Für eine der beliebten Donaukreuzfahrten von nicko cruises bietet sich die MS Viktoria an. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die MS Viktoria unter Kapitän Pavlov Chumakov gehört nicht zu den Schiffen, die mit spektakulären Attraktionen oder ausgefallenen Designexperimenten um Aufmerksamkeit werben. Ihr Konzept ist ein anderes: Sie setzt auf klassische Flusskreuzfahrt mit viel Platz, durchdachter Ausstattung und einer Atmosphäre, die vom ersten Moment an entschleunigt. Das Schiff von nicko cruises wurde speziell für die großen europäischen Wasserstraßen gebaut und bietet Platz für rund 178 Gäste. Damit zählt die Viktoria zu den größeren Schiffen auf der Donau – ohne dabei unpersönlich zu wirken.
Schon beim Betreten fällt auf, dass Funktionalität und Eleganz gut miteinander harmonieren. Der Empfang ist gut organisiert, aber nicht hektisch, freundlich, aber nicht aufgesetzt. Statt Kreuzfahrt-Massenabfertigung herrscht eine fast schon private Atmosphäre. Strahlend begrüßt auch Stefanie Briochhausen, die Kreuzfahrtleiterin mit ihrer rheinländisch guten Laune ihre neuen Gäste. Helle Farben, warme Holztöne und große Fenster lassen viel Tageslicht ins Innere. Statt opulenter Inszenierung setzt die Einrichtung auf zeitlose Wertigkeit.
Mehr Raum als Show
Zentral liegt das schicke Treppenhaus auf der MS Viktoria. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Während Hochseekreuzfahrtschiffe immer spektakulärer werden, bleibt auf dem Fluss der Blick nach draußen die eigentliche Attraktion. Genau darauf ist die MS Viktoria ausgelegt. Und genau das passt zum Publikum: Die Gäste suchen keine schwimmende Erlebniswelt, sondern ein komfortables Hotel, das sich nahezu lautlos durch Europas Flusslandschaften bewegt.
Beliebter Treffpunkt, nicht nur zum Sonnenuntergang, ist das weitläufige Sonnendeck. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Das Sonnendeck bietet ungewöhnlich viel Platz – mit ausreichend Liegen, und überdachten Sitzgruppen. Wer möchte, findet nahezu jederzeit einen ruhigen Platz mit freier Sicht auf vorbeiziehende Weinberge, Burgen oder historische Altstädte.
Sicherheit steht an erster Stelle
Stolz und auf Sicherheit bedacht, lenkt Kapitän Pavlov Chumakov schon seit Jahrzehnten Kreuzfahrtschiffe über die Donau. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Auch die öffentlichen Bereiche wirken großzügig. Die Bar und der Salon werden dank großer Fenster selbst bei schlechtem Wetter zum Logenplatz. Besonders angenehm: Trotz der Kapazität verteilt sich das Leben an Bord gut. Gedränge entsteht selbst während der Stoßzeiten kaum. Während die Gäste entspannt ihren Cappuccino genießen, arbeitet unter Deck hochkomplexe Schiffstechnik nahezu unbemerkt. Besonders hervorzuheben ist die ruhige Fahrweise – ein nicht zu unterschätzender Komfortfaktor auf längeren Etappen etwa auf der Donau.
Eng geht es auf die Schleusen der Donau zu – für Kapitän Pavlov Chumakov aber kein Problem. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Technisch verfügt die Viktoria über moderne Antriebssysteme und Bugstrahlruder, die präzise Manöver selbst in engen Schleusen ermöglichen. So erklärt Kapitän Pavlov Chumakov, dass er in den oft sehr engen Schleusen die Steuerung über die ganz rechts und links installierten Steuerelemente bedienen kann. „Das ist sehr wichtig,“ erzählt er mit einem seemännischen kleinen Grinsen, „da in den engen Donauschleusen oft nur fünf bis zehn Zentimeter Platz auf beiden Seiten bleibt und die Gäste ja nicht durchgeschüttelt werden wollen“.
time to discover
Einem geselligen Beisammensein steht in der lichtdurchfluteten Bar nichts im Wege. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Ein weiterer Pluspunkt: Auf den meisten Routen bleibt das Schiff selten die ganze Nacht im Hafen liegen. Stattdessen wird häufig nachts gefahren, wenn die Gäste den Abend entspannt draußen genossen haben und wieder an Bord eintrudeln, sodass morgens bereits neue Landschaften oder Städte warten – ein klassischer Vorteil der Flusskreuzfahrt.
Stets gute Laune beim Team rund um Kapitän Pavlov Chumakov (3. v. r.), Hotelmanager Luka Karas (Mitte) und Kreuzfahrtleiterin Stefanie Briochhausen (2. v. r.). – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Ein Detail, das man erst auf den zweiten Blick schätzt: Die Crew arbeitet effizient im Hintergrund. Der Service ist stets gut gelaunt mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht – was den Aufenthalt ebenfalls entspannt macht.
Kabinen: Durchdacht statt überladen
Platz, bequeme Betten und extra viel Stauraum zeichnen die Kabinen auf der MS Viktoria aus. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die Kabinen folgen dem gleichen Prinzip wie das gesamte Schiff: praktisch, komfortabel und angenehm zurückhaltend gestaltet. Auf Mittel- und Oberdeck verfügen alle Kabinen über französische Balkone mit bodentiefen Fenstern, die sich öffnen lassen. Gerade beim langsamen Passieren von Flusslandschaften entsteht dadurch ein unmittelbares Naturerlebnis.
Spannender Ausblick beim Verlassen einer Schleuse. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Mit rund 16 Quadratmetern bieten die Standardkabinen ausreichend Bewegungsfreiheit. Stauraum ist sinnvoll verteilt, sodass selbst längere Reisen problemlos möglich sind. Das Schrank- und Schubladenangebot ist wirklich sehr großzügig. Die Betten können je nach Wunsch als Doppel- oder Einzelbetten gestellt werden.
Schwimmendes Hotel
Ebenfalls gut geschnitten sind die voll ausgestatteten Badezimmer. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die Badezimmer überraschen ebenfalls positiv. Für ein Flussschiff fallen sie vergleichsweise geräumig aus und verfügen über vollwertige Duschen statt der oft beengten Nasszellen älterer Generationen. Zur Kabinenausstattung gehören unter anderem eine individuell regulierbare Klimaanlage, Fernseher, Safe, Haartrockner und ausreichend Steckdosen.
Beim Piratenabend verwandelt sich nicht nur das Restaurant in eine Piratenhochburg. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die Passagiere, die von rund 40 Besatzungsmitglieder rund um die Uhr betreut und verwöhnt werden, finden auf der MS Viktoria ihr Zuhause auf Zeit. Das schwimmende Hotel mit stolzen 126,70 Metern Länge und einer Breite von 11,40 Meter wurde im Jahre 2004 erbaut und in 2024 und 2025 renoviert.
Kulinarik – Qualität im Fokus
Die sehr leckere und hochwertige Küche verwöhnt die Gäste an Bord. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die Küche gehört zu den Bereichen, in denen die MS Viktoria angenehm bodenständig bleibt. Im Mittelpunkt steht das großzügige Hauptrestaurant, in dem das Frühstück als umfangreiches Buffet mit frischen Backwaren, Obst, Eierspeisen und regionalen Spezialitäten angerichtet wird. Zum Mittagessen bietet die Viktoria zwei Varianten: einen Light-Lunch in Buffetform oder als serviertes Menü. Das mehrere Gänge umfassende Abendmenü wird durch die sehr aufmerksamen und stets sehr freundlichen Servicekräfte ebenfalls serviert. Statt einer Vielzahl spezialisierter Restaurants setzt die Viktoria bewusst auf ein zentrales kulinarisches Konzept.
Das vorzügliche Gala-Menü tragt die Handschrift von Starkoch Johann Lafer. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Dabei orientiert sich die Küche häufig an den bereisten Regionen – etwa mit österreichischen Klassikern wie Kaiserschmarrn auf der Donau. Vegetarische Optionen gehören selbstverständlich zum Angebot, auf besondere Ernährungswünsche wird nach vorheriger Anmeldung ebenfalls Rücksicht genommen. Bemerkenswert ist auch das vielfältige Angebot an alkoholfreien Getränken. Selbst einem prickelnden Gläschen Sekt oder einem gekühlten Weiß- oder Rosewein ohne Alkohol steht nichts im Wege.
Die Zeit vorbeigleiten lassen
Zeit zum Genießen und „time to discover“ bleibt allemal. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Geselliger Mittelpunkt des Schiffes ist die Panorama-Bar. Tagsüber treffen sich Gäste hier zum Kaffee, abends verwandelt sie sich in den sozialen Treffpunkt mit Cocktails, Wein oder einem frisch gezapften Bier. Live-Musik und ein DJ sorgen regelmäßig für Unterhaltung – dezent genug, damit Gespräche nicht gegen den Lautsprecher geführt werden müssen.
Auch an Deck findet sich immer ein Plätzchen zu einem Schwätzchen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Wer lieber unter freiem Himmel genießt, findet auf dem Sonnendeck weitere Sitzgelegenheiten für einen Aperitif bei Sonnenuntergang. Manchmal reicht eben auch ein Glas Wein, wenn draußen die Donaulandschaft vorbeizieht.
MS Viktoria lädt ein
Freundlich und kompetent wir jedem an der Rezeption geholfen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die MS Viktoria richtet sich an Reisende, die den Fluss selbst als Reiseziel verstehen. Wer Wasserrutschen, Klettergärten oder Shows im Las-Vegas-Stil sucht, wird hier bewusst nicht fündig. Dafür bietet das Schiff genau jene Qualitäten, die eine gelungene Flusskreuzfahrt ausmachen: Ruhe, Komfort und ein angenehm entschleunigtes Reiseerlebnis.
Nach einem interessanten Ausflug wieder „zu Hause“ ankommen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Besonders überzeugt die ausgewogene Mischung aus großzügigen Kabinen, weitläufigen Aufenthaltsbereichen und einer routinierten Organisation. Die Atmosphäre bleibt selbst bei voller Auslastung angenehm entspannt. Hinzu kommt ein Service, der präsent ist, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Mit nicko cruises viel entdecken
Kreuzfahrtleiterin Stefanie Briochhausen managt alles mit ihrer gut aufgelegten rheinländisch, quirligen Art. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Gerade für Einsteiger in die Welt der Flusskreuzfahrten ist die MS Viktoria von nicko cruises eine überzeugende Wahl. Erfahrene Flussreisende wiederum schätzen das klassische Konzept, das sich nicht jedem Trend unterordnet. Denn manchmal ist weniger Show genau das, was eine Reise besonders macht.
Leider neigt sich jede Kreuzfahrt einmal dem Ende zu. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Ein weiterer Pluspunkt: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Vergleich zu vielen überladenen Neubauten bietet die MS Viktoria ein solides Gesamtpaket zu moderateren Preisen – ohne dabei auf Komfort und vor allem Genuss zu verzichten. Weitere Informationen unter www.nicko-cruises.de
Bewertung des Mortimer Reisemagazins
Genuss mit genussvollem Ausblick auf der MS Viktoria von nicko cruises. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
In jeder Kategorie werden maximal fünf Sterne vergeben:
Kreuzfahrtflair ∗∗∗∗
Ausstattung ∗∗∗
Sauberkeit ∗∗∗∗
Essen & Trinken ∗∗∗∗
Service ∗∗∗∗
Fazit: Die MS Viktoria von nicko cruises ist kein Schiff der Superlative – und genau darin liegt ihre Stärke. Sie bietet ein stimmiges Gesamtpaket aus Komfort, sehr guter Küche, großzügigem Raumangebot und entspannter Atmosphäre.
Die Recherchereise fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von nicko cruises statt.
Susanne Timmann
lebt im Rheinland, ist aber in der Welt zuhause. Seit 2022 fungiert sie als stellvertretende Chefredakteurin des Mortimer Reisemagazins, für das sie Beiträge in Wort und (Bewegt-) Bild über Destinationen weltweit verfasst.
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