Baumriesen – Blütenwunder – Bodensee

Bodensee
Auf der Blumeninsel Mainau wurzeln viele prachtvolle Baumriesen. So beherbergt die Insel u.a. einen Riesenmammutbaum mit 45 Metern Höhe. – Foto:  Insel Mainau / Peter Allgaier

Unter dem Motto „Bäume am Bodensee“ rückt das Netzwerk Bodenseegärten  eindrucksvolle Naturdenkmäler in den Mittelpunkt, die seit Jahrhunderten das Gesicht der Vierländerregion prägen. Mächtige Solitäre, gewachsene Baumensembles und seltene Gehölze spiegeln Veränderung und Kontinuität zugleich und erzählen von der Entwicklung einer einzigartigen Kulturlandschaft. Zwei thematische Routen, der „Weg der Linden“ und „Auf den Spuren der Exoten“, machen diese Vielfalt rund um den See unmittelbar erlebbar. Ergänzt wird das Programm durch die Festivals „Blütenzauber der Bodenseegärten“ vom 5. bis 7. Juni 2026 sowie die „Lange Nacht der Bodenseegärten“ vom 4. bis 6. September 2026, die mit Führungen, Workshops, Musik und Genuss besondere Perspektiven auf Gärten und Parks eröffnen.

Natur, Erinnerung und Gegenwart

Beim Höhengasthaus Haldenhof bei Überlingen zeigt der dortige Nationalerbe-Baum, die Burghartlinde, mit ca. 450 Jahren einen enormen Lebenswillen. – Foto: Andreas Roloff / TU Dresden

Bäume sind am Bodensee mehr als landschaftsprägende Elemente; sie tragen Geschichte in sich. Seit Generationen dienen sie als Treffpunkte, Schattenspender und Orientierungspunkte. Ihre Präsenz verleiht Orten Charakter und Tiefe. Im Fokus des Jahresthemas stehen sie als stille Hauptakteure, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden und zugleich eine neue Relevanz im Kontext von Klimawandel, Nachhaltigkeit und naturnahem Tourismus erhalten.

Geschichten unter Kronen

Blutbuch am Schloss Seeburg im Kreuzlinger Seeburgpark. – Foto: Helmuth Scham

Zwischen Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein lassen sich eindrucksvolle Baumgeschichten entdecken. Die Burkhartlinde oberhalb des Überlinger Sees verkörpert Widerstandskraft und Erneuerung, während im Seeburgpark Kreuzlingen eine markante Blutbuche mit ihren tiefroten Blättern zum Symbol romantischer Erinnerungen geworden ist. Auf dem Lilienberg treffen eine jahrhundertealte Traubeneiche und ein Trompetenbaum aufeinander und zeigen eindrücklich, wie Natur sich anpasst und weiterentwickelt. In der Kartause Ittingen eröffnet ein ausgedehnter Waldrundgang Einblicke in ökologische Zusammenhänge sowie die kulturelle Nutzung von Waldlandschaften.

Routen zwischen Kultur und Botanik

Der Inseldamm der Insel Reichenau aus der Vogelperspektive. – Foto: Achim Mende

Die beiden Themenwege Weg der Linden“ und „Auf den Spuren der Exoten“ verbinden bedeutende Orte der Gartenkultur miteinander und machen die Rolle der Bäume auf unterschiedliche Weise erfahrbar. Linden als traditionsreiche Dorf- und Symbolbäume stehen im Zentrum der einen Route, während die andere den Blick auf exotische Gehölze wie Mammutbäume lenkt, die von botanischer Neugier und historischer Sammelleidenschaft erzählen. Stationen wie die Insel Mainau, die Reichenau, der Arenenberg oder der Seeburgpark Kreuzlingen bieten vielfältige Zugänge, ergänzt durch besondere Angebote wie den Hörspaziergang „Baumgeflüster“, der Naturerlebnis mit Geschichten und Wissen verbindet.

Bühnen der Gartenkultur

Traubeneiche und Trompetenbaum auf dem Lilienberg. – Foto: Lilienberg

In den Parks und Gärten rund um den Bodensee verschmelzen Natur, Gestaltung und Geschichte zu lebendigen Erlebnisräumen. Bäume strukturieren diese Orte, schaffen Atmosphäre und bilden die Kulisse für kulturelle und gärtnerische Inszenierungen. Sie prägen das Zusammenspiel von Architektur, Pflanzenvielfalt und Landschaft und machen jeden Garten zu einem individuellen Gesamtkunstwerk.

Festivals voller Sinneseindrücke

Prachtvoll: Der Lindenhofpark in Lindau. – Foto: Helmuth Scham

Die beiden großen Gartenfestivals greifen diese Vielfalt auf und übersetzen sie in ein abwechslungsreiches Programm. Während der „Blütenzauber“ vom 5. bis 7. Juni die Hochphase der Blüte mit Farben, Düften und Fachwissen feiert, entfaltet die „Lange Nacht der Bodenseegärten“ vom 4. bis 6. September eine besondere Stimmung im abendlichen Licht. Historische Führungen, musikalische Beiträge und thematische Veranstaltungen reichen vom Arenenberg über die Reichenau bis nach Lindau und Schaffhausen. Auch traditionelle Formate wie der „Tag der offenen Bauerngärten“ im Thurgau oder neue Angebote wie ein märchenhafter Hexengarten zeigen, wie lebendig und facettenreich Gartenkultur in der Region gelebt wird. Mehr unter www.bodenseegaerten.eu und www.bodenseegaerten-baeume.com.

Der Arenenberger Park mit der Pueckler-Eiche im Hintergrund. – Foto: Napoleonmuseum Arenenberg

Mortimer

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