Traumschöne wie geheimnisvolle Moore

Moore
Das Venner Moor im Osnabrücker Land zeigt in der Dämmerung seine schaurig schöne Seite. – Foto: djd/TMN/Markus Tiemann

Ein Spaziergang durchs Moor sorgt noch heute für schaurig schöne Gänsehautmomente. Denn wo Wasser und Land unergründlich ineinanderfließen, steigen mit den mystischen Nebelschwaden auch uralte Spukgeschichten auf. Im Frühjahr kann das geheimnisvolle Moor aber auch freundlich sein: Bis in den Juni hinein wiegen sich unzählige weiße, flauschige Wollhaarbüschel im Wind. Die Wollgrasblüte ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, das in den großen Moorflächen in Niedersachsen besonders gut erlebbar ist.

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Zur Wollgrasblüte tanzen Abertausende weiße Wollhaarbüschel im Wind, hier im Pietzmoor in der Lüneburger Heide. – Foto: djd/Lüneburger Heide/Markus Tiemann

Im zweitgrößten Bundesland liegen fast drei Viertel aller deutschen Hochmoore. „Für unsere Vorfahren waren sie nur lebensfeindliches und nutzloses Land. Deswegen wurden sie Jahrhunderte lang entwässert“, berichtet Meike Zumbrock vom Tourismus Marketing Niedersachsen. „Aber heute erkennt man die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz, da sie große Mengen an Kohlenstoff speichern.“ Vielerorts werden die Moore nun wieder vernässt.

Seltene Tiere und Pflanzen

Über dem Pietzmoor steigt mystischer Nebel auf. – Foto: djd/TMN/Alexander Kaßner

Die geschützten Moorgebiete sind auch wichtige Rückzugsräume für seltene Tiere und Pflanzen. Das 8.000 Jahre alte Pietzmoor bei Schneverdingen gehört beispielsweise zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Lüneburger Heide. Auf dem Moor-Erlebnisweg erzählen zehn Infotafeln vom Werden und Vergehen von Wollgras, Glockenheide, Torfmoos und Sonnentau, vom Leben der Libellen, Moorfrösche, Birkhühner und Sumpfohreulen.

Die flauschigen weißen Büschel sind die Früchte des Wollgrases, hier im Naturschutzgebiet Hahnenmoor bei Herzlake im Emsland. – Foto: djd/TMN/Dieter Schinner

Ein Rundweg auf Bohlenstegen führt durch das einzigartige Naturschutzgebiet, ideal auch für ungeübte Wanderer und Familien mit Kindern. Noch urtümlicher sind Wander- und Radtouren durch die größten deutschen Moorflächen, etwa im Naturpark Moor-Veenland an der niederländischen Grenze, in der Wildeshauser Geest, am Dümmer und am Steinhuder Meer. Aber auch kleinere Moore in den Naturparken Hümmling im Emsland, Solling-Vogler im Weserbergland oder im Natur- und Geopark TERRA.vita im Teutoburger Wald versprechen großartige Naturerlebnisse.

Traumschönes Teufelsmoor

Der Moorexpress fährt seit hundert Jahren vom Worpsweder Bahnhof ins Teufelsmoor. – Foto: djd/Tourist-Information Worpswede/Nicole Kanning

Berühmt ist das Teufelsmoor nördlich von Bremen, nicht zuletzt durch die traumschönen Landschaftsbilder der Worpsweder Künstlerkolonie um Heinrich Vogeler und Paula Modersohn-Becker. Seit über hundert Jahren erschließt der historische Moorexpress mit Panoramablick von Mai bis Oktober das weite Land zwischen Bremen und Stade. Noch näher kommt man der Natur bei einer Torfkahnfahrt in Nachbauten der Boote, die bis ins 20. Jahrhundert die einzigen Verkehrsmittel im Dorf waren. Ausgeschilderte Wanderwege und Radtouren sowie Führungen, Kanutouren und sogar Ausritte zu Pferd laden dazu ein, die Natur zu erkunden. Unter www.reiseland-niedersachsen.de sind Ausflugstipps, Wander- und Radrouten, Führungen und Moormuseen zu finden. (djd).

Mortimer

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