Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!
Von 1. Januar 2016 Mehr →

Literarisches Dublin: Mr. James Joyce, we presume!

Im Bewley's im Herzen von Dublin wird James Joyce fast täöglich lebendig. (Fotos Tourism Ireland)

Im Bewley’s im Herzen von Dublin wird James Joyce fast täöglich lebendig. (Fotos Tourism Ireland)

Wer in die irische Hauptstadt Dublin reist, kann sich irgendwie der „Faszination James Joyce“ nicht entziehen. Überall in der Millionenstadt am Liffey begegnet man Spuren des berühmten Schriftstellers, zu dessen Ehren einmal jährlich am 16. Juni der Bloomsday begangenen wird.

An der Earl Street North in Dublin wurde James Joyce im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal gesetzt.

An der Earl Street North in Dublin wurde James Joyce im wahrsten Sinne des Wortes ein Denkmal gesetzt.

Ein Tag auf den Spuren der größten Schriftsteller beginnt am schönsten bei Bewley’s in der Grafton Street. In dem wunderschön im Wiener und Pariser Kaffeehausstil gehaltenen Treffpunkt der literarischen Zirkel des einstigen und heutigen Dublin ließen sich James Joyce, Patrick Kavanagh, Samuel Beckett und Sean O’Casey inspirieren. Und heute werden im Café Theatre zur Mittagszeit bei Suppe und Sandwich kleine Theaterstücke in einem Akt aufgeführt. Schon hierbei könnte man solch scharfzüngige und für Dubliner Literaten typische Redewendungen hören wie die berühmte von Samuel Beckett: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail better.“

Die stille und dennoch wie im Leben gehaltene Präsenz der Dichter vergangener Tage prägt auch die Atmosphäre im Dublin Writers Museum, wo die Worte und Verse der Dichter aus Klangräumen rieseln. Und hier steht auch Samuel Becketts Telefon und liegen Faksimiles seiner Schriften, als könne er gleich noch ein paar Korrekturen durchgeben.

Anlaufstelle für Joyce-Jünger und Literatur-Liebhaber. das James Joyce Centre.

Anlaufstelle für Joyce-Jünger und Literatur-Liebhaber. das James Joyce Centre.

Und man begegnet bald Mister Joyce auf dem Weg ins James Joyce Centre auf der schönsten georgianischen Straße Dublins. Führungen, Lesungen und eine Dauerausstellung über sein Leben und Wirken halten die Erinnerung an sein fundamentales Dublin-Werk Ulysses wach. Und wenn die Joyce-Anhänger am Bloomsday in georgianischen Kostümen an den Schauplätzen des Romans daraus rezitieren, könnte man meinen, er sei unter ihnen, um zu hören, was sie inzwischen von ihm halten.

Längst eine Institution von internationalem Ruf: das Dublin Writer's Museum.

Längst eine Institution von internationalem Ruf: das Dublin Writer’s Museum.

Die Dubliner Pubs kommen nicht nur in berühmten Werken vor wie in Joyces Ulysses – sie waren auch Inspiration für einige der berühmtesten Autoren der Welt, die sich unters Volk begaben und ihre Stoffe auch gerne mitten aus dem Leben und den hitzigen Debatten des Pubs mitnahmen.

„Es gibt keine schlechte Publicity, außer der eigenen Todesanzeige“, sagte einmal Brendan Behan, der trinkfeste echte Pub-Literat mit Hang zur Rebellion. Das Neary’s war sein Lieblingspub, um an der Fortsetzung seiner Publicity zu „arbeiten“. James Joyce trank am liebsten im Davy Byrne’s und das Toner’s war das einzige Pub in Dublin, in das der eher metaphysische Dichter W.B. Yeats ging.

Die Dubliner lieben ihre kleinen unabhängigen Buchläden. Kostbarkeiten an raren Erstausgaben, mit Geist und Witz dekorierte Auslagen und zauberhafte Beratung entführen noch einmal in die Welt des irischen Wortes. Ulysses Rare Books in der Duke Street ist ein Magnet für Bücherwürmer. Und noch einmal ganz im Zeichen von James Joyce stehend ist Sweny’s Pharmacy, die im Ulysses erwähnt wird.

Im Dublin Writer's Museum dreht sich alles umd James Joyce und weitere große irische Literaten.

Im Dublin Writer’s Museum dreht sich alles umd James Joyce und weitere große irische Literaten.

Im The Winding Stair, einem wunderschönen Geschäft am River Liffey, gibt es dann nicht nur eine Art Kollektion an gebrauchten Büchern. Viel literarischer noch ist ein den Tag abschließendes Dinner im gleichnamigen Restaurant upstairs vom Buchladen. Wir nehmen an, auch Mister Joyce würde gerne von hier aus über den immer weiter fließenden River Liffey schauen und genießen…

Weitere Informationen unter www.ireland.com

Buchtipp: Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Iren, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-804-5. Das Buch ist im Buchhandel oder direkt unter www.conrad-stein-verlag.de erhältlich.


Archiviert unter Europa, Irland
Kurzurlaub verschenken mit greatdays.de