Das One&Only Palmilla ist die wohl bekannteste Hotel-Ikone in Los Cabos. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Das One&Only Palmilla in Los Cabos erweist sich als ein magischer Ort zwischen Pazifik und Wüste, wo Luxus mit dem leisen Prunk zeitloser Eleganz, die mexikanische Seele und Gastlichkeit verschmelzen.
An der südlichsten Spitze der mexikanischen Halbinsel Baja California, wo sich die kühle Strömung des Pazifiks mit dem warmen Atem des Golfs von Kalifornien mischt, erhebt sich das One&Only Palmilla auf einer Klippe über dem Meer. Dieses Resort, das seit den 1950er-Jahren die Schönen, die Reichen, die Adeligen und Gefönten anzieht, verkörpert eine seltene Mischung aus zeitloser Exklusivität und mexikanischer Seele. Es ist ein Ort, an dem die Geräusche der Welt verstummen, während die Brandung mit sanftem Donner an die Felsen schlägt und die Luft nach Salz und Jasmin duftet.
Ein Refugium mit Geschichte
Der Turm ist Teil der ursprünglichen Hacienda. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Bis heute gilt die Nobelherberge als Schrittmacher für die Region. Das One&Only Palmilla war im Jahre 1956 das erste Hotel in Los Cabos und startete damit einen bis heute anhaltenden Touristenboom. Und noch immer zählt das 2004 für 90 Millionen Dollar aufwendig umgebaute Luxushotel zu den absoluten Top-Adressen an der Baja California, einer Region in der rund 90 Prozent alle Einwohner direkt oder indirekt vom Tourismus leben.
Badespaß mit traumhafter Aussicht verspricht der Infinity-Pool. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Die Geschichte begann nicht mit modernen Designtrends, sondern mit der Vision eines Mannes, der inmitten der bis dahin weitgehend unberührten Wildnis der Baja California einen Ort der Zuflucht schaffen wollte: Abelardo „Rod“ Rodríguez, Sohn des mexikanischen Präsidenten und passionierter Kunstflieger, entdeckte das Areal eher zufällig bei einem Flug über die Südspitze der Halbinsel am Pazifik und verliebte sich in den malerischen Flecken Erde. In den 1950er Jahren ließ er hier eine kleine Herberge im Stile einer Hacienda errichten, die sich schon bald zum Treffpunkt für Stars und Sternchen entwickelte.
Namhafte Gäste im Anflug
Gäste werden in dem Luxushotel auf ganz besondere Art in Empfang genommen. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Damals gab es keine asphaltierten Straßen, die nach Los Cabos führten, und die Region war kaum mehr als ein verschlafenes Fischerdorf. Entsprechend war das Palmilla nur per Flugzeug zu erreichen, und die Gäste kamen buchstäblich aus der Luft. Rodriguez ließ den kargen Felsvorsprung in einen Magneten für die Reichen und Berühmten umwandeln. Mit Erfolg. Die Mischung aus Abgeschiedenheit und Glamour war unwiderstehlich – Elizabeth Taylor, John Wayne, Frank Sinatra, Bing Crosby oder der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower sind nur einige der namhaften Größen, die sich hier an der Südspitze der Baja California ein Stelldichein gaben.
Das Hotel-Areal grenzt direkt an einen von Palmen gesäumten Strand. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Aus jenen Tagen stammt auch noch das fast schon legendäre Begrüßungsritual: In längst vergangenen Zeiten, in denen es noch keine Smartphones oder Computer gab, wurde am Zugang des weitläufigen Areals eine Glocke lautstark geläutet, um dem Personal mitzuteilen, dass ein Gast in seiner Pferdekutsche anreist. Und dies über eine kilometerlange Straße, die durch eine herrliche Parklandschaft führt. Noch heute darf ein jeder Neuankömmling eine Replik dieser Glocke zur Begrüßung an der Rezeption läuten. Anschließend wird der Gast mit einer Mischung aus Düften gesegnet, bevor er das eigentliche Hotel betritt.
Der Geist des Gründungsvaters
Auch eine Swim-up-Bar darf natürlich nicht fehlen. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Längst ist das Hotel Teil einer renommierten Luxusmarke, doch der ursprüngliche Geist bleibt spürbar. Auch wenn das Resort heute über alle Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts verfügt, atmet jeder Stein und jeder Torbogen noch immer den Geist Gründerjahre. Die Architektur ist eine Hommage an das koloniale Mexiko, geprägt von weiß getünchten Wänden und schweren Holztüren. Zudem liegt vor dem Palmilla einer der wenigen Strände am Pazifik, die tatsächlich zum Schwimmen geeignet sind – ein seltener Luxus in einer Region, deren Brandung meist zu mächtig ist.
Die hoteleigene Kapelle hat eine ureigene Geschichte. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Die Kapelle, die weithin sichtbar auf einem Hügel über dem Hotel thront, ist ein ikonisches Wahrzeichen und Schauplatz unzähliger Hochzeiten. Dass das Palmilla überhaupt eine eigene Kapelle besitzt, ist dem strengen Glauben der mexikanischen Mitarbeiter zu verdanken. Als das Hotel eröffnete, war die nächstgelegene Kirche einen rund dreistündigen Fußmarsch entfernt. Dies führte zu dem Phänomen, dass die meisten Mitarbeiter sonntags nicht zur Arbeit erschienen, da sie zum Gottesdienst gingen und damit für den Rest des Tages als Arbeitskraft ausfielen. Um dies zu verhindern, baute das Hotel kurzerhand eine eigene Kapelle.
Garten Eden zwischen Kakteen
Das One&Only Palmilla ist eine üppig grüne Oase am Rande der Wüste der Baja California. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Wer das Gelände zum ersten Mal betritt, wird von einer überwältigenden Fülle an Grün empfangen, die im Gegensatz zur umliegenden Wüstenlandschaft steht. Tausende von Palmen, deren Wedel sanft im Pazifikwind wehen, geben dem Resort seinen Namen und spenden willkommenen Schatten auf den verschlungenen Pfaden, die die verschiedenen Villen und Suiten miteinander verbinden. Es ist eine akribisch gepflegte Wildnis, in der Hibiskusblüten in leuchtendem Rot erstrahlen und die Luft vom Duft frischer Meeresbrise und Jasmin geschwängert ist. Jeder Weg führt früher oder später zum Wasser, sei es zu einem der Infinity-Pools, oder zum bereits erwähnten Strand.
Privatsphäre neu definieren
Die Gästezimmer und Suiten sind überaus großzügig geschnitten. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Die Unterkünfte im sind mehr als Zimmer – sie sind Rückzugsorte. Insgesamt zählt das Haus 174 Zimmer und Suiten, entlang der privaten Halbinsel. In den großzügigen Beachfront Pool Casita Junior Suites (65 Quadratmeter), One Bedroom Suites (130 Quadratmeter) und der Beachfront Pool Casita Master Suite (165 Quadratmeter) erwarten die Gäste private Pools sowie Terrassen mit Sonnenliegen und Meerblick. Die One Bedroom Suite bietet zusätzlich einen Whirlpool. Highlight in der Master Suite sind die luxuriösen Bäder mit Open-Air-Regenduschen und eleganter Marmorausstattung. Die Innenräume verbinden natürliche Materialien mit luxuriösen Details, ohne überladen zu wirken.
Die Gastronomie des Hauses spiegelt die Vielfalt Mexikos wider, ohne dabei den Blick für internationale Raffinesse zu verlieren. Der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Küchenchef Jean-Georges Vongerichten verleiht dem Steakhouse „Seared“ seine ganz besondere Handschrift. Im „Suviche“ sorgt Vongerichten zusammen mit dem japanischen Küchenchef Yoshiaki Akaike für Hochgenuss in Form von Sushi und Sashimi.
Dinner-Platz mit Aussicht im Agua. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Ein weiterer Genusstempel ist das Agua. Küchenchef Sandro Falbo tischt hier original mexikanische Küche mit mediterranen Einflüssen und frischen Zutaten aus dem resorteigenen Bio-Gemüsegarten auf. Eine Seltenheit ist auch der hauseigene Weinkeller: Er beherbergt die weltgrößte Auswahl an mexikanischen Weinen, aber auch edle Tropfen aus aller Welt sowie mexikanische Spirituosen, von unterschiedlichen Tequilas bis hin zu Mezcal.
Auch im „Suviche“ warten besondere Genussmomente. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Die Hauptterrasse des Resorts führt zum Breeze Café. Auf der Karte stehen hier verschiedene Frühstücksoptionen, leichte Salate und mexikanische Spezialitäten zum Mittagessen sowie ganztägig erhältliche Snacks aus frischen Bio-Produkten.
Wellness als spirituelle Reise
Der Spa- und Wellness-Bereich erstreckt sich über 2.000 Quadratmeter. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Ein Aufenthalt in diesem Resort wäre unvollständig ohne einen Besuch im 2.000 Quadratmeter großen Spa, das eher an ein kleines Dorf im Dorf erinnert als an eine herkömmliche Wellness-Anlage. Inmitten von tropischen Gärten liegen insgesamt 13 private Behandlungs-Villen, in denen uralte Heilmethoden der Maya und Azteken mit modernen Therapietechniken kombiniert werden. Es geht nicht nur um Entspannung, sondern um eine ganzheitliche Erneuerung von Körper und Geist. Die Therapeuten nutzen lokale Kräuter, Salze und energetische Rituale, um Verspannungen zu lösen und die innere Balance wiederherzustellen.
In den felsigen Küstenabschnitten verstecken sich einladende Sonnenplätze. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
Das Resort verfügt über einen Golfplatz, der von Jack Nicklaus entworfen wurde und sich durch die Dünenlandschaft windet. Die Bahnen bieten immer wieder atemberaubende Ausblicke auf das Meer, was die Konzentration auf den kleinen weißen Ball zu einer echten Herausforderung macht. Doch auch das Wasser selbst lockt mit Erlebnissen der besonderen Art. Von Dezember bis April ziehen Buckelwale an der Küste vorbei, und nicht selten kann man die majestätischen Tiere direkt vom Balkon der eigenen Suite aus beobachten, wie sie mit gewaltigen Sprüngen die Wasseroberfläche durchbrechen.
Informationen: One&Only Palmilla, Carr. Transpeninsular, Tourist Corridor, 23400 San José del Cabo, Baja California Sur, Mexiko, Telefon 0052-624-1467000, www.oneandonlyresorts.com
Bewertung des Mortimer Reisemagazins
Von den meisten Flecken im One&Only Palmilla fällt der Blick auf das Meer. – Foto: Karsten-Thilo Raab / Mortimer Reisemagazin
In jeder Kategorie werden maximal fünf Sterne vergeben:
Lage **** Ausstattung ***** Sauberkeit ***** Essen und Trinken **** Service ****
Fazit: Die Mutter aller Hotels in Los Cabos hat sich ihr stilvolles Ambiente über die Jahrzehnte bewahrt und ist weiterhin einer der absoluten Topadressen im Süden der Baja California.
Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von Los Cabos Tourism in Zusammenarbeit mit uschi liebl pr statt.
Karsten-Thilo Raab
berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.
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