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Von 18. November 2011 Mehr →

Dominikanische Republik – Liebenswert chaotische Karibikwelt

Während in Westeuropa die Sonne Kurzarbeit an den Tag legt und graue, bisweilen nasskalte Wochen und Monate auf die Stimmung drücken, wartet jenseits des Atlantiks nicht nur auf Sonnenanbeter ein Lichtblick mit Schönwetter-Garantie darauf, entdeckt zu werden: Die Dominikanische Republik. Schon beim Landeanflug beschleicht einen unweigerlich ein herrliches Karibikgefühl. Grünblaues Wasser, weiße Sandstrände und Palmenhaine soweit das Auge reicht. Auch der Flughafen von Punta Cana erweist sich als erfrischend anders. Ein wenig provinziell und ein bisschen chaotisch. Dafür ist das Eingangstor zur „Dom-Rep“ keine der üblichen Beton-, Glas- und Stahlkonstruktionen, wie man sie sonst von Flughäfen kennt, sondern eine gigantische Hütte mit einem Bambus- und Palmenblätterdach. Während Damen in landestypischer Tracht mit weiß, blau, roten Kostümen die Besucher willkommen heißen, sorgt eine Musikgruppe mit karibischen Rhythmen von Merengue bis Bachata dafür, dass nach der langen Anreise die Hüften allmählich wieder in Schwung kommen.

Die Fahrt über die Straße vom Flughafen Richtung Higüey, dem Zentrum der Zuckerrohrindustrie im Osten der Insel mit der weithin sichtbaren Basilika Nuestra Señora de la Altagracia, kommt dem Blick in ein buntes Kaleidoskop des Lebens in der Dominikanischen Republik gleich. Die männlichen Insulaner frönen mit Leidenschaft dem Müßiggang und dem Dominospiel. Einige gönnen sich nach fast jedem Zug einen kleinen Schluck aus der Rumflasche. Daher wird die Spielleidenschaft auch als „Rumino“ bezeichnet. Wenn die oft als Machos dargestellten Herren der Schöpfung sich mal nicht dem Brettspiel hingeben, stehen sie gerne mal das eine oder andere Stündchen unmotiviert an einer Straßenecke herum. Oder – wer hat – sitzt auf seinem Moped beziehungsweise Motorrad. Motto: „Manchmal sitze ich nur so da und denke. Und manchmal sitze ich einfach nur da.“

Die zweimotorigen Maschinen sind das wichtigste Transportmittel der Dominikaner. Ohne Helm und Schutzkleidung, dafür aber mit Hühnern auf der Lenkstange, Kühlschränken auf dem Gepäckträger oder drei bis vier Personen auf der Sitzbank knattern die Zweitakter ameisengleich über die geschäftigen Straßen. Etwas beängstigend wirken jene, bei denen der Fahrer eine Gasflasche auf dem Schoß hält und eine zweite hinter drauf geschnallt hat. Da wird jedes Überholmanöver zur Zitterpartie – insbesondere bei den erschreckend schlechten Straßenverhältnissen und den mitunter knietiefen Schlaglöchern. Denn viele Straßen eignen sich eher als Teststrecke für Stoßdämpfer, als betonierte Off-Road-Piste oder zu einer Art Querfeldeinrennen auf Asphalt.

Die weit verbreiteten Sammeltaxen mit ihren eigentlich neun Sitzen scheinen hingegen allesamt Teilnehmer an einem Wettbewerb für Verpackungskünstler zu sein. Immer und immer wieder beweisen die geschäftstüchtigen Fahrer, dass hier 20 bis 25 Personen mühelos gleichzeitig Platz finden können. Was bei 30 Grad Lufttemperatur und Schweißausbrüchen nicht unbedingt einer Frische-Kur gleich kommt. Obwohl die Fahrt im Sammeltaxi lediglich ein paar Pesos kostet, nutzen viele eine noch günstigere, wenn auch noch unbequemere Mitfahrgelegenheit: Sie drängen sich auf die Ladefläche eines Lasters oder eines Pick-ups, wo sie sich lässig aneinander festhalten.

Obst- und Gemüsestände wechseln mit Metzgereien, die ihre Fleischprodukte unverpackt am Bürgersteig aushängen. Vor allem Kinder und Frauen verdienen sich ein Zubrot durch das Putzen von Schuhen und den Verkauf von frisch gepressten Säften aus Zuckerrohr, Mango oder Ananas. Dazwischen bieten Souvenirläden und fliegende Händler neben Muscheln, Seesternen und Schmuck Hand gedrehte Zigarren, farbenfrohe Aquarelle und noch farbenfrohere Hemden und Tüchern feil. Je näher man der Hauptstadt kommt, desto größer wird die Dichte der Andenkenverkäufer.

Santo Domingo de Guzmán ist Kapitale der Dominikanischen Republik und zugleich mit über drei Millionen Einwohnern die größte Stadt des Karibikstaates. Hier gibt es den größten Hafen des Landes, einen internationalen Flughafen und vier Universitäten. Insbesondere die im Jahre 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobene koloniale Altstadt, die Ciudad Colonial, ist ganz wesentlich von Christopher Kolumbus geprägt. Der große Seefahrer und Entdecker veranlasste 1496 die erste Stadtgründung durch Europäer in der so genannten Neuen Welt. Noch heute reiht sich in dem überaus sehenswerten historischen Kern Baudenkmal an Baudenkmal und lässt auf Schritt und Tritt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach werden.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen das Alcázar des Colón, der gotische Palast, in dem einst der Sohn von Christoph Kolumbus wohnte, der Borgellá-Palast und die Ozama-Festung mit dem Torre de Homenaje, von dem aus die Schiffe begrüßt wurden, die den Rio Ozama einliefen. Eines der markantesten Bauwerke ist daneben die Catedral de Santa Maria la Menor. Der zwischen 1521 und 1540 errichtete Sakralbau besteht aus einer Mischung aus gotischen und Renaissance-Elementen. In dem Gotteshaus lagerten angeblich bis 1992 die Gebeine von Kolumbus. Dann wurden die sterblichen Überreste des Entdeckers von Amerika in den komplett in Marmor gehüllten Leuchtturm Faro a Colón verlegt. Ob hier Kolumbus nun tatsächlich seine letzte Ruhestätte gefunden hat, soll eine aufwendige DNA-Analyse belegen. Denn auch andere Länder behaupten, im Besitz der sterblichen Überreste zu sein.

Als Kolumbus die zweitgrößte Karibikinsel Hispaniola zum ersten Mal erblickte, soll er gesagt haben, das Inselreich sei „das Schönste, was das menschliche Auge je gesehen hat“. Heute verkörpert die Dominikanische Republik für die meisten Europäer das Ideal vom karibischen Badeurlaub mit Traumstränden, Palmen, Merengue, Cocktails und karibischer Lebensfreude. Nur wenige wissen, dass sich die beliebte Ferieninsel für viel mehr anbietet: Über 30 Nationalparks mit unterschiedlichen Vegetationszonen und die „Alpen der Karibik“ mit dem 3.170 Meter hohen Berg Pico Duarte warten darauf, entdeckt zu werden – allerdings oftmals vergebens. Denn auf einer Insel, auf der das Gros der Hotels einen All-Inclusive-Service vorhält, verlassen nur die wenigsten Gäste überhaupt mal die großzügigen Hotelanlagen, sondern frönen ebenso wie die Macho-Herren der Insel dem Müßiggang. Allerdings sitzen sie dabei nicht auf ihren Zweirädern rum, sondern liegen mit einem Cocktail in der Hand unter einer Palme.

Allgemeine Informationen: www.godominicanrepublic.com

Lage: Hispaniola ist nach Kuba die zweitgrößte Insel in der Karibik. Rund zwei Drittel der Inselfläche gehört zur Dominikanischen Republik. Im westlichen Teil befindet sich Haiti.

Einreise: Benötigt wird ein Reisepass, der über das Reiseende hinaus noch mindestens drei Monate gültig ist. Obligatorisch ist der Kauf einer Touristenkarte für 10 Dollar bei der Ankunft vor der Passkontrolle. Wahlweise kann man die Karte auch vom Reiseveranstalter oder vom Konsulat bekommen.

Sprache: Spanisch die Landessprache, in Hotels und Restaurants wird teilweise Englisch oder Französisch gesprochen.

Zeitunterschied: Im Winter minus 5 Stunden, im Sommer minus 6 Stunden.

Klima: Heiß und tropisch ganzjährig. Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 25 Grad Celsius. Regenzeit von Mai bis August. Von Juni bis November können Hurrikane auftreten.

Gesundheit: Keine Impfungen vorgeschrieben. Dennoch empfehlen sich die Standard-Impfungen etwa gegen Tetanus, Polio und Diphtherie. Um Durchfall-Erkrankungen vorzubeugen, sollte nur (Mineral-) Wasser aus Flaschen getrunken werden.