Von 31. Juli 2014 Mehr →

Familienferien zwischen Donau und Bodensee: In Zitzewitzens Wiesenblitz durch Oberschwaben

Kleine Straußen wecken große Neugier auf der Straußenfarm in Waldburg in Oberschwaben. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Kleine Straußen wecken große Neugier auf der Straußenfarm in Waldburg in Oberschwaben. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Oberschwaben, das Ferienland zwischen Donau und Bodensee, zeigt sich besonders familienfreundlich und bietet neben top-gepflegten Ferienhöfen auch jede Menge Freizeitspaß für Groß und Klein. Sei es beim Kochen in der mittelalterlichen Suppenküche auf der Waldburg, einem geführten Rundgang über die Straußenfarm oder dem weitläufigen Bauernhofmuseumsareal in Wolfegg.

Der Werbeslogan „Wir können alles, außer Hochdeutsch“, mit dem Baden-Württemberg sein Bundesland bewirbt, stimmt nicht. Wenn zum Beispiel Frau Metzler, Gastgeberin im Ferienhof Metzler, ihre Gäste „Haerzschli‘ Willkomman“ heißt, dann macht sie das in schickem Hochdeutsch mit leicht schwäbischem Voralpenaroma.

Auf der Waldburg können kleine Abenteurer vom Leben der Ritter träumen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Auf der Waldburg können kleine Abenteurer vom Leben der Ritter träumen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Der gepflegte, familiäre Ferienhof verfügt über modern eingerichtete Ferienwohnungen, drei Pferde, drei Go-Karts, ein Fußballfeld, ein Riesentrampolin, einen Grillplatz, einen Schwimmteich sowie fünf Katzen, von denen „Papa“ Metzler behauptet, dass sie nach der Feriensaison erstmal wieder laufen lernen müssen, „Weil die Urlaubskinder sie die ganze Zeit auf dem Arm rumschleppen.“ schmunzelt der sympathische Schwabe.

Nimmt man den Ferienhof als Ausgangspunkt, so lässt sich in der näheren Umgebung Einiges entdecken. Alle Ausflugsziele und Unternehmungen sind dabei herrlich ländlich-unaufgeregt. Und die Distanzen zwischen Urlaubsresidenz und Freizeitaktivität sind dabei so angenehm kurz, dass man sie problemlos auch mit Harrys Oldiebus, einem alten, ehrwürdigen Schweizer Postbus, absolvieren kann. 755.000 Kilometer hat das 1958 gefertigte Gefährt bereits auf den Buckel.

Der von den Kindern schnell liebevoll „Bussi“ getaufte, auf Hochglanz polierte gelbe Hingucker brummt zwar unter äußerster Hochleistung die kleinen, Anstiege der obeschwäbischen Hügellandschaft hoch, dafür saust er umso eifriger die kurvigen Abfahrten wieder hinunter. Die Straßenführung gemahnt dabei sehr an eine Go-Kart-Bahn- man meint, dass um jeden Obstbaum eine Kurve herum gebaut wurde.

Die Waldburg thront malerisch auf einem kegelförmigen Berg. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Die Waldburg thront malerisch auf einem kegelförmigen Berg. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Das gefällt nicht nur den Eltern, die sich entspannt auf den dicken Polsterbänken zurücklehnen können. „Papa, Bussi erinnert mich an den „Zitzewitzens Wiesenblitz 5999″ von Ritter Rost! Können wir den nicht gegen unseren Volvo eintauschen und mit nach Hause nehmen?!“ schwärmt ein sechsjähriger Passagier. „Lieber nicht – Da hätte Dein Papa ganz schön zu kurbeln, die Lenkhilfe steckt hier nämlich in den Oberarmen des Fahrers“, lacht „Steuermann“ Johannes Padberg zurück.

Nur einen Steinwurf vom Ferienhof entfernt thront die Waldburg auf einem Berg, der aussieht wie ein Gugelhupf. Diese natürliche Erhebung ist ein so genannter Drumlin, ein Überbleibsel aus der Eiszeit. „Genau wie im Bilderbuch!“ denken die Erwachsenen beim Anblick des malerischen Ensembles. „Genau wie in meinem Ritterbuch!“ ruft auch gleich der sechsjährige Titus begeistert aus. Der Schweiß treibende Aufstieg ist für alle kurzen und langen Beine schnell gemeistert. Schließlich wartet oben ein ganz besonderes Programm auf die kleinen Burgherren und Burgfräuleins: Heute sind sie für das Abendessen zuständig. Gemeinsam mit der Magd Klara, die mittelalterlich gekleidet ist, werden sie heute in der halb offenen Burgküche eine deftige Gemüsesuppe zubereiten, die dann von Groß und Klein verspeist werden soll.

Sind Möhren, Sellerie, Porreestangen und Zwiebeln erst einmal von den Kinderhänden in mehr oder weniger gleichmäßige Würfel zerschnippelt, so kann alles in den riesigen gusseisernen Topf und darf über dem offenen Feuer köcheln.

Hoch konzentriert werden die Gemüsesorten für die abendliche Suppe zerkleinert. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Hoch konzentriert werden die Gemüsesorten für die abendliche Suppe zerkleinert. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Derweil lädt Burgführerin Klara alle großen und kleinen Gäste zu einer kurzweiligen Führung durch die Burg ein. Sie zeigt uns die Rüstungen und lässt die Nachwuchsritter schätzen, was die wohl so gewogen haben mögen. „Bestimmt 1000 Kilo!“, entfährt es einem kleinen Burgbesucher spontan.

„Na, schwer waren sie schon, das stimmt, aber es waren „nur“ 40 Kilo, die die Ritter da mit sich herum schleppen mussten. Und wisst Ihr was, Kinder? Es war verdammt schwer, sich diese Rüstungen überhaupt an- und auszuziehen. Dabei brauchten die gestandenen Rittersleut` Hilfe – stellt Euch das mal vor. Anziehen – das könnt ja ihr sogar schon allein!“ lacht die gut gelaunte Klara und stemmt ihre Hände auf die Hüften. „Und wisst ihr, was die feinen Ritter gemacht haben, wenn sie mal mussten?“ – „Musste der Ritter einmal pieseln, ließ ers` einfach rieseln!“ berichtet Klara mit einem schelmischen Lächeln zur Verwunderung und Entzückung der kleinen Zuhörer.

Auf dem offenen Feuer in der Burgküche köchelt die Suppe im gusseisernen Topf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Auf dem offenen Feuer in der Burgküche köchelt die Suppe im gusseisernen Topf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Bevor die gut gelaunte 50-jährige mit den Gästen ins Dachgebälk der Stammburg des Truchsessen- und Reichsfürstengeschlechts Waldburg steigt, zaubert sie aus einer riesigen, hölzernen Schatztruhe noch allerlei Überraschungen hervor: Eine Bettflasche, einen Morgenstern, ein Trink- und ein Pulverhorn. Alles echt und alt und natürlich zum Anfassen gedacht.

In der Dunkelheit des Dachstuhls der Burg erzählt Burgführerin Klara schließlich eine Gruselgeschichte, die sie mit Hilfe von einander klopfenden, dicken Steinen, dem Stampfen Ihrer Füße und dem Klatschen ihrer Hände mitreißend lebendig erzählt. Zurück ans Tageslicht geht es dann über eine steile Stiege aufs Dach der Höhenburg. Bereits der im Jahre 1792 geborene schwäbische Schriftsteller Gustav Schwab brachte es mit seiner Reiseempfehlung auf den Punkt: „Dem Reisenden, der aus Franken und Baiern herüber kommt, empfehlen wir den Besuch der Waldburg, die wie geschaffen ist zu einer Rundsicht.“

"Magd" Klare zeigt den Besuchern Ungewöhnliches wie diese Wärmflasche aus Metall. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Magd“ Klare zeigt den Besuchern Ungewöhnliches wie diese Wärmflasche aus Metall. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Aber nun, alle kleinen und großen Rittersleute, ab in die Burgküche, die Suppe ist gar“, ruft die mittelalterlich gewandte Führerin und scheucht alle die Stufen wieder herab. Nach so vielen Erlebnissen schmeckt die von Kinderhand zubereitete Suppe sogar denjenigen Kids hervorragend, die sonst eher einen Bogen um Gemüse machen.

Eine gute Übersicht über das Leben von Mensch und Tier in vergangenen Zeiten erhält ebenfalls, wer sich aufmacht, das zehn Hektar große Gelände des Bauernhofmuseums Wolfegg zu erkunden, das ebenfalls nur einen Steinwurf vom Metzlerschen Ferienhof entfernt liegt. 15 historische Gebäude geben einen plastischen Einblick in die regionale Bau-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte Oberschwabens. Die jungen Besucher interessieren sich zunächst erstmal für die summende Blumenwiese mit rotem Klatschmohn, Scharfgarbe und Klee sowie das reinrassige Braunvieh, das auch wieder typisch oberschwäbisch durch „Kommat! Kommat!“ herbeigerufen wird, sich aber viel zu wohl in der fetten Wiese fühlt, um an den Zaun zu traben.

!5 historische Gehöfte bilden den Komplex des Bauernhofmuseums in Wolfegg. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

!5 historische Gehöfte bilden den Komplex des Bauernhofmuseums in Wolfegg. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Ganz anders die dicken, weißen, frei herumlaufenden Gänse: Laut schnatternd begrüßen sie die Besucher und wackeln mit ihren dicken, gut gefederten Popos eilig heran. „Die waren früher die beste Alarmanlage“, erklärt Museumsführer Wilfried Romer. Nebenan warten auch die mit Dreck eingesudelten Schweinchen auf einen mitgebrachten Leckerbissen. Mit freundlich wackelnden Ringelschwänzchen bedanken sie sich für die Äpfel.

Anschließend drängen die drei- elfjährigen Kinder ins Hühnerhaus – und halten sich sofort mit einer Hand die Nase zu: „Puh! Wie das stinkt!“. Den Atem halten viele der Sprösslinge noch dazu an, weil just eine Henne mit viel Gegacker und Tam-Tam ein Ei legt.

Mit einem Eimer voller Futter ziehen die kleinen Besucher durch das Museumsdorf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Mit einem Eimer voller Futter ziehen die kleinen Besucher durch das Museumsdorf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Ja, Kinder, früher waren wir daran gewöhnt!“ zeigt sich der rüstige 84-jährige verständnisvoll. „Aber, wisst ihr was? Als ich sechs Jahre alt war, da musste ich schon die Kühe auf der Weide hüten. Und das barfuss! Und wenns` allzu kalt wurde an den Füßen, ja, was glaubt ihr, was ich dann getan hab? Mit beiden Füßen habe ich mich in die noch warmen Kuhfladen gestellt!“.

Der ehrenamtliche Guide macht seine Sache mit Hingabe. Während er den Eltern erklärt, dass das Haus Füssinger ein Zeitzeuge des Bäuerlichen Barocks ist und bereits im Jahre 1705 erbaut wurde, scheucht er die Kleinen in den Bauerngarten-Irrgarten: „Wenn der Kuckuck dreimal ruft, müsst ihr wieder raus gefunden haben“, feuert er sie zum Rennen an. Den großen Familienmitgliedern erklärt er weiter: „Das Gebäude war als Wohnhaus Mittelpunkt einer Hofanlage mit mehreren Nebengebäuden und im Keller waren noch eine Branntweinbrennerei, eine Mosterei und der Schweinestall untergebracht“, berichtet der rüstige Winfried Romer weiter.

Nicht nur die kleinen Besucher fühlen sich im Bauernhausmuseum sauwohl. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Nicht nur die kleinen Besucher fühlen sich im Bauernhausmuseum sauwohl. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Unser weißhaariger Guide führt uns weiter zu den Fischweihern und dem Anschauungsbienenstock, den er auf Wunsch auch öffnet. Zu jedem der rund 15 Gebäude und jedem der unzähligen Tiere hat er eine unterhaltsame Geschichte auf Lager. Wird dem Nachwuchs einmal eine Ausführung zu lang, so werden umgefallene Bäume am Wegesrand oder Pfützen zu natürlichen Abenteuerspielplätzen. So lässt sich im Bauernhofmuseum gut und gerne ein halber Tag verbringen. Wenn dann der Hunger kommt, ist durch einen kurzen Spaziergang das urige Gasthaus Zur Post erreicht. Und auch hier sind Groß und Klein wieder gleichermaßen willkommen. Die Speisekarte hält neben Käsespätzle auch weitere kinderfreundliche Gerichte bereit und direkt neben dem Biergarten wartet ein großer Spielplatz.

Gut 200 Laufvögel sind auf der Straußenfarm in Waldburg zu bestaunen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Gut 200 Laufvögel sind auf der Straußenfarm in Waldburg zu bestaunen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Weil Groß und Klein nach dem Ausflug ins Bauernhausmuseum richtig im „Tiere-Fieber“ sind, geht es am nächsten Tag zur schnell erreichbaren Straußenfarm. Wolfgang Schmidt begrüßt unsere kleine Reisegruppe, die aus vier Familien besteht freundlich. Der junge, dynamische Mann trägt ein cooles T-Shirt mit Straussenmotiv und macht zunächst mit seinem Piercing und seinem Tatoo weder den Eindruck eines typischen Landbewohners noch den eines erfolgreichen Geschäftsmannes. Der erste Eindruck kann also trügen – denn das dunkelhaarige Energiebündel bewirtschaftet eine Gesamtfläche von mehr als 300.000 Quadratmetern und ist Hüter über rund 200 stattliche Strauße.

Die Straußen-Küken erinnern optisch ein wenig wie ein Igel mit langem Hals. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Die Straußen-Küken erinnern optisch ein wenig wie ein Igel mit langem Hals. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Warum ich mit der Straußenzucht begonnen habe?“, beginnt der junge Mann seinen erfrischenden Rundgang. „Dafür gibt es drei Gründe: Ich wollte keine Tiere besitzen, für die man früh aufstehen musste, deshalb schieden Kühe aus. Ich wollte keine Tiere haben, die stinken, deshalb schied die Schweinzucht für mich aus. Und ich wollte keine Tiere züchten, die Lärm machen, deshalb kamen Puten nicht in Frage“, erklärt er einleitend.

Die kleinen Besucher und großen Besucher hören, schauen, schnuppern: Strauße scheinen wirklich sehr angenehme Zeitgenossen zu sein. Zumal sie mit ihren riesigen Augen und langen Wimpern herzzerreißend süß aussehen. „Sie sind allerdings nicht die Hellsten“, erklärt Guide Wolfgang Schmid weiter. „Was will man von 40 Gramm Hirn schon erwarten?“, sagt er schmunzelnd. Aber dass sie, wie ihr Besitzer sie augenzwinkernd meint „ziemlich talentfrei“ sind, hält ihn nicht davon ab, begeistert über die Laufvögel zu berichten.

Die Größe, das gewicht und die Stabilitär der Straußeneier sorgen für Erstaunen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Die Größe, das gewicht und die Stabilitär der Straußeneier sorgen für Erstaunen. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Das stattliche Straußenei, das er in einer Hand wiegt ist bis zu 400 Kilogramm belastbar und so darf sich jedes Kind und jeder Erwachsene einmal drauf stellen. „Diese Eier werden durchschnittlich 42 Tage bebrütet, bevor das Küken sich mit Hilfe von Füßen und Schnabel befreit.“

Putzig sehen sie aus, die kleinen Straußenkinder. „Wie Igel auf Stelzen!“ meint der fünfjährige Jakob. „Mit den Krallen der Strauße ist aber nicht zu spaßen“, warnt unser Guide, während wir durch die lange Halle schreiten, in die die Strauße hinein- und hinausspazieren können, wann immer sie Lust haben. „Die Krallen haben sie noch als Erbe von den Dinos behalten und mit diesen Waffen können sie einen Menschen sehr schwer verletzen, wenn sie ihre Brut in Gefahr sehen“. berichtet der junge Straußenzüchter den wie gebannt lauschenden Kindern und Eltern.

Die Wagemutigen dürfen die langhälsigen Strauße sogar füttern. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Die Wagemutigen dürfen die langhälsigen Strauße sogar füttern. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Zum Abschluss lädt Wolfgang Schmidt noch die ganze Familie zur Verkostung ein. Wie schmeckt denn Strauß eigentlich?! „Gar nicht übel.“ findet Thilo, der 50-jährige Familienvater aus dem Ruhrgebiet, „Irgendwie wie eine Mischung aus Rind-, Enten- und Putenfleisch“, sagt er und beißt gleich noch herzhaft in den Straußen-Landjäger, den man auch im Hofladen noch als Urlaubserinnerung oder besonderes Mitbringsel erwerben kann.

Eine gute halbe Stunde Auto fährt, wer das Ferienwohnungs-Frühstück auf dem Metzlerschen Hof einmal durch einen besonderen Familien-Brunch ersetzen möchte. „Glückliche Kinder – erholte Eltern“ ist hier das Motto der Familie Harsch, die den Ferienhof Tiergarten mit viel Engagement und Liebe betreibt. „Ich habe selber zwei Kinder und immer nach einem Restaurant gesucht, wo wir als Familie gemeinsam willkommen sind. Immer war aber die Langeweile der Kinder oder ihr Lärmen ein Problem – Das ist bei uns anders“, berichtet die stolze Ferienhof-Managerin.

Im Tiergarten in Aulendorf finden sich auch handzahme Rehe. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Im Tiergarten in Aulendorf finden sich auch handzahme Rehe. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

„Bei uns gibt es jede Menge Platz zum Spielen und Toben und der Brunch wird im Märchenzimmer eingenommen“, berichtet die dynamische 42-jährige weiter. Wenn sich die ganze Familie  dann an Schmetterlingsförmigen Waffeln, frischem Rührei, Schinken, Lachs, Jogurt , Müsli und vielem mehr gütlich getan hat, wird es Zeit für ein bisschen Bewegung.

„Kommt, ich zeig Euch Rocko, Hannes, Schnucki, Blacky, Hoppel und Yassi“, lädt Helga Harsch zu einem Hofrundgang ein. Fast alles dreht sich auf dem Ferienhof Tiergarten in Aulendorf ums Futtern, so scheint es. Die Rehe, die mit dem typisch-schwäbischen „Kummat, kuuuumat!“ angelockt werden, zupfen hastig die Brötchen-Happen, die ihnen von vorsichtigen Kinderhänden entgegengereicht werden. Auch Pablo, das zutrauliche Hausschwein, interessiert sich sehr für die Köstlichkeiten, die Hausherrin Harsch im Korb an ihrem Arm für ihn dabei hat. Laut grunzend und schmatzend verknuspert er zur Begeisterung der fütternden Kinder die mitgebrachten Äpfel und Möhren. Zum Glück bleiben noch ein paar Karotten für die drei Hasen sowie das Zwergpony Rocko über, das gleich herbei gerannt kommt, als es die Kinderschar am Zaun entdeckt.

Eine schöne Schweinerei: Fütterstunde in Aulendorf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Eine schöne Schweinerei: Fütterstunde in Aulendorf. (Foto: Karsten-Thilo Raab)

Genau wie die felligen und gefederten Freunde dreht sich auch für die kleinen Besucher alles ums Futtern (im Märchenzimmer beim Familienbrunch) und Rennen: Kinder bis zwölf Jahre amüsieren sich nach dem Hof-Rundgang auf dem Abenteuerspielplatz beim Trampolin-Hüpfen, im Kriechtunnel, auf dem Klettergerüst oder mit einem der fahrbaren Untersätze wie Go-Karts oder Bobbycars. Eine Schlechtwetter-Alternative bietet Aulendorf übrigens auch noch: Im dort ansässigen Thermalbad sind auch Familien mit Kindern gern gesehene Gäste.

Die Gut-Wetter-Alternative nach den mit Aktivitäten nur so gespickten Tagen ist übrigens für die großen wie kleinen Urlauber in Oberschwaben klar wie die selbst gekochte (Kloß-)Brühe auf der Waldburg: Abhängen auf dem Ferienhof! Eine Runde Toben auf dem Trampolin, eine Runde kicken, die Katzen suchen, das Pony streicheln? Oder lieber chillen am Schwimmteich? Allen Aktivitäten ist gemein: hier lässt sich ländlich-idyllische Ruhe tanken.

Allgemeine Informationen: Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, Esslinger Straße 8, 70182 Stuttgart, Telefon 0711-238580, www.tourismus-bw.de

Der Prospekt „Familien-Ferien in Baden-Württemberg“ kann unter folgendem Link herunter geladen werden: www.tourismus-bw.de/Media/Prospekte

Übernachten: Ferienhof Metzler, Fahnhalden 1, 88285 Bodnegg, Telefon 07520-91100, www.ferienhof-metzler.de

Essen: Gasthof zur Post, Röthenbacher Sraße 5, 88364 Wolfegg, www.hotel-post-wolfegg.de

Der gelbe Oldie-Bus hat weit mehr als 750.000 Kilometer auf dem Buckel. (Foto: Karsten-Thilo RaaB9

Der gelbe Oldie-Bus hat weit mehr als 750.000 Kilometer auf dem Buckel. (Foto: Karsten-Thilo RaaB9

Oldie-Bus: Busreisen Gmeinder, Starenweg 22, 88281 Schlier, Telefon 07529-3121, www.busreisen-gmeinder.de

Die Waldburg: Gästeamt Waldburg, Hauptstraße 20, 88289 Waldburg, Telefon 07529-971710, www.gemeinde-waldburg.de

Straußenfarm Waldburg: Hinterwiddum 2, 88289 Waldburg, Telefon 07529-913335, http://s463310329.website-start.de 

Ferienhof Tiergarten: Beim Tiergarten 11, 88326 Aulendorf, Telefon 07525-913190, www.ferienhof-tiergarten.de

Bauernhaus-Museum Wolfegg: Vogter Straße 4, 88364 Wolfegg, Telefon 07527-95500, www.bauernhausmuseum-wolfegg.de