Sturm und Stille: Die kalte Jahreszeit auf Amrum

Wer im Herbst oder Winter Amrum besucht, begegnet stundenlang keiner Menschenseele. (Foto: djd)
Wer im Herbst oder Winter Amrum besucht, begegnet stundenlang keiner Menschenseele. (Fotos: djd)

Die Tage sind kürzer, aber voller Licht- und Wolkenspielen – wer im Herbst die Nordseeinsel Amrum besucht, kann stundenlang durch unberührte Naturlandschaften wandern, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen. Stille und Einsamkeit herrschen vor. Nur unterbrochen von den Rufen der Zugvögel, die im Wattenmeer vor ihrer großen Reise noch einmal auftanken.

Auf Tuchfühlung mit der Natur

Nach Regen kommt schnell die Sonne wieder - und mit ihr kommen die Regenbogen.
Nach Regen kommt schnell die Sonne wieder – und mit ihr kommen die Regenbogen.

Im Herbst entfaltet Amrum einen ganz besonderen Reiz: Künstler und Fotografen schätzen diese Zeit, um Motive für neue Bilder zu finden. So bildet die Heide einen schönen Kontrast zum Wald und der gelblichgrünen Geestlandschaft. Naturliebhaber wandern auf Bohlenwegen quer durch die Dünen bis zum kleinen Leuchtturm oder zu einem der vielen anderen Aussichtspunkte. Von hier aus reicht der Blick über den weiten Kniepsand und die schäumende Brandung bis zu den Halligen und den Nachbarinseln Sylt oder Föhr.

Die Tage sind kürzer, aber voller Licht und Wolkenspiele.
Die Tage sind kürzer, aber voller Licht und Wolkenspiele.

Wer sich mehr Einblicke in die Flora und Fauna des Wattenmeeres wünscht, schließt sich geführten Wanderungen an, macht noch bis Ende Oktober mit einem Ausflugsschiff eine Tour zu den Seehundbänken oder wandert mit einem Wattenführer übers Meer zur Insel Föhr – ein ganz besonderes Erlebnis gerade im Herbst und Winter.

Fantastische Naturschauspiele

Im November beginnt die Zeit der Stürme. Wenn atlantische Tiefausläufer den „blanken Hans“, wie die stürmische Nordsee auch genannt wird, entfesseln, kann es passieren, dass der breite Kniepsand bis an die Dünenkante überspült wird und ein fantastisches Naturschauspiel bietet. Regenschauer gehen schnell vorüber und schon bald zeigt sich die Sonne wieder. Mit etwas Glück bilden sich Regenbogen, die Nordsee und Wattenmeer miteinander zu verbinden scheinen.

Wetterlagen mit Minusgraden und Ostwind sind erst im Januar und Februar zu erwarten. Durch die Gezeiten dauert es aber eine Weile, ehe sich am Strand Eisschollen bilden, die von heftigen Winden mancherorts zu regelrechten Eisbergen aufgetürmt werden. Bevor Anfang März die ersten Zugvögel zurückkehren und die stille Jahreszeit beschließen, feiern Insulaner und ihre Gäste am 21. Februar das traditionelle Biakefest, bei dem große Feuer am Strand bis spät in die Nacht hinein von Insel zu Insel grüßen.

Zwischensaison zu Weihnachten und Neujahr

Zwischen Weihnachten und Neujahr - wenn es sogar mitunter schneit - erwacht Amrum für kurze Zeit wieder aus dem "Winterschlaf".
Zwischen Weihnachten und Neujahr – wenn es sogar mitunter schneit – erwacht Amrum für kurze Zeit wieder aus dem „Winterschlaf“.

Zwischen Weihnachten und Neujahr erwacht Amrum für kurze Zeit wieder aus dem „Winterschlaf“. Kurzurlauber strömen auf die Insel, weil sie das neue Jahr besinnlich und leise begrüßen wollen. Denn Feuerwerk ist aufgrund der reetgedeckten Friesenhäuser auf der Insel verboten. Dafür wandern am Silvesterabend die „Hulken“, verkleidete Insulaner, von Haus zu Haus und um Mitternacht werden die Glocken geläutet. Dann trifft man sich vor der St. Clemens-Kirche im Friesendorf Nebel oder im Zentrum von Norddorf, um ins neue Jahr zu hinein zu feiern. Unter www.amrum.de gibt es mehr Informationen. (djd).

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G. Schröder

ist seit Kindestagen mit dem Reisevirus infiziert und bringt sich seit Jahr und Tag mit großem Engagement als gute Seele hinter den Kulissen in das Mortimer Reisemagazin ein.