Her(h)einspaziert ins lebensfrohe Basel

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Das Spalentor ist eines der drei noch erhaltenen mittelalterlichen Stadttore in Basel. Zusammen mit dem St. Johanns-Tor und dem St. Alban-Tor markiert es bis heute die einstige Befestigung der Stadt. – Foto: Basel Tourismus

Das um das Jahr 1400 erbaute Spalentor ist das prächtigste der drei noch erhaltenen mittelaterlichen Stadtore, durch die man in die Basler Altstadt spazieren kann. Dort findet man nicht nur bedeutende historische und moderne Bauten und Museen. Basel zeichnet sich auch durch jugendliches Flair, meditteranes Lebensgefühl und Lebensfreude aus.

Basel und der Rhein

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Schön Flanieren lässt es sich am Basler Rheinufer. – Foto: Basel Tourismus

Eine ganz besondere Rolle spielt dabei der Rhein. Der Fluss ist die Lebensader der Stadt. Am und im Rhein finden die Basler ganz besonders im Sommer Erholung, Erfrischung und Entspannung. Entspannt scheinen auch die Basler selbst, die jede Gelegenheit nutzen, sich im Freien am Rheinufer oder in einer der vielen einladenden Cafés, Bistros und Buvetten am Rhein oder in der Altstadt auf einen Plausch zu treffen.

Die Basler am “Wickelfisch“

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Die Kleinbasler Altstadt bietet mediterrane Stimmung. – Foto: Basel Tourismus

Im Sommer tummeln sich viele Basler nicht nur am, sondern auch im Rhein. Schwimmen im Rhein ist in Basel eine überaus beliebte Sommeraktivität. Man kann an verschiedenen Stellen einfach in den Rhein hineinsteigen und sich von der Strömung treiben lassen. Beim Schwimmen im Rhein spielt in Basel der sogenannte „Wickelfisch“ eine wichtige Rolle. Dieser wasserdichte Schwimmsack ist eine Erfindung aus Basel und wird von den Baslern benutzt, um Kleidung und Wertsachen während des Schwimmens im Rhein trocken zu halten.

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Schwimmen im Rhein mit „Wickelfisch“. – Foto: Basel Tourismus

Der „Wickelfisch“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Basler Stadtbildes. Er ist in verschiedenen Farben und Größen erhältlich und kann gekauft oder ausgeliehen werden. Trotz „Wickelfisch“ sollte man schon ein recht guter (Rhein-)Schwimmer sein und sich auf alle Fälle an die Sicherheitshinweise am Rheinufer halten.

Die Altstadt – Historisches und Modernes

Verlassen wir nun den Rhein und wenden uns der Basler Altstadt zu. Sie gehört mit ihrer architektonischen Vielfalt zu den besterhaltenen und schönsten Europas. Besonders reizvoll ist der Einklang von historischen und modernen Gebäuden. Erkunden lässt sie sich am besten zu Fuß, da viele wichtige Sehenswürdigkeiten nah beieinander liegen.

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Fachwerkarchitektur vom Feinsten in der Basler Altstadt. – Foto: Peer Völz

Vom Ausgangspunkt Marktplatz mit dem großartigen Rathaus kann man fünf verschiedene, farblich unterschiedlich markierte Rundgänge durch Basel unternehmen, die jeweils nach berühmten Basler Persönlichkeiten benannt sind und kann so die Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen.

Prägnantes Rathaus

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Blick von der Dachterrasse des „Märthof“ auf Rathaus und Marktplatz. – Foto: Peer Völz

Das Basler Rathaus ist zweifellos das erste Highlight eines solchen Rundgangs. Es wurde vor etwa 500 Jahren im spätgotischen Stil erbaut. Seine prägnante rote Sandsteinfarbe, sein Turm mit goldenem Zifferblatt und seine kostbaren Wandmalereien machen es zu einem wahren Schmuckstück. Die Malereien, teilweise geschaffen von berühmten Basler Künstlern wie Hans Holbein dem Jüngeren, zeigen Episoden aus der Basler Geschichte, mythologische und Bibelszenen. Heutzutage finden im Rathaus Sitzungen von Kantonsparlament und -regierung statt.

Ein kunstvolles Münster

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist das Basler Münster. Zwischen 1019 und 1500 im romanischen und gotischen Stil erbaut, ist die ursprünglich katholische Kathedrale heute eine reformierte Kirche und beeindruckt durch ihre 63 m hohen, schlanken Türme sowie ihre kunstvollen Dachziegel. Im Innern der prächtigen Kirche stoßen wir wiederum auf wertvolle Wandmalereien von Hans Holbein dem Jüngeren.

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Imposant ragen die Türme des Basler Münsters empor. – Foto: Peer Völz

Wer den Aufstieg auf die 48 Meter hohe Aussichtsplattform nicht scheut, wird mit einem herrlichen Blick über Basel und den Rhein belohnt. Wer nicht ganz so hoch hinaus will oder kann, hat von der an das Münster angrenzenden sogenannten „Pfalz“ ebenfalls einen schönen Blick auf Altstadt und Rhein. Außerdem laden im Sommer dort Bänke unter schattigen Bäumen zum Verweilen ein.

Riesenhafte Roche-Türme

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Die beiden Roche-Hochäuser sind weithin sichtbar. – Foto: Basel Tourismus

Ein modernes architektonisches Wahrzeichen von Basel sind zweifellos die 2015 und 2022 fertgiggestellten Roche-Türme, die die Büroräumlichkeiten des gleichnamigen Pharmakonzerns beherbergen. Mit 205 m und 178 m sind sie die höchsten bewohnbaren Gebäude in der Schweiz. Und zu übersehen sind sie wahrlich nicht, ragen sie doch hoch über die meisten Basler Gebäude auf und dominieren die Skyline auf der rechten Rheinseite.

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Blick auf das Basler Münster und die „Pfalz“ vom rechten Rheinufer aus. – Foto: Karsten-Thilo Raab

Wer die Türme nicht nur von außen in Augenschein nehmen will, kann sich per Internet zu einer immer samstags stattfindenden ca. einstündigen kostenlosen Tour durch den fünfzig Stockwerke hohen Turm 2 anmelden.

Moderne und alte Brunnen

Der Fasnachtsbrunnen von Jean Tinguely auf dem Theaterplatz ist mit seinem fröhlichen Wasserspiel eine der beliebtesten Attraktionen der Stadt. – Foto: Basel Tourismus

Ein modernes Kunstwerk ist der Tinguely Brunnen, den der gleichnamige Schweizer Künstler 1977 auf dem Platz der ehemaligen Bühne des alten Basler Stadttheaters erschaffen hat. Die zehn eisernen, wasserspeienden Figuren sind in stetiger Interaktion miteinander, so wie die Schauspieler und Akteure, die in alter Zeit an dieser Stelle auftraten.

Der gotische Fischmarktbrunnen ist reich verziert. – Foto: Peer Völz

Über 200 Brunnen finden sich in Basel, darunter auch viele historische, kunstvoll verzierte und schmucke Brunnen wie der um 1390 erstellte gotische Fischmarktbrunnen, nicht weit vom Rathaus entfernt.

Älteste Kunstsammlung der Welt

Das Kunstmuseum Basel gehört zu den ersten Museen weltweit und ist die erste öffentliche Kunstsammlung der Welt. Bis ins Jahr 1661 reicht seine Geschichte zurück. Schwerpunkte des Museums liegen auf der Malerei des 15. und 16. Jh., des 19. und 20. Jh. und der zeitgenössischen Kunst. Gemälde ersten Ranges finden sich hier. Zu den berühmtesten zählen Werke von Pablo Picasso, Paul Kleee, Grünewald, Giacometti und Lukas Cranach. Und – wen wundert es – auch wieder von Hans Holbein dem Jüngeren.

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Blick in den Hauptbau des Basler Kunstmuseums. – Foto: Basel Tourismus

Das Kunstmuseum ist das älteste der nahezu 40 Museen in Basel. Diese alle hier vorzustellen, würde bei weitem den Rahmen sprengen. Empfohlen sei aber noch das Museum Turguely direkt am Rhein, das die größte Werksammlung des gleichnamigen Schweizer Künstlers enthält. Und wer es ausgefallener und witziger mag, der wird im Cartoonmuseum Basel auf seine Kosten kommen.

Übernachtungstipp im Herzen von Basel

Der „Märthof“ am Basler Rathausplatz.– Foto: Märthof Basel/Roman Weyeneth

Direkt am Marktplatz in Basel, in unmittlbarer Nachbarschaft des Rathauses gelegen, ist das 4-Sterne Hotel „Märthof“ idealer Ausgangspunkt, um Basel zu Fuß zu erkunden. In nur zwei Minuten erreicht man den Rhein und die Mittlere Brücke, nur fünf Minuten ist das Münster entfernt. Die 68 Zimmer kombinieren Details verschiedener Stilepochen mit moderner Einrichtung und vereinen Design, Komfort und stilvollen Luxus.

Modern designte Zimmer in historischer Umgebung. – Foto: Märthof Basel

Ein besonderes Highlight: Von der nur für Hotelgäste zugänglichen Dachterrasse hat man bei einem Apéro oder Kaffee einen einzigartigen Blick auf Marktplatz, Rathaus und die Dächer der Basler Altstadt.

Essgenüsse

Das, wie der Name verrät, im Stil der Bohème eingerichtete Restaurant „Bohemia“ befindet sich im Erdgeschoss des Hotels „Märthof“ im Zentrum der Altstadt. Innen- und je nach Witterung auch Außengastronomie sind ganzjährig von 6.30 Uhr bis 24 Uhr geöffnet. Schmackhafte hauseigene, saisonale Fisch-, Fleisch- und Gemüsespezialitäten finden sich auf der Karte.

Meeresfrüchte mit Buttarga di Mugine im „Bohemia“ Restaurant. – Foto: Peer Völz

Aber auch, um nur einen Kaffee oder ein Glas Wein zu genießen, ist das „Bohemia“ mit seiner exzellenten Lage direkt am Marktplatz und am Basler Rathaus ein idealer Ort. Im „Bohemia“ treffen sich von morgens bis abends viele Basler sowie ein internationales Publikum. Ein schöner Restaurant-Spot im Herzen von Basel.

Derweil findet sich das unkonventionelle Bistro„LA Restaurant“ unweit der Basler Altstadt, aber ein wenig abseits der Touristenrouten in der St. Johanns-Vorstadt. Salvatore Mantelli und sein Team haben sich einer “Modern Basic Küche“ verschrieben. Das Speisenangebot ist klein, aber fein und konzentriert sich auf Wesentliches. Die Einrichtung ist schnörkellos modern, mit offener Küche und verzichtet auf ornamentale Deko. Das Essen, der Genuss soll die Hauptrolle spielen.

Mit Honig glasierter Porkbelly mit Karotten und Kümmel im „LA Restaurant“. – Foto Peer Völz

Auf der Karte finden sich je nach Saison fantasievolle Kreationen von Kabeljau, Entenbrust oder Schweinebauch. Was aber steckt hinter der Namensgebung „LA Restaurant“? Salvatore Mantelli gibt seinen Gästen gerne Auskunft.


Die Recherchereise wurde von Schweiz Tourismus und dem Hotel Märthof unterstützt.

Peer Völz

lebt in Hannover und findet, dass nicht nur Niedersachsens Landeshauptstadt eine Reise wert ist. Der freie Reisejournalist und Autor schreibt seit 2019 regelmäßig für das Mortimer-Reisemagazin.