Von 26. Juni 2014 Mehr →

Zwischen Yak und Jurte – Faszination Mongolei

In der Mongolei leben noch heute Tausende als Nomaden in kreisrunden Jurten.

In der Mongolei leben noch heute Tausende als Nomaden in kreisrunden Jurten. (Foto Karl Moor)

Zu den vorwiegend weißen Flecken auf der touristischen Landkarte gehört zweifelsohne die Mongolei. Gleichwohl möchte das asiatische Land, das mit einer Fläche von 1,56 Millionen Quadratkilometern etwa viereinhalb mal so groß wie das gerade einmal gut 357.000 Quadratkilometer große Deutschland ist, stärker in den touristischen Fokus gelangen. Nicht von ungefähr wird sich die Mongolei daher im Jahre 2015 als Partner der weltgrößten Reisemesse, der Internationalen Tourismusbörse (ITB), vom 4. bis 8. März in Berlin präsentieren.

Mongolin in farbenträchtiger Landestracht. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Mongolin in farbenträchtiger Landestracht. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Wir sind bestrebt, die Mongolei als lohnenswertes Reiseziel stärker publik zu machen“, konstatierte dann auch Altangerel Purev, Tourismusminister der Mongolei, bei der Bekanntgabe des ITB-Partnerlandes. Gleichzeitig unterstrich der Staatsdiener die große landschaftliche Vielfalt des dünnbesiedelten asiatischen Binnenstaates, der mit Russland und China nur zwei direkte Nachbarn zählt. In der unabhängigen Republik leben lediglich 3,18 Millionen Menschen und damit deutlich weniger als in Berlin. Während in Deutschland rein rechnerisch 226 Menschen auf einem Quadratkilometer leben, sind es in der Mongolei nur 2,03 Einwohner. Doch die Mongolei ist nicht nur reich an Fläche, sondern auch an Bodenschätzen – darunter Kohle, Kupfer, Uran, Erdöl, Gold, Silber, Zink und Diamanten.

Dass von diesem Reichtum bislang nur wenig Gebrauch gemacht wurde, liegt sicher auch an der mangelnden Infrastruktur. Nur etwa 2.500 Kilometer des Straßennetzes sind asphaltiert. Wichtigster Transportweg ist das Schienennetz der transmongolischen beziehungsweise transsibirischen Eisenbahn. Und mit dem Chinggis Khaan International Airport verfügt das Land lediglich über einen einzigen internationalen Flughafen unweit der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator).

Etwa ein Drittel der Landesfläche wird von Hochgebirgen eingenommen, vor allem im Norden, Westen und Südosten. Den Süden und Osten dominieren trockene Hochebenen. Die mittlere Landeshöhe liegt bei etwa 1.580 Metern über dem Meeresspiegel, die höchste Erhebung der Mongolei ist der 4.374 Meter hohe Chüiten-Gipfel. Bekanntester Landstrich ist die Gobi, eine fast eine Million Quadratkilometer große Steppenwüste, die in weiten Teilen in der Mongolei liegt. Größte Stadt ist die Kapitale Ulaanbaatar mit gut einer Million Einwohnern gefolgt von der 80.000-Seelen-Gemeinde Erdenet und Darchan mit gut 70.000 Bewohnern.

Eine der Landmarken der Mongolei: Das Tuvkhun Kloster.

Eine der Landmarken der Mongolei: Das Tuvkhun Kloster. (Foto Torbenbrinker)

Reisen ins Land beginnen – sofern man die Mongolei nicht mit der Eisenbahn durchkreuzt – eigentlich immer in Ulaanbaatar, einer Stadt der Gegensätze. Monumentale Paläste prägen ebenso das Stadtbild wie Jurtensiedlungen und Plattenbauten als Relikt der jahrzehntelangen russischen Herrschaft.

Fast an jeder Straßenecke wird das Nationalgetränk Kumyss, gegorene Stutenmilch, feilgeboten. Auch Milchschnaps ist hier und dort zu bekommen. Überhaupt nehmen Milchprodukte neben Fleisch eine führende Rolle in der mongolischen Küche ein, was der Tatsache geschuldet ist, dass in weiten Teilen des Landes kein Ackerbau möglich ist. Entsprechend wird Fleisch häufig getrocknet, gemahlen und bei Bedarf mit heißem Wasser aufgekocht.

Typische Lebensform in der Mongolei: Eine Jurte in der Wüste Gobi.

Typische Lebensform in der Mongolei: Eine Jurte in der Wüste Gobi. (Foto Aineias)

Nicht wenige Einwohner tragen den traditionellen Deel, jenen wadenlangen, seitlich geknöpften Mantel mit Seidenschärpe sowie die typisch mongolischen Stiefel, die Gutul. Viele Einwohner leben noch wie vor Hunderten von Jahren als Vieh haltende Nomaden. Allerdings ziehen sie oftmals deutlich komfortabler durch die Lande als ihre Ahnen. Nicht wenige verfügen über Autos, Motorräder und Fahrräder. Und so ist der Anblick von Hirten mit einer Urga, einer langen Holzstange mit Schlinge, die Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele, Yaks oder Pferde hüten, ein ebenso typischer Anblick wie die kreisrunden Jurten, in denen die Nomaden Zuhause sind. Dabei zeichnen sich die Mongolen durch große Aufgeschlossenheit gegenüber Fremden aus. Was auch daran liegen mag, dass jährlich kaum mehr als 20.000 Touristen den Weg in das zentralasiatische Land finden.

Wichtige Nahrungsquelle in der Mongolei: Die Yak-Rinder.

Wichtige Nahrungsquelle in der Mongolei: Die Yak-Rinder. (Foto He-ba-mue)

Eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten sind die Klosteranlagen von Erdene Dsuu unweit der Stadt Charchorin. Das lamaistische Kloster datiert aus dem 16. Jahrhundert und wurde von Abtai Sain Khan, einem Fürsten der Chalcha-Mongolen, gegründet. Kaum minder faszinierend ist die etwa 60 Kilometer entfernt liegende Klosteranlage Töwchön Chiid auf dem Berg Schiret Ulaan Uul. Die Anlage entstand ab dem Jahre 1653 und wurde 1937 im Zuge antibuddhistischen Ausschreitungen zerstört, dann ab wieder aufgebaut und 1993 wiedereröffnet.

Weitere Informationen unter www.mongolei.de und www.botschaft-mongolei.de.

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