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Wien auf den Spuren von Kaiser Franz Joseph

Kaiser Franz Joseph-Denkmal im Burggarte. (Foto Schaub-Walzer)

Kaiser Franz Joseph-Denkmal im Burggarte. (Foto Schaub-Walzer)

In Österreichs charmanter Hauptstadt Wien lassen sich auf den Spuren des unvergessenen Kaisers Franz Joseph die wohl schönsten Ecken der Donaumetropole erkunden: Für eine erste Begegnung mit dem 1830 geborenen Franz Joseph, dem Gatten von Kaiserin „Sisi“ bietet sich ein Besuch seines einstigen Privatgartens an. Im Burggarten in der Wiener Innenstadt steht eine Statue, die den Monarchen in einem für ihn typischen Outfit zeigt – in Uniform. Das Denkmal befand sich zuvor in einer Kaserne und wurde erst 1957 im Park nahe der Ringstraße aufgestellt. Von dort ist es nicht weit zum Arbeitsplatz des Monarchen, der 68 Jahre lang das Habsburgerreich regierte.

In der Hofburg war Franz Joseph lange Zeit zuhause. (Foto WienTourismus)

In der Hofburg war Franz Joseph lange Zeit zuhause. (Foto WienTourismus)

In der Hofburg wohnte Franz Joseph im Winter, die Kaiserappartements können besichtigt werden: sein Arbeitszimmer, das Wohn- und Schlafzimmer seiner Gattin Elisabeth, zahlreiche Salons und ein Badezimmer von anno dazumal. In der Kaiserlichen Schatzkammer, die sich ebenfalls in der Hofburg befindet, ist neben zahlreichen wertvollen Objekten die Krone Kaiser Rudolfs II., die spätere österreichische Kaiserkrone, ausgestellt.

In der Hofburg zu sehen: die Krone Kaiser Rudolfs II. (Foto Lois Lammerhuber)

In der Hofburg zu sehen: die Krone Kaiser Rudolfs II. (Foto Lois Lammerhuber)

Im Sommer fuhr Franz Joseph nach seinem Arbeitstag ins Schloss Schönbrunn. Dort war er 1830 geboren worden, dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre und dort starb er 1916. Als Naturliebhaber schätzte er den weitläufigen Schlosspark, in dem regelmäßig spazieren ging. Schon als Kind war Franz Joseph mit seinen Brüdern häufig im Park gewesen, in einem Wasserbassin hinter dem Obeliskenbrunnen soll er schwimmen gelernt haben. Auch den Tiergarten besuchte Franz Joseph oft.

Blick in das einstige Schlafzimmer von Kaiser Franz Joseph. (Foto L. Lammerhuber)

Blick in das einstige Schlafzimmer von Kaiser Franz Joseph. (Foto L. Lammerhuber)

Schloss Schönbrunn hat 1441 Räume; von denen 45 besichtigt werden können. Die Wohn- und Arbeitsräume des Kaisers sind schlicht und einfach gehalten; umso prunkvoller sind die Repräsentationsräume und die Gästezimmer. Die Kaiserliche Wagenburg in Schönbrunn präsentiert eine Fülle imperialer Gefährte, von der riesigen Kaiser-Kutsche bis zum kleinen Kinderschlitten.

Architektonisches Kleinod: der Otto Wagner Hofpavillon Hietzing. (Foto Wolfgang Thaler)

Architektonisches Kleinod: der Otto Wagner Hofpavillon Hietzing. (Foto Wolfgang Thaler)

Nahe Schloss Schönbrunn befindet sich der sogenannte Hofpavillon Hietzing. Das kostbar mit Jugendstil-Elementen ausgestattete Gebäude ist eigentlich eine Station der von Otto Wagner entworfenen Stadtbahn. Die imperiale Haltestelle war ausschließlich dem Monarchen und seinem Gefolge vorbehalten, sogar ein Arbeitskabinett für den Kaiser war vorgesehen. Allerdings benutzte Franz Joseph „seinen“ Wartesalon nur zweimal – heute kann er von jedermann besichtigt werden.

Thronarrangement im Hofmobiliendepot. (Foto Lois Lammerhuber)

Thronarrangement im Hofmobiliendepot. (Foto Lois Lammerhuber)

Wer sich dafür interessiert, wie der Kaiser gewohnt hat, wird im Hofmobiliendepot fündig. Das einzigartige Museum versammelt das Mobiliar der Habsburger, unter den tausenden Exponaten aus fünf Jahrhunderten befinden sich z. B. ein kaiserlicher Reisethron und ein samtgepolsterter Betschemel.

Nicht nur Uniformen präsentiert das Heeresgeschichtliche Museum. (FotoHeeresgeschichtliches Museum)

Nicht nur Uniformen präsentiert das Heeresgeschichtliche Museum. (FotoHeeresgeschichtliches Museum)

Weitere Erinnerungsorte an den Kaiser sind das Heeresgeschichtliche Museum, das in einem eigenen Franz-Joseph-Saal Gemälde und Uniformen aus seiner Regierungszeit ausstellt, und die Votivkirche, die zum Dank für das Überleben des jungen Franz Joseph bei einem Attentatsversuch errichtet wurde.

Der Prachtboulevard in Österreichs Kapitale: die Ringstraße. (Foto Christian Stemper)

Der Prachtboulevard in Österreichs Kapitale: die Ringstraße. (Foto Christian Stemper)

Auch die Wiener Ringstraße kann als Symbol für seine Regierungszeit gesehen werden. Kaiser Franz Joseph ordnete 1857 an, die Befestigungsanlagen rund um die Innenstadt zu schleifen und das Gelände vor den alten Basteien und der Stadtmauer mit einer Prachtstraße samt repräsentativen Gebäuden zu bebauen.

Letzte Ruhestätte des großen Staatsmannes: die Kaisergruft. (Foto Lois Lammerhuber)

Letzte Ruhestätte des großen Staatsmannes: die Kaisergruft. (Foto Lois Lammerhuber)

Seine letzte Ruhestätte hat der „alte Herr von Schönbrunn“ standesgemäß in der Kaisergruft, die für Angehörige des ehemaligen österreichischen Herrscherhauses Habsburg bestimmt ist. Unter der Kapuzinerkirche in der Innenstadt wurden seit dem Jahr 1633 149 Habsburger, davon zwölf Kaiser sowie 19 Kaiserinnen und Königinnen, beigesetzt. Kaiser Franz Joseph ist der letzte hier bestattete Kaiser, auch die Sarkophage seiner Gemahlin Kaiserin Elisabeth und seines Sohnes Kronprinz Rudolf befinden sich in der Gruft.


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