Von 12. März 2020 Mehr →

Thailand: Zügig unterwegs im Land des Lächelns

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Ein besonders geschichtsträchtiges Stück Eisenbahngeschichte in Thailand markiert die Death Railway in Kanchanaburi. – Foto TAT

Auch wenn man mit dem Flugzeug und oft selbst mit dem Bus schneller unterwegs ist, lohnt sich eine Zugfahrt durch Thailand: In aller Ruhe durchs Land fahren, während draußen die Landschaft vorbeizieht und mit bahnfahrenden Locals in Kontakt kommen, das sind nur zwei lohnenswerte Besonderheiten. Im Gegensatz zu den Langstreckenbussen ist es zudem wesentlich komfortabler und mit dem Nachtzug wachen Gäste morgens erholt am Zielort in der neuen Stadt auf.

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Das Streckennetz im Land des Lächelns ist gut ausgebaut und dicht. – Foto TAT

Das Streckennetz in Thailand verbindet auch abgelegene Ecken des Landes mit Bangkok; ob Chiang Mai oder Surat Thani, die vier Hauptlinien führen nach Norden, Süden, Nordosten und in den Osten Thailands – natürlich mit jeder Menge Zwischenstopps. Insgesamt 4500 km Streckennetz werden von den Zügen der State Railway of Thailand befahren. Neben den Langstrecken bieten auch kürzere Strecken eine spannende, alternative Reisemöglichkeit: In nur etwas mehr als einer Stunde fährt der Zug von Bangkok in die historische Stadt Ayutthaya, in circa zwei Stunden ins älteste Seebad Thailands in Hua Hin.

40 Stunden Luxus

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Die River Khwae Bridge wird auf der Fahrt durch Kanchanaburi überquert. – Foto TAT

Luxuriös im privaten Eastern & Oriental Express von Bangkok nach Singapur oder Malaysia reisen oder in den Zügen der State Railway mit erster, zweiter und dritter Klasse – bei den thailändischen Zügen ist für jedes Budget etwas dabei. Eine Fahrt im Eastern & Oriental Express vergisst man nicht so schnell: Von Bangkok bis Singapur ist man circa 40 Stunden unterwegs, drei Nächte im luxuriösen Zugabteil, Frühstück in der Kabine, 3-Gänge Lunch, Nachmittags-Tee und 4-Gänge-Abendeessen. Der Express ist zudem der einzige Zug, in dem Alkohol erlaubt ist, und so werden Gäste mit Wein und Spirituosen versorgt. Die Abteile versprühen den Charme der 1930er Jahre, bieten aber gleichzeitig modernen Komfort.

Fliegende Händler in der Holzklasse

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Die Händler brauchen starke Nerven auf dem Rom Hup Markt in Mae Klong. – Foto TAT

Die dritte Klasse der State Railway of Thailand ist zwar deutlich weniger luxuriös, dafür sorgen die offenen Fenster für frischen Fahrtwind und eine gute Aussicht auf die vorbeiziehende Landschaft. Ein absolutes Highlight sind die Händler, die hier durch die Gänge laufen und die Reisenden mit typischen Köstlichkeiten versorgen. In der zweiten Klasse sitzen die Gäste komfortabler und kommen in den Genuss einer Klimaanlage, zudem gibt es Schlafsitze. In der ersten Klasse sorgen private Kabinen für Paare oder Alleinreisende mit Schlafplätzen, Waschbecken und Klimaanlage für luxuriöses Reisen.

Eine Strecke mit Geschichte: Death Railway

Die Death Railway schlängelt sich am berühmten Kwai River über die Krasae Brücke. – Foto TAT

Zusätzlich zu den regulären Zugstrecken gibt es einige außergewöhnliche Highlights, so zum Beispiel die „Death Railway“. Gebaut wurde die Strecke während des zweiten Weltkriegs vom japanischen Militär: Fast 16.000 Kriegsgefangene und 100.000 Zwangsarbeiter starben während des Baus der 415 Kilometer langen Strecke an Krankheiten oder Überarbeitung und sorgten so für den schaurigen Namen der Route. Heute ist ein Großteil der „Death Railway“ geschlossen, lediglich die circa zweieinhalbstündige Strecke von Kanchanaburi nach Namtok Sai Yok ist weiterhin befahrbar: Durch tropische Wälder und entlang des wilden Kwai Noi Rivers ist es eine wahrlich spektakuläre Fahrt. Es lohnt sich für eine Nacht in Kanchanaburi zu bleiben, bevor man die Rückreise antritt, und dort im Kriegsmuseum mehr über die lokale Geschichte zu lernen und vor allem ein Abendessen in einem der Restaurants an dem Fluss zu genießen, der durch den Oscar-prämierten Film von 1957 „Die Brücke am Kwai“ bekannt wurde.

Shoppen auf den Gleisen

Beliebtes Fotomotiv: Der Rom Hup Market in Mae Klong. – Foto TAT

Ein aufregendes Spektakel ist auf dem Railway-Markt in Mae Klong zu beobachten: Seit Jahrzehnten schon findet hier ein Markt auf den Schienen statt, achtmal pro Tag fährt allerdings ein Zug hindurch. Sobald dieser sich mit lautem Hupen ankündigt, ziehen die Händler ihre Stände routiniert von den Gleisen, klappen die Planen, die zum Schutz vor Sonne und Regen dienen, ein und warten am Rand der Gleise, während der Zug sich langsam vorwärts bewegt – nur wenige Zentimeter von Händlern, Besuchern und der Ware entfernt! So außergewöhnlich ist dieses Erlebnis, dass sich inzwischen auch immer häufiger Touristen hierher verirren und zwischen Obst, Gemüse und Garküchen auf den durchfahrenden Zug warten.

Auf dem Weg Richtung Morgen

Sprichwörtlich auf dem Holzweg befindet sich manche Bahnlinie in Thailand. – Foto TAT

Über Nacht von Bangkok nach Chiang Mai lohnt es sich in der ersten oder zweiten Klasse einen Schlafplatz in Anspruch zu nehmen. Während die Sonne langsam aufgeht, rollt der Zug in Richtung der Berge und Wälder im Norden Thailands. Auf dem Weg dorthin macht er einige Stopps, die durchaus für Zwischenstationen auf der Reise genutzt werden können. Frühmorgens können Gäste in Lampang aussteigen, eine historische Stadt, die trotz ihres kulturellen Reichtums, der gut erhaltenen Tempel und der architektonischen Bauwerke noch wenige Besucher hat. Ein weiterer Halt liegt nahe dem Eingang zum Doi Khun Tan Nationalpark: Von der Bahnstation ist er nur einen Kilometer entfernt und bietet eine wundervolle Kulisse für Naturliebhaber. Weiter nach Chiang Mai geht es dann einfach einige Tage später – der Weg ist das Ziel! Mehr unter www.thailandtourismus.de.

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