
Das Highland Folk Museum in Newtonmore gilt als eines der eindrucksvollsten Freilichtmuseen Schottlands. Originalgetreu rekonstruierte Gebäude, historische Figuren und eindrucksvolle Landschaften lassen tief in die Geschichte der Highlands eintauchen.

Ein schmaler Pfad führt durch eine stille Heidelandschaft des Cairngorms Nationalparks, in der der Wind über das Gras streicht und sich Bergketten am Horizont abzeichnen. Inmitten dieser Szenerie befindet sich mit dem Highland Folk Museum eine bedeutendsten kulturhistorischen Einrichtungen Schottlands.

Gegründet wurde das Museum 1935 auf der Insel Iona von der der Ethnografin Isabel Frances Grant. Ihr Ziel war es, die materiellen Zeugnisse des Highland‑Alltags vor dem Verschwinden zu bewahren. Schon wenige Jahre später war die Sammlung so umfangreich, dass sie mehrfach umzog – erst nach Laggan, dann nach Kingussie, bevor schließlich Newtonmore zum dauerhaften Standort wurde.
Zeitreise in längst vergangene Tage

Auf einer Fläche von rund 80 Hektar präsentiert das Freilichtmuseum die Entwicklung des Lebens in den Highlands vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Rund drei Dutzend historische Gebäude wurden entweder originalgetreu versetzt oder auf Grundlage präziser Quellen rekonstruiert. Reetgedeckte Cottages, einfache Bauernhäuser und kleine Werkstätten vermitteln ein eindrucksvolles Bild vom Alltag früherer Generationen.

Besonders faszinierend ist die Darstellung der sogenannten „Blackhouses“. Dahinter verbergen sich traditionelle Wohnhäuser mit dicken Steinmauern und torfbedeckten Dächern. In ihnen lebten Menschen und Tiere oft unter einem Dach, geschützt vor den harschen Wetterbedingungen der Highlands. Auch das Leben der Crofter, jener Kleinbauern, die in Subsistenzwirtschaft lebten, wird greifbar. Die kargen Böden, die harte Arbeit und die Abhängigkeit von Natur und Jahreszeiten werden nicht romantisiert, sondern realistisch dargestellt.
Vom Clan-Leben zur Moderne

Das Museum ist in mehrere thematische Bereiche gegliedert, die unterschiedliche Epochen abbilden. Während der Bereich „Township“ das Leben im 18. Jahrhundert zeigt, führt der Abschnitt „Baile Gean“ in die Zeit um 1900, als sich die Highlands langsam industrialisierten und erste moderne Einflüsse sichtbar wurden. Hier stehen plötzlich eine Schule, ein Postamt und kleine Geschäfte, die von einem wachsenden Gemeinschaftsleben zeugen. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der Highland Clearances, jener Zeit im 18. und 19. Jahrhundert, in der viele Bewohner zwangsweise umgesiedelt wurden, um Platz für profitable Schafzucht zu schaffen.

Das Highland Folk Museum erlangte übrigens internationale Aufmerksamkeit als Drehort für die Serie „Outlander. Doch die Bedeutung des Museums geht weit über seine Rolle als Filmkulisse hinaus. Es versteht sich als kulturelles Gedächtnis der Highlands, das Traditionen bewahrt und zugleich neu interpretiert. Handwerkstechniken wie Weben, Schmieden oder Brotbacken werden regelmäßig vorgeführt und vermitteln ein lebendiges Bild vergangener Zeiten. Weitere Informationen unter www.highlifehighland.com.
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Buchtipp für Schottland-Liebhaber
Schotten sind angeblich geizig. Die Männer tragen Röcke, blasen auf dem Dudelsack und wirbeln Baumstämme durch die Lüfte. Sie lieben den Genuss von Whisky, frittierten Mars-Riegeln und von mit Innereien gefüllten Schafsmägen. Zu den Hobbys vieler Schotten zählt das Sammeln von Bergen. Keine Frage, mit ihren liebenswerten Eigenarten und Schrulligkeiten wissen die gerade einmal 5,2 Millionen Schotten große Sympathien für ihr kleines Land zu wecken. Als liebevolle Hommage an die raubeinigen Nordeuropäer verrät Das andere Schottland von Mortimer-Reisemagazin-Redakteur Karsten-Thilo Raab viel Interessantes, Kurioses und Unterhaltsames über Schottland, seine Bewohner und ihre Lebensgewohnheiten. Ein Buch, das mit Klischees über Schotten geizt, aber sonst kaum etwas Wissenswertes und Amüsantes ausspart.
Das amüsante wie informative Brevier über die Schotten widmet sich launig wichtigen Aspekten rund um das Wetter. Schließlich lassen sich in Schottland nicht selten alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Und so wird die Erfindung des Regelmantels ebenso beleuchtet wie das Phänomen der witterungsbedingten Schrumpfungsprozesse bei Schafen. Dann wiederum ist zu erfahren, wie man ohne große Aufwand einen Adelstitel in Schottland erhalten kann, wie der trostloseste Ort einen Gleichgesinnten gefunden hat und wo die Pilgerstätte für Liebende liegt. Auch die berühmteste und wohl kurioseste Bushaltestellen der Welt fand Eingang in die etwas andere Liebeserklärung an das kleine Land im Norden von Großbritannien.
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Karsten-Thilo Raab
berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.
