Närrisches Griechenland: Karnevalstraditionen von Mehl-Schlachten bis zu Fruchtbarkeitsfesten

Eine der spektakulärsten Karnevals-Veranstaltungen in Griechenland: die Mehl-Schlacht  in Galaxidi. (Foto: Lentina)
Eine der spektakulärsten Karnevals-Veranstaltungen in Griechenland: die Mehl-Schlacht in Galaxidi.

In Griechenland stehen die Tage bis zur Fastenzeit – wie in Deutschland – ganz im Zeichen von Karneval mit bunten Festen, pompösen Umzügen und ausgefallenen Traditionen. Von Veranstaltungen über mehrere Wochen in der „Hauptstadt des Karnevals“ Patras über „Burani“, den Tag der Liebe, bis zu den „Mehlkriegen“ von Galaxidi ist die Feierstimmung im ganzen Land spürbar. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist traditionell der Rosenmontag, dieses Jahr am 3. März 2014. Die Mittelmeerdestination zeigt mit diesen Bräuchen eine unbekannte Seite und präsentiert sich farbenfroh, festlich und lädt Gäste wie Einheimische zum Mitfeiern ein.

Das größte Event seiner Art in Griechenland ist der Patras Karneval, der seit mehr als 160 Jahren besteht. Die Feierlichkeiten beginnen am 17. Januar 2014 und enden am Rosenmontag. Zahlreiche Bälle, Paraden, Schatzsuchen und Umzüge für Kinder sowie viele farbenfrohe Feste versetzen die ganze Stadt wochenlang in Feierlaune. Das große Finale bildet der Sonntagsumzug am 2. März 2014 mit Wägen und Tanzgruppen, dessen Ende die feierliche Verbrennung der Puppe des „Karnevalkönigs“ in der Werft des Hafens von Patras ist. Der Karnevalkönig repräsentiert böse Geister, die durch die Verbrennung vertrieben werden sollen.

Der griechische Karneval steht dem närrischen Treiben in Deutschland und Österreich kaum nach.
Der griechische Karneval steht dem närrischen Treiben in Deutschland und Österreich kaum nach.

Ein Brauch mit Spaßgarantie ist „Alevromoutzouroma“ – die sogenannte Mehl-Schlacht in der Stadt Galaxidi an der Südküste des griechischen Festlands. Am Rosenmontag verteilen die Veranstalter dort weißes und gefärbtes Mehl an alle Besucher und Einheimische, die sich zudem die Gesichter mit Holzkohle bemalen. Um Punkt zwölf Uhr beginnt die wilde Mehl-Schlacht, die erst dann zu Ende ist, wenn alle Teilnehmer ihre „Munition“ verschossen haben. Dieses Brauchtum hat seinen Ursprung von „Clowns“, die bei mittelalterlichen Pferdeturnieren mit schwarz bemalten Gesichtern für Unterhaltung sorgten.

Ein etwas frivoles, aber nicht weniger unterhaltsames Fest ist der Tyrnavos Karneval in Thessalien in Mittelgriechenland, der über einen Monat dauert. Am bekanntesten ist der Ort für die „Burani“-Tradition, die am Rosenmontag für Aufsehen sorgt, da sie als Tag der Liebe und Sinnlichkeit – inklusive kleiner und großer Phallussymbole – gefeiert wird. Damit ehren sie Dionysos, den Gott der Fruchtbarkeit und der Ekstase. Die Regierungen haben in der Vergangenheit bereits versucht, den Karneval zu verbieten, aber die Bewohner von Tyrnavos haben sich dafür eingesetzt die Tradition zu erhalten.

Ein farbenfroher Massenmagnet ist der Xanthi Karneval. (Fotos Marketing Greece)
Ein farbenfroher Massenmagnet ist der Xanthi Karneval. (Fotos Marketing Greece)

Die engen Straßen von Skyros, einer Insel der Nördlichen Sporaden, erwachen zur Faschingszeit mit dem Klang von Ziegenglocken zum Leben. Dann ziehen Männer mit um die Taille gebundenen Glocken umher und läuten wortwörtlich an den Wochenenden vor dem Rosenmontag die bunte Jahreszeit ein. Sie verkörpern „Geros“, einen alten Mann, der einen schwarzen Umhang mit Kapuze und eine weiße gewebte Hose trägt und Unruhe stiften will. Sie ziehen durch die Straßen, führen Tänze auf und veranstalten dabei so viel Lärm wie möglich.

Kulinarische Köstlichkeiten und griechischer Wein stehen im Fokus des Xanthi Karnevals im Nordosten des Landes. Dort zieht außerdem eine prächtige Parade durch die Straßen und tausende Jecken tanzen und feiern die ganze Nacht zur Musik. Die Stadt Rethymno auf Kreta veranstaltet auch eine Reihe an unterhaltsamen Feiern zur närrischen Zeit. Während bei den Kostümen ein venezianischer Einschlag unverkennbar ist, sind die ausgelassenen Feste zweifelsohne kretischer Natur.