
Das ikonische Gran Hotel Taoro in Puerto de la Cruz auf Teneriffa ist nach über 50 Jahren in neuem Glanz wiederauferstanden. Einem modernen Palast gleich, thront es auf einer Anhöhe über den Dächern von Puerto de la Cruz. Es beeindruckt mit seiner Kombination aus zeitgemäßem Luxus und kanarischer Tradition, seiner einzigartigen Lage und gleich drei Feinschmecker-Restaurants.
Understatement statt Prunk

Steht man vor dem glanzvollen Hotel mit seinem schön angelegten französischen Garten, denkt man zunächst eher an ein privates herrschaftliches Anwesen im Kolonialstil als an ein Hotel. Denn entgegen der Erwartung, anders als bei den meisten Grandhotels üblich, prangen keine großen Lettern mit dem Hotelnamen auf oder an dem Gebäude. Nur eine bescheidene Holztafel am Hoteleingang verrät dezent den Namen: „Gran Hotel Taoro“. Dieses Detail ist nicht nur stilvolles Understatement, sondern stellt sich als Teil des architektonischen Gesamtkonzeptes heraus: Man soll sich wie im eigenen Heim und nicht wie in einem Hotel fühlen, so die Hotelleitung. Große, aufdringliche Lettern würden dazu nicht passen.
Ein Grandhotel mit Tradition

Wer hier übernachtet, sollte wissen: Er betritt gewichtiges hotelhistorisches Terrain, zumal für die einheimische Bevölkerung. Denn mit seiner Eröffnung im Jahre 1890 als Spaniens erstes echtes Grandhotel schrieb das Gran Hotel Taoro spanische Tourismusgeschichte. Erstmals gab es jetzt in Spanien einen Hoteltyp, der nicht als klassisches Stadt- oder Touristenhotel, sondern mit seinen großzügigen Parkanlagen und seinem opulenten viktorianischen Luxus als Oase und Erholungs- und Rückzugsort für die reiche europäische Oberschicht und den Adel konzipiert war. Auf einer Stufe mit berühmten, stilprägenden Schweizer Grand Hotels wie dem Grand Hotel Belvédère in Davos oder dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel in Interlaken zog das Gran Hotel Taoro die Crème de la Crème des europäischen Adels, der Politik und Kultur an, die auf Teneriffa wegen des gesunden Klimas nicht selten monatelang überwinterte.
Luxus nicht nur für Superreiche

Nachdem das Hotel jahrelang leer stand und verfiel, öffnete Ende 2025 nach aufwändiger Renovierung das neue Gran Hotel Taoro seine Pforten. Es knüpft an die große Grandhotel-Tradition an, ohne dabei wie zuvor ein elitäres Hotel ausschließlich für Superreiche und Celebrities zu sein. Ehrfurcht ist fehl am Platze bei einem Aufenthalt in diesem Luxushotel der Extraklasse. Es soll nicht nur ein Grand Hotel, sondern auch ein Begegnungsort für jedermann sein. Darauf legt Hoteldirektor Gustavo Escobar eines seiner Hauptaugenmerke.

Für Gustavo Escobar ist die Leitung des neuen Gran Hotel Taoro eine Herzensangelegenheit und eine große Ehre. Auf Teneriffa geboren und in Puerto de la Cruz aufgewachsen, war für ihn das Gran Hotel Taoro schon immer etwas Besonderes: „Dieses Hotel war und ist für uns Einheimische eine Ikone, ein Wahrzeichen und steht über Generationen für Luxus und Weltläufigkeit auf Teneriffa und weit darüber hinaus“ Dieser Tradition fühlt er sich verpflichtet. „Höchste Qualität in allen Bereichen ist unser Anspruch. Der Gast soll sich bei uns wie zu Hause fühlen von dem Moment an, in dem er das Hotel betritt und eintauchen in die Welt eines modernen Grandhotels mit unverwechselbarer Tradition und Geschichte in einmaliger Lage“. Großen Wert legt Escobar auch auf das umfangreich gastronomische Angebot des Gran Hotel Taoro. „Wir bieten unseren Gästen in unserem Hause drei Spitzenrestaurant mit einer Strahlkraft weit über die Insel hinaus. Dort sind nicht nur unsere Hotelgäste, sondern auch Einheimische, einfach jeder, immer willkommen.“
Modernes Ambiente mit kanarischen Komponenten
Wie durchgängig durchdacht, schlüssig und aufwändig das gesamte Hotelkonzept verwirklicht worden ist, verblüfft und beeindruckt. Gebäude und die Gartenanlagen des neuen Gran Hotel Taoro haben sich am historischen Vorbild orientiert. Bewusst wurde die ursprüngliche neoklassizistische Architektur bei der Restaurierung dieses historischen Wahrzeichens erhalten.

Jedoch mit klareren, modernen Formen. Sowohl im Außen- als auch im Innenbereich werden immer wieder Bezüge zur Geschichte und Tradition des Hotels und der kanarischen Kultur und Landschaft hergestellt. Schwelgte das historische Grandhotel, wie alte Fotos zeigen (die man sich in einer im Hotel extra eingerichteten Ausstellung jederzeit anschauen kann), noch im Pompösen der Belle Époque, mit dunklem Holz und schweren Stoffen aus Brokat, Samt und Seide, setzt das neue Gran Hotel Taoro stattdessen auf klare, moderne Akzente. Helle Farben, fließende Stoffe, viel natürliches Licht und weite Fensterflächen lassen keine melancholische Stimmung aufkommen. Hochwertige Naturmaterialien wie feines Holz, Rattan, heller Stein und edle Textilien bestimmen die Hoteleinrichtung.
Zeitgemäße Zimmer mit Blick

199 Zimmer, teilweise mit Balkon, gibt es insgesamt. An Zimmergröße und Komfort wurde nicht gespart. Jedes der 179 geräumigen Deluxe Zimmer ist 30 Quadratmeter groß und mit edlen Materialien eingerichtet. 20 Suiten zwischen 48 und 128 Quadratmeter Größe bieten je nach Kategorie noch mehr Platz und Annehmlichkeiten. Zimmer und Suiten mit Gartenblick, Bergblick, Meerblick oder für den ganz großen Geldbeutel gar Suiten mit ultimativem Panoramablick auf den Atlantik, den Teide und das Orotavo-Tal stehen zur Auswahl. Die von kanarischer Natur, Kultur und Geschichte der Region inspirierte Zimmereineinrichtung vermag besonders zu gefallen. Es berührt einen sehr angenehm, in einem solch modernen Grandhotel viele Referenzen an die einheimische Kultur und Geschichte zu finden, wie traditionelle kanarische Handwerks- und Keramikkunst oder historische Zeichnungen und Fotografien. Das macht den Aufenthalt bei aller Modernität auch zu einem individuellen Erlebnis mit lokalem Bezug zur kanarischen Tradition und Geschichte.

Ein Tipp: Die Balkonzimmer zur Meerseite haben eine großartige Aussicht. Der Blick von dort auf die Dächer von Puerto de la Cruz und den Atlantik macht Laune. Allerdings hat man am Nachmittag dort keine Sonne. An heißen Tagen hat man dafür einen schattigen Platz auf dem Balkon. An windigeren Tagen kann es aber auch etwas frischer werden. Da ist dann ein Pullover angebracht.
Inspiriert von Künstlern und Kultur
Überhaupt begegnet einem während des Aufenthalts im Gran Hotel Taoro viel einheimische Kunst und Künstlerisches. Nur ein Beispiel ist die originelle Gemäldeserie des kanarischen Künstlers Alejandro Tosco mit ihren von kräftigen Farben dominierten abstrakten Landschaftsinterpretationen Teneriffas. Apropos Kunst – an einer berühmten Persönlichkeit kommt man im Gran Hotel Taoro nicht vorbei: Agatha Christie. Die englische Schriftstellerin schrieb während ihres Aufenthaltes im historischen Grandhotel an mehreren Kriminalromanen. Das Hotel hat ihr eigens einen Agatha-Christie-Saal und eine Agatha-Christie-Bibliothek gewidmet, in der sich alle ihre veröffentlichten Werke finden sollen.
Spa mit Vulkansteinen

Der großflächige Poolbereich mit seiner schicken Außengastronomie bietet Aussichten auf das Meer und den Teide. Tipp: Will man von dort den höchsten Berg Spaniens in voller Schönheit erleben und fotografieren, gilt: je früher, desto besser. In den Morgenstunden hat man die besten Chancen auf einen komplett freien Blick auf den 3715 Meter hohen Vulkan. Im Tagesverlauf hüllt sich der Gipfel des Berges gerne mal in Wolken.

Ein Spa darf in einem Hotel dieser Kategorie natürlich nicht fehlen. Im modernen und hochwertig eingerichteten Sandára Wellness Center kann man sich mit exklusiven Kosmetika, ausgewählten ätherischen Ölen oder Anwendungen mit vulkanischen Steinen verwöhnen lassen.
Ein Paradies für Gourmets
Das Gran Hotel Taoro ist eine gastronomische Spitzendestination auf Teneriffa und den Kanaren. Gleich drei wirklich außergewöhnliche Feinschmecker-Restaurants gibt es im Hotel. Sie stehen unter der Leitung der angesehenen spanischen Starköche Erlantz Gorostiza und Ricardo Sanz.

Im „Amalur“ kreist alles um die vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde. Gehobene zeitgenössische kanarische Küche wird geboten, die regionale Produkte mit modernen Techniken und französischer haute-cuisine neu interpretiert. Eine verblüffende und köstlich-kräftige Kombination: ein halber gegrillter Hummer mit Sobrasada, einer kräftig-würzigen, luftgetrockneten Rohwurst. Ein Genuss auch das Beef Wellington nach kanarischer Art mit kanarischen Kartoffeln, gegrillten Peperoni mit Knoblauch und Mojosaucen.

„Amalur“ bedeutet im Baskischen „Mutter Erde“, ein deutlicher Hinweis auf die Naturverbundenheit des Konzepts. Auch die dekorative Einrichtung des „Amalur“ ist ein Erlebnis für sich und orientiert sich am Leitmotiv der vier Elemente.
Das „Lava“ verehrt die Glut des Feuers
Im „Lava“ sind Lava, Feuer, Rauch und heißes Gestein die Herzstücke. Es ist das exklusivste und kulinarisch anspruchsvollste der Restaurants im Gran Hotel Taoro und die Erfüllung eines Traumes für die spanische Zwei-Sterne-Kochlegende Erlantz Gorostiza.

„So etwas wollte ich schon immer machen,“ bestätigt er. „Ein kleines Restaurant mit intimer Atmosphäre, in dem ich meine ganz privaten kulinarischen Ideen und Vorlieben immer wieder neu verwirklichen kann.“ Nur 18 Plätze gibt es. Sechs davon gehören der offenen Küchenbar, dem „Chef’s Table“, an dem die Gäste die Zubereitung der einzelnen Gerichte unmittelbar miterleben.

Ähnlich wie im „Amalur“, für das Gorostiza ebenfalls verantwortlich ist, reflektieren Design und Einrichtung des „Lava“ in vielen Details die vom Vulkanismus geprägte Region. Zwei Degustationsmenüs gibt es. Auf der Agenda steht eine erstklassige, experimentelle Küche, die tief in der Landschaft des Teide verwurzelt ist. „Feuer und Rauch, die glühende Lava haben mich schon immer fasziniert“ gesteht Gorostiza. „Die Magie der Vulkanlandschaft auf Teneriffa, der unglaubliche Teide, all das inspiriert mich zu den Gerichten, die wir im „Lava“ und im „Amalur“ anbieten.“

Als die Anfrage des Gran Hotel Taoro kam, hat er sofort zugesagt. „Es ist großartig, in diesem ikonischen Hotel so ein Restaurantprojekt entwickeln und leiten zu dürfen.“. Feuer, Flamme, Glut und Rauch prägen jedes Gericht im „Lava“, sei es bei der Zubereitung, sei es geschmacklich. Holzkohle-Brot und Holzkohle-Butter zu Beginn des Menüs zeigen sofort, wohin die Reise geht. In der Folge begeistern u. a. delikates Kinnbackenfleisch von Kabeljau und Seehecht, Kokotxa genannt, mit Pilpil, einer Mischung aus Olivenöl, Knoblauch und Chilisauce oder ein superzarter, 42 Stunden langsam gegarter Seebarsch mit Gofio, einer traditionellen kanarischen Weizenbeilage.

Als „feuerbasierte Autorenküche“ beschreibt das Hotel auf seiner Website das Menüangebot des „Lava“. Noch einmal Erlantz Gorostiza: „Ich möchte meine Gäste mitnehmen auf eine ganz persönliche und einzigartige kulinarische Reise, die alle Sinne anspricht und die ihren Ausgangspunkt hier auf Teneriffa hat.“ Und das gelingt ihm mit seinen besonderen und erstaunlichen Kreationen und Komponenten. Das „Lava“ besticht durch seine Einmaligkeit, sowohl von der Konzeption als auch vom Ideenreichtum der angebotenen Gerichte.

Der starke Fokus auf kanarische Weine passt zur Philosophie der Restaurants im Gran Hotel Taoro. An die 300 Referenzen bietet der hoteleigene Weinkeller. Der Service in beiden Restaurants ist engagiert, professionell und gut unterrichtet, mit Erläuterungen zur Zubereitung und den Hintergründen und Traditionen der Gerichte.
Japanische Meisterküche im „Oka“
Das „Oka“ ist wohl das avantgardistische der drei Restaurants des Grandhotels. Hier wird mit dem Omakase-Konzept eine höchst ambitionierte Form japanischer Küche zelebriert. Der Gast wählt nicht einzelne Gerichte, sondern die Menülänge. Der Küchenchef entscheidet täglich neu, was serviert wird, abhängig vom Tagesfang, der Saison, den aktuellen Produkten und seiner Inspiration.

Die Gesamtleitung des Restaurants hat Ricardo Sanz, ein Pionier der japanischen Spitzengastronomie in Spanien. Vor Ort im „Oka“ ist Küchenchef Emiliano Liska verantwortlich. Wie beschreibt er den Küchenstil des Restaurants? „Unsere Küche ist eine Fusionsküche aus japanisch-mediterranen Elementen. Mit Kaiseki-Ansatz, also ein Menü mit vielen kleinen Gängen, die exzellent zubereitet, aufwändig angerichtet und sorgfältig aufeinander abgestimmt sind.“ Dabei geht es nicht nur rein japanisch zu. „Wir kombinieren zum Beispiel klassische spanische Gerichte mit japanischen Elementen und umgekehrt. Das ist das Spannende, dass wir traditionelle Gerichte aus beiden Welten miteinander verknüpfen, immer wieder neu und auf verschiedene Weise.“

Thunfischbauch mit Tonnato Sauce und Kaviar, süße Garnelen mit Palmenpfeffer-Ponzu oder Usuzukuri von der roten Riesengarnele, hauchdünn, fast durchsichtig geschnitten, mit edlem Koshihikari Reis sind nur drei Beispiele der kulinarischen Meisterschaft im „Oka“.

Der Service im „Oka“ steht den Meistern in der Küche in nichts nachsteht. Detailliert und mit freudigem Einsatz informiert man den Gast über die Bestandteile und die Zubereitung eines jedes Ganges. Fragen dazu, die sich z. B. bei einem Omakase-Menü durchaus ergeben können, werden gerne und, falls gewünscht, auch ausführlich beantwortet. Man nimmt sich viel Zeit für den Gast. Eine exzellente Sake- und Weinbegleitung bietet, gleichsam parallel zu den Gerichten des Menüs, ein ebenfalls nicht alltägliches kulinarisches Erlebnis.

Wer nicht auf Sake spezialisiert ist, kann hier seinen Sake-Erfahrungsschatz bereichern. „Wandering Poet“ heißt z. B. ein hochwertiger, vollmundiger Sake mit leichten Fruchtaromen, hergestellt von der japanischen Brauerei Rihaku Shuzō in Matsue. Einer Legende nach trank der Poet Rihaku eine große Flasche davon und schrieb anschließend, in dem er auf und ab wanderte, hundert Gedichte hintereinander. Der „Wandering Poet“ mit seiner Namensgebung erinnert humorvoll daran. Gedacht ist der Sake im „Oka“ jedoch nicht als berauschende Inspirationsquelle, sondern als hervorragender Speisebegleiter. Im Fall des „Wandering Poet“ zu einem Gang mit Rührei, Thunfisch und kanarischen Kartoffeln.
Bewertung des Mortimer Reisemagazins
In jeder Kategorie werden maximal fünf Sterne vergeben:
Lage ****
Ausstattung ****
Sauberkeit ****
Essen und Trinken ****
Service *****Fazit: Ein symbolträchtiges, exzellentes Grandhotel mit unverwechselbarer Identität in exponierter, schöner Lage. Der Mix aus modernstem Komfort, kanarischer Tradition und Geschichte und sein herausragendes kulinarisches Angebot zeichnen das Gran Hotel Taoro aus.
Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung von My Way Hotels & Resort statt.
Peer Völz
lebt in Hannover und findet, dass nicht nur Niedersachsens Landeshauptstadt eine Reise wert ist. Der freie Reisejournalist und Autor schreibt seit 2019 regelmäßig für das Mortimer-Reisemagazin.