Radeln in Oberbayern: Cruisen und strampeln, baden und staunen

Rund um den Chiemsee lässt sich entspannt auf Zweirädern cruisen. (Foto Chiemgau Tourismus)
Rund um den Chiemsee lässt sich entspannt auf Zweirädern cruisen. (Foto Chiemgau Tourismus)

Seen, Flüsse und Moore, klare Bergbäche und verwunschene Auen – das Wasser prägt die Landschaft Oberbayerns mindestens genauso sehr wie die majestätischen Alpen, die die Region im Süden begrenzen. Dank des umfassenden oberbayerischen Radwegenetzes, das vielerorts unmittelbar am kühlenden Nass vorbeiführt, lassen sich die Wasserwelten ganz unbeschwert und umweltfreundlich per Fahrrad erkunden. Ob Rundtour, Themen- oder Fernradweg: Die Regionen zwischen Donau, Lech und Königssee halten spannende Raderlebnisse mit allgegenwärtigem Panoramablick und zahlreichen Einkehrmöglichkeiten bereit.

Immer schön im Fluss bleiben

Mit 2.850 Kilometern ist die Donau der zweitlängste Fluss Europas. Und der einzige unter den Großen, der von West nach Ost fließt. Sie verbindet Kulturen und Traditionen und war stets einer der wichtigsten Handelswege Europas. Im Norden Oberbayerns streift der beliebte Donauradweg die Kulturperle Neuburg an der Donau. Hier empfiehlt sich die Besichtigung des mächtigen, auf einer Anhöhe thronenden Stadtschlosses. Weiter geht es in einer gemütlichen, rund einstündigen Tour, immer am Wasser entlang, nach Ingolstadt. Die Stadt ist bekannt als Heimat des Liebfrauenmünsters und Geburtsstadt des oberbayerischen Reinheitsgebots.

Erfrischende Pause in Oberbayerns Seenwelt. (Foto Chiemgau Tourismus)
Erfrischende Pause in Oberbayerns Seenwelt. (Foto Chiemgau Tourismus)

Von See zu See führt der Bodensee-Königssee-Radweg auf 418 Kilometern von Lindau ins Berchtesgadener Land, wo als Belohnung der berühmte Königssee mit seinem smaragdgrünen Wasser, berauschendem Bergpanorama und der berühmten Wallfahrtskirche St. Bartholomä wartet. Und auch unterwegs müssen die Radsportler nicht auf das quirlige Element verzichten: Die oberbayerischen Etappen führen vorbei am Kochelsee, durchs Tölzer Land, wo die junge Isar türkis glitzert, weiter zu Tegernsee und Schliersee und in einer nächsten Etappe zum bayerischen Meer, dem Chiemsee. In Bad Reichenhall entfaltet das Wasser seine ganze Heilkraft: Hier können die Radler im Gradierwerk reinste Alpensole-Luft atmen, bevor sie die letzte Etappe hinauf zum Königssee antreten.

Hochtäler und malerische Hügel

Wer die Ammer auf ihrem Weg von der Quelle bei Oberammergau bis zum Ammersee und von dort, wo sie zur Amper wird, bis nach Moosburg an der Isar begleiten will, ist auf dem Ammer-Amper-Radweg genau richtig. Von den Bergen ins Voralpenland führt die 200-Kilometer-Route durch eines der schönsten Hochtäler der bayerischen Alpen. Und weiter durch die malerische Hügellandschaft des Pfaffenwinkels, vorbei an Kulturdenkmälern und wechselnden Flusslandschaften. Unterwegs laden, zum Beispiel, Fürstenfeldbruck und Dachau zur kulturellen und kulinarischen Rast.

Unterwegs im Radel-Paradies zwischen Inn und Salzach. (Foto Inn-Salzach Tourismus)
Unterwegs im Radel-Paradies zwischen Inn und Salzach. (Foto Inn-Salzach Tourismus)

Besonders Sattelfeste können in der bayerischen Hauptstadt in den neuen, alpenübergreifenden Radfernweg München-Venezia einsteigen. Die 560 Kilometer lange Strecke ist  in fünf Radwelten unterteilt. Das prägende Element der, durch Oberbayern führenden, ersten Etappe: Das Wasser. Los geht es in München, wo quirlige Stadtstrände die wilde Isar säumen. In der bayerischen Landeshauptstadt hat der Radler die Wahl zwischen zwei Streckenführungen hat. Folgt er weiterhin der Isar, führt die Route über Kloster Schäftlarn und Bad Tölz zum imposanten Sylvensteinstausee.

Wählt er die Tour über den malerischen Tegernsee, locken unterwegs die Kugler Alm mit „Musi“ und Almochsenbraten, der Warngau mit der Wallfahrtskirche Allerheiligen und der aussichtsreiche Wallberg, der ganz bequem mit der Wallbergbahn erklommen werden kann. Am Achenpass führen die beiden Routen dann wieder zusammen und streben dem Tiroler Achensee entgegen.

Vielseitige Touren – von rund bis sternförmig

Der Chiemsee zieht Wassersportler und Radfahrer gleichermaßen in seinen Bann.
Der Chiemsee zieht Wassersportler und Radfahrer gleichermaßen in seinen Bann.

Auch jenseits der regions- und länderübergreifenden Fernradwege bieten die Ferien- und Erholungsziele Oberbayerns zahlreiche Raderlebnisse, Ganz neu und frisch vom ADFC prämiert, ist die Rad-Reise-Region Chiemsee-Chiemgau. Gut beschilderte, familienfreundliche Radwege mit wenig Steigung, anspruchsvolle Mountainbike-Trails, Beach-Cruiser Touren und Sightseeing-Ziele, wie das Märchenschloss Ludwigs II, sowie erfrischende 30 Seen entlang des Wegenetzes machen die Region rund um das bayerische Meer zu einem Geschenk für jeden Radler. Hinzu kommen vielfältige Einkehrmöglichkeiten – vom Biergarten über die Klosterschänke bis zur Strandbar.

Zu den ADFC-geprüften Routen zählen unter anderem die Wasser-Erlebnistour. Aber auich der Chiemsee-Rundweg, die Eiszeit-Runde und die Chiemgauer Schmankerltour. Neben „Ruf-Hol-Bring-Services“ werden auch geführte Touren angeboten. Und an zahlreichen Verleih- und E-Bike-Ladestationen können Pedelecs, Kinderräder und Zubehör ausgeliehen werden.

Radeln von Burg zu Burg

Überaus sehenswert: Wasserburg am Inn mit seiner charmanten Altstadt.
Überaus sehenswert: Wasserburg am Inn mit seiner charmanten Altstadt.

Der Mühldorfer Radlstern konzentriert sich ganz auf das erfrischende Nass rund um Mühldorf am Inn.  Dieser umfasst er sieben verschiedene Routen. Diese verlaufen immer in Wassernähe sternförmig von Mühldorf am Inn aus. Und auch die Bahnlinie ist nie weit entfernt. So können Ausflügler je nach Wetter und Laune eine Strecke auswählen, Teile der Routen abkürzen. Oder mit dem Zug an den Ausgangspunkt zurückfahren. Weitere Informationen unter www.inn-salzach.com.

Eine reizvolle Verbindung zwischen München und Wasserburg am Inn führt durch das idyllische Ebersberger Grüne Land: Der 67 Kilometer lange Panoramaweg Isar-Inn. Er startet an den belebten Ufern der Münchner Isar, durchquert die Stadt Grafing, mit ihrem historischen Marktplatz und den alten Bürgerhäusern, und führt durch kühle Wälder und artenreiche Moore nach Wasserburg. Weite Landschaften und imposante Alpenpanoramen prägen die abwechslungsreiche Strecke.

Am Ziel angekommen lohnt ein Spaziergang auf dem, von ortsansässigen Künstlern gestalteten Hochwasserdamm, der Wasserburg entlang der Innschleife säumt, oder eine Führung durch die mittelalterliche Stadt mit ihren historischen Gebäuden und überlieferten Geschichten. Wer einfach nur rasten und die Atmosphäre der Stadt auf sich wirken lassen möchte, findet zudem zahlreiche Cafés und Restaurants am Zielort vor.