Vitoria – Grüne Hauptstadt Europas

Vitoria-Gasteiz, die administrative Hauptstadt des Baskenlandes im Norden Spaniens, ist für viele Urlauber noch terra incognita, obwohl ein Besuch der „Grünen Hauptstadt Europas 2012“ nicht nur aus Umweltschutzgründen lohnenswert ist. Die Auszeichnung „European Green Capital“ wird jedes Jahr an europäische Städte vergeben, die sich in besonderem Maße für den Umweltschutz und die nachhaltige Entwicklung eingesetzt haben. Die Jury stützt ihr Urteil auf insgesamt elf Umweltkriterien, zu denen der lokale Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels oder die Abwasserbehandlung gehören. Das Stadtzentrum ist von einem breiten Grüngürtel umgeben, so dass alle Einwohner weniger als 300 Meter von der nächsten Grünfläche entfernt leben. Des Weiteren hat die Stadt große Anstrengungen unternommen, um ihren Wasserverbrauch zu senken. Sie strebt einen Durchschnitt von 100 Litern pro Person und Tag an.

Vitoria ist auch Unterzeichner der Aalborg-Charta, die eine Selbstverpflichtung für eine zukunftsbeständige, nachhaltige Politik enthält und Ausgangspunkt der Europäischen Kampagne zukunftsbeständiger Städte und Gemeinden ist. So weist Vitoria eine „nachhaltige Stadtplanung“ auf, die konsequent auf die Verringerung des Energieverbrauchs und recycelbare Methoden der Abfallwirtschaft in einer kompakten Stadt setzt. Mithilfe des „Plans für nachhaltige Mobilität“ wurde ein ausgezeichnetes Netz für den öffentlichen Nahverkehr geschaffen. Außerdem konsolidierte sich ein Modell für die Nutzung des öffentlichen Raums, das mittels der Wiederverwendung und Neuverwertung von städtischen Gebieten viele Grünflächen anlegt und somit die Wohnqualität verbessert.

Die Stadt ist sich um die Auswirkungen des Klimawandels sehr bewusst. Sie steht mit anderen europäischen Städten über den sogenannten „Pakt der Bürgermeister“ in Kontakt, der auf die Reduzierung der CO2-Emissionen über das EU-Ziel abzielt, indem Energieeffizienz gefördert und saubere, erneuerbare Energie genutzt wird.

Die Bewahrung der Natur und der biologischen Vielfalt im ländlichen als auch im städtischen Raum und die Erhaltung des Grüngürtels sind grundlegende Ziele der Stadt Vitoria-Gasteiz. Welche Berechtigung die Auszeichnung „European Green City 2012“ hat, lässt sich an den zahlreichen Park- und Grünanlagen ablesen. Ein Wahrzeichen der Stadt ist die französische Gartenanlage „Parque de la Florida“. Der Parque del Prado wurde von den Vitorianos bereits im zwölften Jahrhundert genutzt. Mit einer Fläche von 190.000 Quadratmetern, Radwegen und einem Amphitheater ist der Arriaga Park der weitläufigste Park der Stadt. Der Judimendi Park wurde über dem ehemaligen jüdischen Friedhof angelegt.

Außerdem ist Vitoria-Gasteiz von einem Grüngürtel umgeben, der die Natur in der Stadt integriert. Er besteht aus dem Salburua Park, in dem man gratis Fahrräder ausleihen kann, wandern oder Vögel beobachten kann. Mit dem Pferd, auf dem Fahrrad oder zu Fuß kann man den Wald von Armendia durchqueren. Der Zabalgana Park wurde aus einer ehemals brachliegenden Fläche in ein großes ökologisches Refugium mit Teichen, Wiesen und Hügeln umgewandelt. Und der traditionelle Olarizu Park ist ein beliebtes Ziel für lokale Wallfahrten.

Doch nicht nur der „grüne“ Aspekt von Vitoria-Gateiz lohnt einen Besuch der baskischen Hauptstadt, die auch vom kunsthistorischen Gesichtspunkt ein Kleinod ist. Die beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten sind der erst vor kurzem restaurierte Stadtmauerring, die Kirchen des Heiligen Apostel Petrus und San Miguel, die Casa del Cordón, die Paläste Bendaña, Montehermoso, oder Escoriaza-Esquibel. Die lauschigen Plätze wie die Plaza de España, Plaza del Machete und Los Arquillos machenVitoria zu einer der schönsten Städte Nordspaniens.

Der Höhepunkt eines jeden Besuchs ist aber die Kathedrale Santa Maria la Blanca, die Ken Follet zu seinem zweiten Roman „Die Tore der Welt“ inspirierte. Die große und geschlossene Kirchenburg, die im 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet wurde, war Teil der Verteidigungsanlage der Stadt.

Weitere Informationen oinline unter www.vitoria-gasteiz.org und unter www.spain.info.