Palazzo: Genuss mit Artistik und Klamauk

Palazzo
Palazzo verbindet Akrobatik mit exquisiten genüssen. – Foto: Honza Klein

„Im Leben gibt’s Momente, da fühlt man sich wie eine Ente“, reimte Hans-Peter Wodarz, als er vor wenigen Tagen wieder einmal im Palazzo-Zelt neben dem Berliner Bahnhof Zoo steht. Zum nunmehr 15 Mal startet dort die eine sinnlich, unterhaltsam, verrückte, kulinarisch, genussreiche Show. „Ghosts & Ducks“ so der Titel in diesem Jahr. Ein wenig Rocky Horror, ein Spritzer Addams Family, dazu großartige Artistik.

Zwischen den Gängen gibt es viel zu bestaunen. – Foto: Honza Klein

Vor gut 40 Jahren hat Gastronom Wodarz das Konzept Eventgastronomie entwickelt. Der Witzigmann-Schüler engagierte in seiner Ente im Lehel (München) und später der Ente vom Lehel (Wiesbaden) Schauspieler, Sänger, Clowns…, die die Gäste neben den kulinarischen Genüssen unterhielten. Später wurde daraus zusammen mit Zirkuslegende Bernhard Paul „Panem et Circenses“, im Anschluss Pomp Duck and Circumstance. Nach einigen Umstruckturierungen heißt es nun seit 2007 Palazzo.

Promi-Auflauf in Berlin

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Von Wowereit bis Hallervorden – viel Prominenz im Palazzo. – Foto: Honza Klein

„Corona hat uns schwer getroffen“, erzählt Wodarz an dessen Seite nun bereits seit zehn Jahren Sternekoch Kolja Kleeberg steht. Und auch nach Corona war es nicht einfach. „Viele Mitarbeiter der Gastronomie haben sich umorientiert und wird immer schwerer Personal zu finden.“ Wodarz erinnert sich noch, dass als er sich als Jungkoch bei Eckart Witzigmann beworben hat, es Dutzende Bewerber gab. Heute fänden selbst Drei-Sterne-Restaurants kaum noch Nachwuchs. Nun ja – aber im Palazzo stehen genug Köche unter der Leitung von Kleeberg am Herd. So dass alle fast 400 Gäste fast zweitgleich ihr Menü und damit eben in Berlin und Stuttgart ihre Ente bekommen. Keine gute Zeit also für das Federvieh.

Beste Unterhaltung ist bei der Dinnershow garantiert. – Foto: Honza Klein

In Berlin gab es am Premierenabend einen runden Tisch der (ehemaligen) Regierenden Bürgermeister. Da versammelten sich Walter Momper, Klaus Wowereit, Michael Müller und Kai Wegner. Alle genossen den Abend. Angesichts der politischen Weltlage erinnerte Wodarz daran, dass noch 2019 an eben jenem Tisch auch der israelische, russische und ukrainische Botschafter beisammen saßen, weil auch aus ihren Ländern Künstler dabei waren. Kultur verbindet eben.

Gigantischer Aufwand

Das Show-Ensemble sorgt für Stimmung beim Dinner. – Foto: Honza Klein

Auch in diesem Jahr besteht das Palazzo-Team wieder aus 24 Nationen. 70 Mitarbeiter sind es insgesamt. Noch mehr Zahlen?! 69.837 Kerzen werden in der Saison pro Zelt verbraucht, dazu 140 Lüster, 6.000 Meter Kabel werden verlegt und jeder Servicemitarbeiter läuft etwas 14 Kilometer pro Abend. All dies nun bis März an fünf Standorten mit bekannten Köchen, die jeder ein eigenes Menü kreierten: Hamburg (Cornelia Poletto/Beef), Nürnberg (Alexander Herrmann/Kalbsrücken), Stuttgart (Harald Wohlfahrt/Ente), Wien (Toni Mörwald/ Rindsbackerl). Weitere Informationen unter www.palazzo.org.