Die verborgenen Inselwelten der Schweiz

Insel
Einfach traumhaft: Die Insel Brissago. – Foto: Marco de Groot / Switzerland Tourism

Jenseits der imposanten Gipfelketten und weiten Täler verbirgt die Schweiz in ihren Gewässern eine bemerkenswerte Inselvielfalt, die weit über das klassische Alpenpanorama hinausgeht. Diese schwimmenden Juwelen reichen von subtropischen Gartenlandschaften bis hin zu historischen Kraftorten und bieten Naturliebhabern wie Kulturinteressierten gleichermaßen überraschende Perspektiven auf das Binnenland.

Exotik im Tessiner Süden

Exotische Pflanzen gedeihen auf Brissago. – Foto: A. Pizzicannella / Ascona-Locarno Tourism

Im Lago Maggiore präsentieren sich die Brissago-Inseln als botanisches Wunderwerk, das durch ein außergewöhnlich mildes Klima begünstigt wird. Auf der öffentlich zugänglichen Isola Grande erstreckt sich ein beeindruckender Botanischer Garten, der über 1700 Pflanzenarten aus aller Welt vereint, darunter exotische Eukalyptusbäume und farbenfrohe Kamelien. Das Herzstück der Insel bildet die elegante Villa Emden, ein neoklassizistisches Bauwerk, das heute sowohl ein Restaurant als auch exklusive Übernachtungsmöglichkeiten beherbergt. Die Anreise erfolgt unkompliziert per Schiff von Ascona oder Locarno aus und versetzt Besucher innerhalb kürzester Zeit in eine Atmosphäre, die eher an ferne Ozeane als an die Zentralschweiz erinnert.

Literarische Idylle im Seeland

Das ehemalige Kloster fungiert heute als Hotel. – Foto: Switzerland Tourism

Ein gänzlich anderes Bild zeichnet die St. Petersinsel im Bielersee, die einst dem Philosophen Jean-Jacques Rousseau als Zufluchtsort diente. Das weitläufige Naturschutzgebiet ist heute eine autofreie Halbinsel, die durch Schilfgürtel und gepflegte Weinberge besticht. Wanderer und Radfahrer erreichen dieses Refugium über den idyllischen Heideweg, während Wasserwege ab Erlach oder Biel eine malerische Annäherung ermöglichen. Ein ehemaliges Kloster aus dem 12. Jahrhundert fungiert heute als Hotel und Gaststätte, wobei besonders das Frühstück im historischen Klostergarten und die regionalen Spezialitäten am Uferkiosk für eine tiefe Entschleunigung sorgen.

Tradition und Kunst im Zürichsee

Die größte Insel der Schweiz: Die linsenförmige Insel Ufenau liegt am oberen Teil des Zürichsees. – Foto: Melanie Duchene / Schweiz Tourismus

Die Insel Ufenau im oberen Zürichsee blickt auf eine über tausendjährige Geschichte unter der Obhut des Klosters Einsiedeln zurück. Als größte Insel des Landes vereint sie sakrale Architektur mit zeitgenössischer Kultur, was sich besonders in den romanischen Kirchen und der regelmäßig stattfindenden Kunstausstellung art ufnau zeigt. Ein Rundweg erschließt die Schönheit des geschützten Ortsbildes in kurzer Zeit. In der barocken Inselwirtschaft lässt sich die Ruhe unter alten Platanen genießen, wobei die Schifffahrtsgesellschaften ab Rapperswil oder Pfäffikon für eine regelmäßige Anbindung während der Sommermonate sorgen.

Mittelalterliches Erbe im Greyerzerland

Die „île d’Ogoz“ ist via Kahn und bei tiefem Wasserstand zeitweilig sogar zu Fuß erreichbar ist. – Foto: Pascal Gertschen

Im Greyerzersee fasziniert die Île d’Ogoz durch ihre mystische Ausstrahlung und ihre wechselhafte Erreichbarkeit. Je nach Wasserstand des Stausees ist die Ruineninsel entweder per Solarboot oder bei niedrigem Pegel im Frühjahr sogar zu Fuß über eine Landzunge erreichbar. Die markanten Türme der einstigen Burganlage und die restaurierte Kapelle zeugen von der strategischen Bedeutung dieses Ortes im 13. Jahrhundert. Heute dient die Kulisse vor allem als romantischer Schauplatz für Zeremonien und als Ziel für Entdecker, welche die Kombination aus mittelalterlicher Geschichte und moderner Energiegewinnung schätzen.

Karibisches Flair in den Bündner Alpen

Der Caumasee aus der Vogelperspektive. – Foto: Hotel Adula Flims

Der Caumasee bei Flims besticht durch eine kleine, naturbelassene Insel, die inmitten von türkisfarbenem Wasser liegt. Der rätoromanische Name des Sees deutet bereits auf die tiefe Ruhe hin, die dieser Ort ausstrahlt. Dank unterirdischer Quellen erwärmt sich das Wasser auf angenehme Temperaturen, was die Insel zu einem beliebten Ziel für Stand-up-Paddler und Ruderbootfahrer macht. Die dichten Nadelwälder der Umgebung bilden einen starken Kontrast zum fast karibisch anmutenden Farbenspiel des Wassers, was das Eiland zu einem der meistfotografierten Naturmotive der Schweizer Alpen macht. Weitere Informationen unter www.myswitzerland.com.

Im Lago Maggiore wissen die Brissago-Inseln zu begeistern. – Foto: Enrico Pescantini

Mortimer

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