Auf zwei Rädern am Mittelmeer entlang

Radeln am Mittelmeer. Auf beiden Seiten sind Salzseen während auf der Landzunge zwischen Narbonne und Port-la-Nouvelle auch der Canal de la Robine verläuft. – Foto: O. Octobre / ADT Aude

Die Mittelmeer Route, Eurovelo 8 von Cadiz bis Izmir, ist mit 7.500 Kilometern selbst für geübte Radler ein Lebensprojekt. Umso mehr lädt sie ein, einzelne Abschnitte zu entdecken. Im Département Aude ist die Strecke von der Lebensart des Midi geprägt. Auf Treidelpfaden entlang der Kanäle erkunden Radler römisches Kulturgut und genießen das Idyll der südfranzösischen Landschaft.

Die Römerstadt Narbonne lädt mit dem einzigartigen Kulturgut ein und verführt auch zum lockeren Flanieren. Weiter geht es den schönsten Stränden entlang bis Leucate. Hier ist eine Badepause fast Pflicht, während sich Feinschmecker eine Austernpause in einem Strandrestaurant nicht entgehen lassen sollten.

Gemütlich auf Treidelpfaden radeln

Amphorensammlung in Amphoralis. – Foto: c2m lezbroz/T. Verneuil /ADT Aude

Dieses kurze Stück von etwa acht Kilometern ist eigentlich in einer halben Stunde geschafft. Die gemütlichen Treidelpfade entlang des Canal de Midi und des Canal de Jonction laden unweigerlich zum Verweilen ein, so dass man sicherlich mehr Zeit einrechnen sollte. Inmitten der Strecke lädt die antike Ausgrabungsstätte Amphoralis zu Entdeckungen ein. Sie wurde 1976 freigelegt und ist eine antike Werkstatt für Töpferwaren. Zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert stellte man hier am Laufband Weinamphoren her.

Aber auch Baumaterialien wie Haus- und Dachziegel sowie Essgeschirr. Während das Museum einzelne Exponate ausstellt und Erklärungen zur Stätte gibt, stößt man im Park auf einen alten Brennofen und eine gallo-romanische Siedlung, die aus den Ruinen nachgebildet wurden. Zudem gibt es einen nachgebildeten Kräutergarten und ein Arboretum mit Gehölzen, die zum Einfeuern der Öfen genutzt wurde. Mehr Infos über Amphoralis unter www.narbovia.fr

Entlang des Canal de la Robine

Die bewohnte Brücke aus der Römerzeit in Narbonne. – Foto: R. Fresquet/ADT Aude

Weiter geht es in Richtung Narbonne. Der Canal de Jonction mündet dabei in die Aude, woraus sich wiederum der Canal de la Robine speist. Er läuft in Richtung Meer und verbindet Narbonne mit dem Mittelmeer. Die Ufer sind nicht nur beliebte Flaniermeile, sie sind auch mit Marktständen und regelmäßigen Festivitäten belebt. Narbonne selbst bezieht sich auf eine 2500 Jahre alte Vergangenheit. Die Stadt war die erste römische Siedlung im damaligen Gallien. Als Stadt der Kunst und Geschichte treffen Besucher auf ein faszinierendes römisches Kulturerbe, aber auch die mächtigen Erzbischöfe hinterließen monumentale, mittelalterliche Bauten.

Vor allem die unfertige, aber mächtige Kathedrale und der Bischofspalast zeichnen das Stadtbild. Die regionale Gastronomie entdecken Hungrige in der belebten Markthalle, wo man nicht nur einkauft, sondern auch einkehrt und manchmal Kochkursen beiwohnt. Den Geheimnissen der antiken Stadt Narbo Martius kommen Geschichtsliebhaber im 2021 eröffneten Museum Narbo Via auf die Spur. Es liegt am östlichen Ufer mitten in der Stadt und stellt auf 3.200 Quadratmetern eine unglaubliche Sammlung an Fragmenten aus der römischen Zeit. Mehr Infos über Narbonne unter www.audetourisme.com

Zwischen den Meeren

Kurz vor Port-la-Nouvelle entlang des Canal de la Robine. – Foto: O. Octobre/ADT Aude

Auf dem Streckenabschnitt zwischen Narbonne und dem Städtchen Port-la-Nouvelle entdecken Radler die typische Lagunenlandschaft der Küste des Languedoc. Ab etwa der Hälfte der Route verläuft der Canal de la Robine auf einer Landzunge, die wie eine faszinierende Laune der Natur erscheint. Denn das Streifchen Land ist von den beiden Salzseen „Etang de Bages et de Sigean“ und dem „Etang de l’Ayrolles“ umgeben. Kurz vor dieser Landzunge hat man die Gelegenheit, einen Abstecher nach Gruissan einzuschlagen.

Der Kultfilm aus den Achtzigern, „Betty Blue – 37,2 Grad am Morgen“, machte den Strand von Gruissan mit seinen Pfahlhäusern weltweit bekannt. Naturliebhaber stoßen im Naturreservat Ste-Lucie auf die alten Salinen, die heute der natürliche Lebensraum von vielen Vogelarten ist. Einladend für ein Päuschen sind auch die langgezogenen Sandbänke – unbedingt die Badehose einpacken! Aber auch die Strände von Port-la-Nouvelle sind ein krönender Etappenschluss mit Charme. Die ganze Strecke ist knapp 24 Kilometer lang und jedenfalls an Schönheit kaum zu überbieten. Mehr zu Port La Nouvelle unter www.audetourisme.com

Die schönsten Strände

Die große Klippe von Leucate per Rad erkunden. – Foto: B. Larribere/ADT Aude

Zwischen Port-la-Nouvelle und La Franqui ist ein Stück der Mittelmeerroute vorerst nur mit dem Regionalzug TER befahrbar. Von hier aus erreicht man direkt den Strand von La Franqui, ein absoluter Hot-Spot der Kite-Surfer. La Franqui selbst ist das älteste Seebad dieser Region, das mit den alten Villen viel Vintage Charme bietet. Das perfekte „Planschbecken“ für Familien findet sich hingegen im flachen Meer von La Palme, der „Plage de Rouet“. Weiter geht es durch das Städtchen Leucate und entlang der Strandbänke zwischen Mittelmeer und dem Salzsee „Etang de Leucate“.

Wer gerne mal über dem Wasser marschiert, kann sich diesen Wunsch bei einem Spaziergang auf den Pontons am Kyklos-Strand in Port Leucate erfüllen. Austernliebhaber sollten in einem Strandrestaurant die Caramoun-Austern degustieren. Sie gedeihen in Tischkultur, die hier mit künstlichen Tiden kultiviert werden. Die Austerntische steuert man mit dem Smartphone und tauchen ins Wasser getaucht oder werden herausgezogen. Die Caramoun-Auster weist festeres Fleisch auf und ist intensiver im Geschmack. Infos zu Leucate unter www.audetourisme.com

Mortimer

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