Von 1. Februar 2015 Mehr →

Dolma, Pilaw und Baklava  – ein kulinarischer Streifzug durch Aserbaidschan

Pilaw, das aserbaidschanische Nationalgericht, darf bei keinem Fest fehlen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Pilaw, das aserbaidschanische Nationalgericht, darf bei keinem Fest fehlen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die aserbaidschanische Gastfreundschaft spiegelt sich besonders in der fürstlichen Bewirtung der Gäste wieder. Besuchern der Kaukasusrepublik wird überall köstliches Essen in ausreichender Menge serviert – von Kebab über Dolma und Pilaw bis hin zum berühmten Baklava. Durch seine Lage am Übergang von Europa zu Asien vereint die Küche Aserbaidschans Einflüsse aus Orient und Okzident. Die klimatische Vielfalt – neun von elf weltweit vorherrschenden Klimazonen befinden sich in Aserbaidschan – trägt ebenfalls zum abwechslungsreichen Speiseplan des Landes bei, in dem frisches Gemüse und Obst einen hohen Stellenwert haben. Dem Granatapfel – König der Früchte – wird sogar ein eigenes Fest gewidmet.

Berühmtestes Gericht ist fraglos Pilaw. Mehr als fünfzig Arten des Reisgerichts werden in Aserbaidschan zubereitet. Pilaw gilt als die Krönung aller Speisen und ist ein Muss an jeder Festtafel. Neben Safran kommen je nach Art getrocknete Früchte, Rosinen, Kichererbsen, Fleisch und Nüsse in den Reis. An der Zubereitung des Pilaws wurde in der Vergangenheit das kulinarische Können von Bräuten gemessen. Jede Frau versuchte dabei, das Grundrezept durch geheime Zutaten zu verfeinern. Diese Familienrezepte werden auch heute noch von Generation zu Generation weitergegeben.

Aserbaidschan

Dolma, mit Hackfleisch gefüllte Weinblätter, erfreuen sich in Aserbaidschan großer Beleibtheit. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch in Aserbaidschan liegt die Grillhoheit bei den Männern. Für die Kebabs – Fleisch auf langen Spießen – wird gerne Hammel, Ziege, Kalb oder Geflügel verwendet. Zum Fleisch werden verschiedenen Soßen und Gewürze gereicht. Aber nicht nur Fleisch, auch Auberginen, Tomaten oder Kartoffeln werden am Spieß gegrillt und oft zu leckeren Beilagensalaten verarbeitet.

Tee wird in Aserbaidschan oft stilecht im Samovar zubereitet. (Foto Karsten-Thilo Rab)

Tee wird in Aserbaidschan oft stilecht im Samovar zubereitet. (Foto Karsten-Thilo Rab)

Dolma ist weit über die Grenzen des Kaukasus ein beliebtes Gericht: vom Mittelmeerraum über den Balkan bis in den Fernen Osten trifft man auf verschiedenste Versionen der Speise, die in vielen Ländern als „Nationalgericht“ angesehen wird. Die aserbaidschanische Variante besteht zumeist aus mit Hackfleisch gefülltem Gemüse (Auberginen, Tomaten, Paprika) oder in Weinblätter gewickeltes Hackfleisch. Auch Maulbeerbaumblätter werden für die Zubereitung benutzt. Dazu wird eine Joghurtsoße mit Knoblauch gereicht.

Zum Abschluss eines jeden Essens wird Tee getrunken. Traditionell wird dieser aus dem Samovar serviert. Schon beim Eingießen wird deutlich, dass Teetrinken in Aserbaidschan regelrecht zelebriert wird. Oft wird der herbe Tee mit Baklava oder süßer Marmelade gereicht und ersetzt so den Zucker. Jede Region des Landes hat seine eigene Baklava-Spezialität. Das Beste, so sagt man, wird in Sheki hergestellt.

Die verschiedenen Klimazonen bescheren dem kleinen Land einen wahren Obstsegen. Von knackigen Äpfeln über saftige Naktarinen und Pflaumen bis hin zu Melonen, Zitrusfrüchten und Granatäpfeln bieten die Märkte des Landes je nach Saison eine riesige Auswahl. Dem Granatapfel – dem König der Früchte – ist im sonst recht verschlafenen Ort Goychay in Zentralaserbaidschan im November ein eigenes Fest gewidmet. Das besondere Mikroklima und die fruchtbaren Böden der Region begünstigen den Anbau der Grenadine.

Allgemeine Informationen: Aserbaidschan Tourismusbüro, c/o Aviareps Tourism GmbH, Josephspitalstraße 15, 80331 München, Telefon 089-552533836 , aserbaidschan@aviareps.com, www.aserbaidschan-tourismus.de

Süß, mächtig und sehr populär: Baklava, eine asrebaidschanische Spezialität, für die vor allem Sheji bekannt ist. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Süß, mächtig und sehr populär: Baklava, eine asrebaidschanische Spezialität, für die vor allem Sheji bekannt ist. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Lage: Aserbaidschan liegt in Vorderasien zwischen dem Kaspischen Meer und dem Kaukasus. Es grenzt im Norden an Russland, im Nordwesten an Georgien, im Süden an den Iran und im Westen an Armenien sowie über die Exklave Nachtischewan an die Türkei. Vor der Unabhängigkeit 1991 war Aserbaidschan ein Teilstaat der Sowjetunion. Die Gesamtbevölkerung beträgt neun Millionen, wovon zwei Millionen in der Hauptstadt Baku leben.

Anreise: Lufthansa fliegt viermal wöchentlich direkt von Frankfurt am Main nach Baku. Turkish Airlines bieten von fast allen größeren deutschen Flughäfen tägliche Verbindungen via Istanbul nach Baku an. Der Preis für Hin- und Rückflug liegt im Mittel bei 600 Euro. Gobustan liegt rund 70 Kilometer südwestlich von Baku und ist von dort mit der Buslinie 195 oder einem Mietwagen bequem zu erreichen.

Zeitverschiebung: Im Sommer ist Aserbaidschan der mitteleuropäischen Zeit drei Stunden, im Winter vier Stunden voraus.

Währung: Zahlungsmittel ist der Manat (AZN). Ein Manat entspricht etwa einem Euro. Die Münzen tragen den Namen Qəpik (Gepik).

Frisches Obst gibt es in Aserbaidschan an nahezu jeder Straßenecke. Da dient auch schon mal der Kofferraum als Verkaufsraum. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Frisches Obst gibt es in Aserbaidschan an nahezu jeder Straßenecke. Da dient auch schon mal der Kofferraum als Verkaufsraum. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Sprache: Offizielle Landessprache ist Aserbaidschanisch. Russisch ist aufgrund der sowjetischen Vergangenheit noch immer weit verbreitet. Mit Englisch kommt man außerhalb von Baku eher schwer zurecht. Durch die Gastfreundschaft der Menschen können Reisende sich aber gut mit Händen und Füßen verständigen. Geschrieben wird in Anlehnung an das Türkische – in lateinischer Schrift. Zuvor war das kyrillische Alphabet in Benutzung. Durch die Transkription ins lateinische Alphabet gibt es oft verschiedene Schreibweisen, was gerade bei Ortsnamen manchmal zu Verwirrung führen kann.

441249_2Tipp: Die schönsten Impressionen aus der Region hat Autor Karsten-Thilo Raab unter dem Titel „Faszination Aserbaidschan“ in einem Wandkalender zusammengestellt. Erhältlich ist dieser in den Formaten A2 bis A5 je nach Größe für 18,90 bis 49,90 Euro im Buchhandel sowie unter anderem bei Amazon oder im Kalendershop des Mortimer Reisemagazins.

Archiviert unter Aserbaidschan, Asien, Genuss