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Von 7. Januar 2017 Mehr →

Hoi midanand! Familienskiferien im Liechtensteiner Bergidyll

Blick auf das Skigebiet und das winterliche Malbun in Liechtenstein. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Klein aber fein: Wer das Fürstentum Liechtenstein nur als Bankenland kennt, der kennt nur einen Bruchteil der Wahrheit. Denn das viertkleinste Land der Welt liegt in den Alpen, eingeklemmt zwischen der Schweiz und Österreich und ist das reinste Naturidyll. Im Winter zieht das kleine, verwunschene Bergdorf Malbun Skifamilien aus aller Welt an. Schließlich hat es hier alles, was für einen gelungenen Winterurlaub von Nöten ist. „Hoi midanand!“, heißt dabei in Liechtensteiner Dialekt: Herzlich Willkommen. Erholung und Skivergnügen gehen im Fürstentum dabei Hand in Hand. Das ABC des perfekten Familienurlaubs? Geht im Liechtensteiner Malbun ganz leicht.

A – wie an der Piste wohnen

An der Piste wohnen: Wer das JUFA Hotel in Malbun als Residenz wählt, der kann sich vom Familienzimmer aus direkt die Treppe runter in den Skistall begeben. Dort schlüpft Groß und Klein in die Skischuh und ein paar Schritte weiter steht man schon am Lift. Warteschlangen sind hier Fehlanzeige, es geht gleich mit Hilfe des modernen Sechser-Sessellifts der Täli-Bahn den Berg hinauf. Die perfekte Lage hat gleich mehrere Vorteile: Hat man die Skibrille vergessen, muss der Nachwuchs noch einen Extrapulli gegen den kalten Wind anziehen? Ski aus, Treppe hoch – fertig!

Groß und Klein kommen an der Täli-Bahn voll auf Ihre Kosten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Und auch am Nachmittag, wenn die Sonne hinter den Bergspitzen verschwunden ist und alle müde und erschöpft die Skibindung aufklicken, ist man ruckzuck mit kurzen Boxenstopp im Skistall im Zimmer oder wahlweise direkt unter der Tropic-Dusche des herrlichen Welnessbereiches. Wer sich dann dort auf der warmen Holzbank der Panoramasauna ausstreckt und seinen Blick auf die eisige Winterlandschaft draußen wirft, den durchströmt ein so ausgeprägtes Wohlbefinden, wie es ein geheimes Bankkonto niemals hervorrufen könnte.

Kinderspaß im Malbi-Hort

Der Malbi-Park mit dem Malbi-Hort umfasst das Übungsareal für Kinder. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch der Anfänger-Hang, auf dem die Skilehrer mit Ihren Zöglingen unterwegs sind, ist unkompliziert erreicht. Und zum Hort für die Allerkleinsten ist es auch nur ein kleiner Schwung von der Täli-Piste. Und beim Malbi-Hort geht’s richtig rund. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Ski-Karussel für die Minis dreht sich unablässig und sorgt für Juchzer bei den Knirpsen. Die dick eingemummelten kleinen Schneemonster greifen nach einem Seil und werden schon auf ihren Skiern im Kreis herum gefahren. Spielend leicht lernt so der Skinachwuchs, sich mit den Brettern vertraut zu machen.

B – wie beschaulich

Ob Snowboarder oder Skigfahrer – sie alle finden in dem kleinen, aber feinen Skigebiet Top-Bedingungen vor. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Beschaulich geht es zu in dem kleinen, aber feinen Skigebiet Malbun. Betrunkene Rowdys, die rücksichtslos den Berg hinabrasen, gibt es hier zum Glück nicht. Vergeblich sucht man auch Diskomusik, die aus überfüllten Aprés-Ski-Bars dringt, Coca-Cola-Werbung, Eiscreme-Werbe-Schildchen oder Autoschlangen. Fast scheint es, als sei die Welt hier oben in den Bergen stehen geblieben. Als hätte sich dieses Schlupfwinkelchen, das man nur erreicht, wenn man das Auto die Serpentinen von Vaduz aus rund eine halbe Stunde geduldig hinaufkurbelt, ein wenig aus der Zeit gestohlen. Es geht mit der Ruhe zu. Das Auto lässt man vor den Toren des Dörfchens auf einem der ebenfalls überschaubaren Sammelparkplätze stehen und schlendert von dort aus gemächlich über die Straße, die sich dicht vorbei an hübschen, Holz verkleidete Häuschen schlängelt. Autoverkehr ist im Dorf selbst eher die Ausnahme und so kann man die Kinder beruhigt schon zur Eislauffläche vorlaufen lassen.

Dorfidylle ohne Halligalli und Schnickschnack

Eine Landmarke in den Liechtensteiner Alpen ist die Friedesnkapelle in Malbun. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Einen Supermarkt sucht man vergeblich, und wer eine Woche hier Skiurlaub verbringt, der hat an deren Ende jedes Restaurant des Örtchens mindestens einmal besucht. Ja, so geht Entschleunigung! Der Service der Gastgeber ist unaufgeregt, entspannt und freundlich, ohne aufgesetzt zu sein. Für den Nachwuchs gibt es stets eine gute Kinderkarte und meist sogar ein eigenes Spielzimmer, in dem sich die Kids austoben, lesen oder gemeinsam mit anderen spielen können. Beim abendlichen Gang durchs Dorf heim wundern sich die satten, müden Stadtkinder dann über die totale Finsternis in den Bergen und staunen zu den Sternen hinauf, bevor sie schnell und widerstandslos ins Hotelbett sinken.

In der beschaulichen Idylle von Malbun ist kein Platz für Halligalli. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer den Skiverleih im Dorf sucht, der muss sich durchfragen. Mit „Sport Malbun“ ist schließlich der Laden erreicht, der neben dem Verleih von Skiausrüstung auch eine bunte Sammlung an Waren zum Verkauf anbietet: Von der Skibrille, über Postkarten bis hin zur gepflegten Flasche Wein gibt es hier wenig und doch alles, was das Urlauberherz begehrt.

Übersichtliches Pistennetz

Überraschend, wie viel Platz 23 Pistenkilometer bieten können… (Foto Karsten-Thilo Raab)

Da das Skigebiet so überschaubar ist, kann man seine etwas größeren Kinder beruhigt auch in Kleingruppen von der Leine lassen. Hier geht keiner verloren und im Zweifel weiß Liftwärter Thury Meier, wann der Nachwuchs das letzte Mal oben an der Täli-Bahn aus dem Sessel gehüpft ist.

Wie das Skigebiet ist auch die Pistenbeschilderung in Malbun übersichtlich. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wem es als Familie rein uns Skivergnügen geht, wer seinen Genuss aus klarer Bergluft, Stille, einem übersichtlichen Pistennetz und dem knirschenden Geräusch unter den Skiern zieht, wer kurze Wege und ein autofreies Bergdörflein mehr schätzt als Remmidemmi und wummernde Beats, der ist in Malbun, dem kleinen, feinen Skigebiet des Fürstentums Liechtenstein richtig.
Die Skisaison dauert in dem kleinen Skiort, der insgesamt 23 Pistenkilometer zu bieten hat, von Mitte Dezember bis Mitte April – reicht der Naturschnee nicht aus, werden die Pisten bestens präpariert und die Liftpreise reduziert.

Gerade für Skianfänger ist das Wintersportareal in Liechtenstein perfekt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Kurz gesagt: Hier wedelt es sich ohne Schickimicki und authentisch. Versteht sich, dass dieses Bergidyll seinen Preis hat– Lifts, Hotel- und Restaurantpreise liegen auf Schweizer Niveau.

C – wie Charisma

Von der Talstation der Sesselbahn Hochegg geht es hinauf auf 1884 Meter. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Malbuner sind freundliche, offene Menschen. Nicht allzu freundlich, nicht allzu offen, sie sind „urchig“, wie sie es in ihrem Dialekt ausdrücken würden, „urwüchsig“ und „echt“. Ihr Dialekt klingt wie eine Mischung aus Halskratzen und Alpenromantik, ihre Freundlichkeit wendet sich unaufgesetzt an alle Gäste aber vor allem an die Kleinen: „Jätz hätt`s amol an Klapf Schnee häragworfa. Endlich kon d Kind amol gi schlettla`“, ruft uns die Rezeptionistin beim Frühstück zur Begrüßung fröhlich entgegen. Endlich hat es eine Menge Schnee gegeben, so dass die Kinder auch mal Schlitten fahren können – und dass sie sich für die kleinen Schneefreunde wie eine Schneekönigin selber mitfreut, das ist ihr wirklich anzumerken!

Malbun gilt als Wiege der Liechtensteiner Wintersportasse, die hier schon früh an den Skisport herangeführt werden. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Etwas formeller drückt es Prinzessin Sophie aus: „Ich bewundere den intensiven Spirit Liechtensteins“, formuliert es die die gebürtige Bayerin, die Malbun übrigens zu einem ihrer liebsten Orte des Fürstenturms erklärt hat.

Kurze, intensive Wintertage

Dominiert wird das Ortsbild durch Holzhäuser und Häuser mit Holzverschalung. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Verwundern tut das beim Anblick des Bergmassivs hier oben keinen. Während Groß und Klein entspannt im Sechser-Sessellift zur Täli-Station schweben, fällt der Blick zurück aufs JUFA-Hotel, über die herrliche Täli-Piste und hinauf zur Bergkette. „Mama, guck mal, gleich ist die Sonne schon wieder hinter den hohen Bergen verschwunden!“, fällt dem kleinen Nachwuchs-Wedler Constantin auf und sein behandschuhter Finger weist auf die zerklüftete Bergkette, die die Piste schützend wie ein Kessel einrahmt.

Eine Snowboarderin in Malbun, die scheinbar eine Schneekanone im Rucksack hat. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Skitage sind im tiefen Winter kurz, um vier Uhr schließen die Lifte und so lässt fast jedes Kind die Skistiefel beim Mittagessen an – schließlich will man so schnell wie möglich wieder auf die Piste!

Das Jufa-Hotel liegt direkt an der Talstation der Täli-Bahn. (Foto Karsten-Thilo Raab)

An der Bergstation angekommen heißt es aus jedem Sessel: „Hoi Thury!“ – Jeder kennt den freundlich und aufmerksam drein blickenden Liftwart. Thury Meier thront an der Bergstation der Täli-Bahn in seinem Kämmerlein und hat für jeden der im Sekundentakt ankommenden Skisportler ein freundliches Nicken parat. Nicht von ungefähr gilt er als einer der meist gegrüßten Personen des ganzen Fürstentums…

Schneeabenteuer abseits der Pisten

Der (Eis-) Kletterturm lädt ganzjährig zum Kraxeln ein. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch abseits der Pisten bietet das kleine Skigebiet jede Menge Winterspaß für Eltern und Kinder. Beim Schlucher-Ttreff kann man entspannt ein Paar Runden auf der Eisbahn drehen und hinterher bei warmer „Schoki“, Röstispezialitäten und Punsch mit den Einheimischen ins Gespräch kommen. Dass das Gemeindepolizeiamt im gleichen Gebäude liegt, macht es besonders für die Kleinen spannend. Schließlich kann man den Gemeindepolizist, der hier vor lauter Friedfertigkeit und alpenländischer Verschlafenheit nicht viel zu tun hat, auf und ab stolzieren sehen.

Auch wenn das Gros der Abfahrten aus blauen und roten Pisten besteht, warten in Liechtenstein Herausforderungen für jede Könnerstufe. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer das Abenteuer sucht, der kann direkt am JUFA-Hotel sein Können beim Klettern am Eisturm beweisen oder sich der abendlichen Fackelwanderung durchs Dorf anschließen.

Das schöne am Skifahren in Liechtenstein: hier herrscht keine drangvolle Enge, hier finden sich keine „Pistensäue“. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Übrigens: Kinder unter sechs fahren kostenfrei Lift. Und Wer als Familie einen Grund sucht, im Sommer nach Malbun zurückzukehren, sollte zum „Donkey Grand Prix“ wieder in das Liechtensteiner Bergidyll reisen. Hier beweisen Kinder, dass Esel bei richtiger Führung nicht unbedingt stur sein müssen….

Wissenswertes zu Urlaub in Liechtenstein

Der Malbi-Hort ist auch eine der wenigen Einkehrmöglichkeiten entlang der Piste. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Allgemeine Informationen: Liechtenstein Center, Städtle 39, 9490 Vaduz, Liechtenstein, Telefon 00423-239-6363, info@liechtenstein.li, www.tourismus.li und www.malbun.li

Lage: Das Fürstentum Liechtenstein, nach dem Vatikanstaat, San Marino und Monaco das vierkleinste Land Europas, liegt südlich des Bodensees in der Alpenregion zwischen Österreich und der Schweiz. Die südliche sowie östliche Staatsgrenze ist geprägt vom Alpen-Hochgebirge, dem Rätikon.

Liechtensteiner haben ihre ureigene Sprache – wie der Bierdeckel zeigt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Währung: Offizielles Zahlungsmittel ist der Schweizer Franken. Euros werden (nahezu) überall akzeptiert. Ein Schweizer Franken entspricht 0,93 Euro, ein Euro entspricht 1,07 CHF

Skisaison: Die Skisaison geht bis zum 16. April 2017. Die Lifte sind täglich von 9 bis 16.15 Uhr in Betrieb.

Skipass: Die Tageskarte kostet für Erwachsene 29 CHF Franken, für Jugendliche 23 CHF und für Kinder 19 CHF.

Wer Ruhe im Skiurlaub sucht, ist in Liechtenstein goldrichtig. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Lift: Bergbahnen Malbun, 9497 Triesenberg-Malbun, Telefon 00423-7804010, www.bergbahnen.li

Langlauf: Verein Valünalopp, Lawenastraße 20, 9495 Triesen, Loipentelefon 00423-263-8801 www.valuenalopp.li (mit Webcam)

Skiverleih: Malbun Sport, Im Malbun 34, 9497 Triesenberg, Telefon 00423-2633755, info@malbunsport.li www.malbunsport.li

Leibliches Wohl & Nachtlager

Zu den „Nationalspeisen“ im Fürstentum gehört das Rösti. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Essen & Trinken: Schlucher-Treff, Im Malbun 3, 9497-Triesenberg-Malbun, Telefon 0043-263-5102, www.schlucher-treff.li. Kleines Restaurant im Herzen von Malbun direkt am Eisplatz – bekannt für seine Rösti-Variationen.

Restaurants Vögeli im Alpenhotel Malbun, 9497 Triesenberg-Malbun, Telefon 00423-263-1181, www.alpenhotel.li. Deftige Landesküche kommt auf den Tisch des Restaurants.

Das markant rote Alpen Hotel existiert seit 1908 und zählt noch immer zu den beliebtesten Anlaufpunkten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Übernachten: Jufa Hotel Malbun, Alpin-Resort, Malbunstraße 60, 9497 Malbun. Liechtenstein, Telefon 00423-399-2000, malbun@jufa.eu, www.jufa.eu/malbun. Modernes Drei-Sterne-Haus mit großzügigen Zimmern direkt an der Malbuner Talstation.

Hotel Turna, Malbun, 9497 Triesenberg, Telefon 00423-265-5040, www.turna.li. Das direkt an der Talstation des Skilifts Sareis gelegene Hotel verfügt unter anderem über eine Saunalandschaft mit Kneippbecken sowie ein Hallenbad.

Blick auf die Pradameestuba im Jufa Hotel an der Täli-Bahn. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Buchtipp: Karsten-Thilo Raab, Ulrike Katrin Peters: Liechtenstein – Reisehandbuch (ISBN 978-3-939408-05-5). Erhältlich ist der Titel für 13,90 Euro im Buchhandel oder direkt beim Westflügel Verlag.

Archiviert unter Topthema, Europa, Liechtenstein
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