Edinburgh mit kleinem Budget entdecken

Hoch über der schottischen Haupstadt thront das alt-ehrwürdoge Edinburgh Castle. (Fotos Visit Britain).

Edinburgh versprüht Geschichte an jeder Ecke. Überragt von der mittelalterlichen Burg, hoch auf dem Felsen und durchzogen von engen Kopfsteinpflastergassen mit uralten Treppen, gleicht die schottische Hauptstadt weniger einer Erinnerung an die Vergangenheit, als vielmehr einer lebendigen Vision vergangener Jahrhunderte. Lebendiges Museum wäre vielleicht eine gute Bezeichnung für diese pulsierende, künstlerische Stadt mit ihrem unverwechselbaren Charakter und einem Sammelsurium an schrulligen Pubs, Restaurants und Attraktionen. Wer Edinburgh richtig kennen lernen möchte, sollte neben den touristischen Hotspots auch unbedingt die Bars und engen Gässchen der Stadt erforschen. Übrigens: Um sich hier zu amüsieren, braucht man kein großes Budget.

Kostenfreie Sehenswürdigkeiten

Der Palace of Holyroodhouse ist das königliche Schloss in der schottischen hauptstadt.

Viele Sehenswürdigkeiten der Stadt kosten keinerlei Eintritt. Unbedingt erkunden sollte man das herrliche National Museum of Scotland: Hier begeistert etwa eine Ausstellung über Dolly, das erste geklonte Schaf. Auch die Scottish National Gallery mit vielen kostenfreien Führungen, Veranstaltungen und Workshops lohnt einen Besuch. Das Writers’ Museum zählt ebenso zum kulturellen Pflichtprogramm und konzentriert sich auf die berühmten Autoren Sir Walter Scott, Robert Louis Stevenson und Robert Burns.

Von Calton Hill lassen sich tolle An- und Aussichten von und auf Edinburgh genießen.

Für beste Aussicht auf die Stadt lohnt der einstündige Aufstieg zum Arthur’s Seat. Das Panorama ist die Mühe allemal wert und kostet keinen Cent. Noch ein Tipp: Wem der Aufstieg zu lang erscheint, wählt alternativ den Calton Hill – weniger anstrengend und mindestens genauso gute Sicht.

Royal Ticket für das Schloss

Dudelsackpfeifer sind nicht schwer zu finden, sondern tummeln sich in den stark frequentiereten Bereichen der Stadt

Die klassischen Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie etwa das Edinburgh Castle oder den königlichen Palast Holyroodhouse, besichtigt man am günstigsten mit einem 48-Stunden Royal Ticket: Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Denn mit dem Ticket hat man bevorzugten Eintritt und muss nicht warten. Auch kostenlose Bustouren sind im Preis enthalten.

Greyfriars Bobby ist einer der heimlichen (kleinen) Stars der Stadt.

Das Zentrum von Edinburgh erkundet man idealerweise zu Fuß. Umso besser, wenn man einen Ortskundigen an seiner Seite hat, der die Stadt wie seine Westentasche kennt. Hier stehen verschiedene thematische Stadtspaziergänge zur Auswahl – viele Anbieter arbeiten ausschließlich auf Trinkgeldbasis. Empfehlenswert wären etwa die Sandemans NewEurope Free Tour, oder ein Spaziergang auf den Spuren von Harry Potter auf dem Potter Trail (denn Edinburgh ist der Ort, an dem JK Rowling den Zauberhelden erschuf) sowie die Ghost Tour: Denn wenn es um Leichenfledderer, Kobolde und sonstiges gruseliges Treiben geht, hat die Stadt einiges zu bieten.

Edinburgh mal anders

Männer im Kilt, aber auch Gardisten im Schottenrock gehören zum Stadtbild.

Auch wenn die Altstadt die Postkarten ziert, so hat Edinburgh noch viel mehr zu bieten, als den mittelalterlichen Stadtkern. Die so genannte „New Town“ ist keineswegs neu, aber besonders pittoresk mit eleganten Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert. Hier finden sich auch zahlreiche Stationen aus Edinburgh’s 101 Objects: Die selbstgeführte Tour erweckt Dutzende von ungewöhnlichen, aber interessanten Orten zu Leben – und die meisten kann man kostenlos besuchen. Außerdem gibt es in der Altstadt genauso wie in New Town gratis WLAN-Empfang.

Bleibte und berühmte Kneipe: die Beacon Brodie`s Tavern.

Etwas weiter entfernt liegt Leith – seit Jahrhunderten der Hafen der Stadt. Das kreative Künstlerviertel erlebt derzeit eine Renaissance und lohnt in jedem Fall einen Besuch. Hier sind die Preise deutlich günstiger als in der Altstadt.
Aus dem Zentrum von Edinburgh erreicht man die Gegend über den kilometerlangen Leith Walk. Einen Zwischenstopp sollte man im Musik-Buchladen Elvis Shakespeare einlegen. Hier gibt es regelmäßig kostenlose Konzerte.

Festival-Sommer

Einen der Höhepunkte des Festivalsommers ist stets das Military Tatoo.

Der Sommer steht in Edinburgh ganz im Zeichen der Kunst- und Comedy-Festivals. Doch das ganze Jahr über kann man in der Stadt lachen – im The Stand gibt es jeden Abend Comedy-Gigs und jeden Sonntagmittag eine kostenlose Impro-Show. Für den richtigen Swing besucht man die Live-Musik-Bar Whistle Binkies, wo man täglich umsonst Livemusik hören kann.

Die schottische Nationalspeise ist der Haggis, ein mit Innereien gefüllter Schafsmagen.

Wer bei schottischer Küche nur an Haggis oder Neeps & Tatties denkt, lebt definitiv im falschen Jahrhundert. Freitags und samstags finden in der Stadt verschiedene Streetfood-Märkte statt, wie etwa der empfehlenswerte Edinburgh Farmers Market. Leckeres Curry zu guten Preisen bekommt man, in dem bei Einheimischen beliebten, Lokal The Mosque Kitchen. Weitere Informationen unter http://edinburgh.org und unter www.visitbritain.de

Literaturtipp: Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Schotten (ISBN 978-3-86686-806-9). Erhältlich ist der Titel für 7,90 Euro im Buchhandel oder direkt beim Conrad Stein Verlag.