder den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Dass sich das Paar Doukas mit ihrem Konzept in dem Ort durchsetzen musste, macht die Geschichte des Hauses zusätzlich sympathisch: Anfänglich stand das Projekt sogar kurz vor dem Scheitern, heute ist Soiree ein Ziel für Reisende, die Atmosphäre, Geschmack und Ausblick verbinden möchten.

Wild und ursprünglich gibt sich der Voidomatis-Fluss. – Foto: Karl-Heinz Goedeckemeyer / Mortimer Reisemagazin

Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von Visit Greece statt.

Karl-Heinz Goedeckemeyer

lebt in Frankfurt am Main und ist seit 2023 für das Mortimer Reisemagazin als Autor tätig. Er verfasst Beiträge zu Destinationen, wo auch Restaurants und Hotels nicht zu kurz kommen.