Goldgräberstimmung im irischen Avoca

In Avoca in der irischen Grafschaft Wicklow herrscht noch immer ein wenig Goldgräberstimmung.
In Avoca in der irischen Grafschaft Wicklow herrscht noch immer ein wenig Goldgräberstimmung.

Fast alles, was in Avoca glänzt, könnte einen Hauch von Gold an sich haben. So jedenfalls dachten es sich die Bewohner des kleinen Tales im südöstlichen Herzen des grünen County Wicklow, das schon immer als reiches Land begehrt war. Viele Landsitze des Adels lagen dort, wo die drei Flüsse Avoca, Avonmore und Avonbeg sich treffen. Auch Künstler und Dichter und die intellektuelle Elite Irlands bevorzugten die durch ihre Farben und wunderbaren Lichtspiele so inspirierende Landschaft, die auch vom Barden Thomas Moore im legendären Song „Meeting of the Waters“ verewigt ist. Es war dann im Jahr 1795, als im Fluss Avoca einige Klümpchen Gold gefunden wurden.

Noch immer lassen sich in Avoca mit viel Geduld kleine Nuggets finden. (Fotos Tourism Ireland)
Noch immer lassen sich in Avoca mit viel Geduld kleine Nuggets finden. (Fotos Tourism Ireland)

Für kurze Zeit machte sich Goldgräberstimmung im Idyll breit und der Avoca wurde zum Gold Mines River, gleichzeitig florierte der Kupferabbau in der Umgebung. So kann man bis heute mit einem freundlichen Tourunternehmen zum Goldwaschen aufbrechen und noch vor dem Lunch ein oder zwei Karat aus dem Avoca sieben. Original Goldwaschpfannen gehen mit auf den Weg und die Geschichte des kurzen irischen Gold Rush wird bei einer amüsanten Führung beleuchtet. Auch Angler und Vogelkundler zieht es in dieses immer noch von der Welt abgeschiedene Habitat. Avoca ist zugleich eng verbunden mit den schönsten Gärten und mit einer Modelinie, die nur in solch einer floralen Traumlandschaft kreiert werden konnte.

Auch ihre Geschichte startet im frühen 18. Jahrhundert, als beim Dorf Avoca am Fluss die erste vorindustrielle Wollmühle in Betrieb ging. Zunächst wurden Tweeds und Decken in Naturfarben gefertigt bis das kleine Unternehmen immer erfolgreicher wurde und mit seinen Tweeds auch King George VI. überzeugte, die Pariser Designerin Elsa Schiaparelli belieferte und mit zartesten Babydecken auch Queen Elizabeth II.

Goldwaschen in Avoca entpuppt sich auch als großer Spaß für die Kleinen.
Goldwaschen in Avoca entpuppt sich auch als großer Spaß für die Kleinen.

Über 200 Jahre ist das Unternehmen in der Hand einer Familie geblieben und die Mühle mit Showroom ist zu besichtigen. Das Label Avoca Anthology gilt weltweit als Markenzeichen für eine völlig verspielte, geblümte und romantische Modelinie aus feinsten Materialien: Vintage, Shabby Chic, wie aus der Bonbontüte gefallen. Weitere Informationen unter www.ireland.com.

Buchtipp: Ulrike Katrin Peters, Karsten-Thilo Raab: Oh, diese Iren, Conrad Stein Verlag, ISBN 978-3-86686-804-5. Das Buch ist im Buchhandel oder direkt beim Conrad Stein Verlag erhältlich.

Karsten-Thilo Raab: Irland und Nordirland, Morstadt Verlag, ISBN 978-3-88571-325-8. Erhältlich ist der Titel unter www.morstadt-verlag.de oder im Buchhandel. 

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Mortimer

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