
Zwischen antiken Arenen, Lavendelduft und erstklassigem Syrah entfaltet sich auf der Rhône ein Reiseerlebnis der Extraklasse, das an Bord der A-ROSA LUNA zu einer unvergesslichen Hommage an das französische Savoir-vivre wird.

Wenn sich der Bug der A-ROSA LUNA von den Ufern am Zusammenfluss der Saône mit der Rhône löst, beginnt eine Entdeckungsreise durch den Süden Frankreichs, die kulinarische Raffinesse mit landschaftlicher Erhabenheit verbindet.

Lyon, die Hauptstadt der Region Auvergne-Rhône-Alpes, präsentiert sich bei der Ausfahrt als eindrucksvolles architektonisches Panorama aus Renaissance-Fassaden, verborgenen Fußgängerpassagen, den Traboules, der berühmten Presqu’île, wo sich Modeboutiquen und Cafés aneinanderreihen und der über allem thronenden Basilika Notre-Dame de Fourvière mit der daneben liegenden Miniausgabe des Eiffelturms, des 101 Meter hohen Tour métallique de Fourvière.
Ein absoluter Blickfang im wahrsten Sinne des Wortes ist das Fresque des Lyonnais an der Rue de la Martiniére – eine siebenstöckige Hausfassade, die komplett in eine gigantisches Wandbild verwandelt wurde. Auch die Figur des „kleinen Prinzen“ darf nicht fehlen. Denn Lyon ist die Geburtsstadt von Autor Antoine de Saint Exupéry.

Als drittgrößte Stadt Frankreichs avanciert die 520.000-Seelen-Gemeinde zugleich zur französischen Genuss-Kapitals, was sich in den zahlreichen „Bouchons“ widerspiegelt, den traditionellen Restaurants, die regionale Spezialitäten wie den kloßähnlichen, mit Fisch oder Fleisch gefüllte „Quenelles“ oder den „Saucisson de Lyon“, der luftgetrockneten Schweinswurst, servieren. Eine gute Anlaufstelle ist hier die Rue Mercieré mit ihren einladenden Lokalen.
Mittelalterliche Stille in Viviers

Das Schiff gleitet stromabwärts, während an Deck das dezente Rauschen des Flusses den Takt für die kommenden Tage vorgibt. Gleich 19 Meter Höhenunterschied muss das schwimmende Hotel an der Écluse de Châteauneuf, einer Schleuse aus dem Jahr 1957, überwinden. In Viviers scheint die Zeit förmlich stillzustehen, wenn das Schiff an den kalksteinweißen Ufern festmacht.

Der mittelalterliche Ortskern der historischen Bischofsstadt sitzt über der Rhône und besticht durch verwinkelte Gassen, steil ansteigende Pflasterwege und die Kathedrale Saint-Vincent, die als kleinste französische Kathedrale gilt und dennoch Jahrhunderte architektonischer Geschichte atmet. Oben vom Aussichtspunkt Belvedere eröffnet sich ein majestätischer Blick über die Dächer der Altstadt und das glitzernde Band der Rhône.

Von Viviers aus führen Ausflüge in die Schluchten der Ardèche, wo der Fluss sich tief in die Felsen gegraben hat und die Pont d’Arc, eine natürliche Steinbrücke, zu den bekanntesten Fotomotiven der Region zählt. Zurück an Bord kündigt die Landschaft rundherum beim Blick vom Sonnendeck an, was weiter südlich wartet: Die Provence ist nicht mehr weit, und mit ihr kommen Lavendel-Assoziationen, Weinberge, Zypressen und jenes besondere Licht, das Meteorologen gerne nüchtern als „mediterrane Sonne“ beschreiben.
Antikes Erbe in Arles

Die darauffolgende Station führt in das sonnenverwöhnte Arles, wo das Erbe des Römischen Reiches lebendig geblieben ist und die Luft den Duft der Provence trägt. Das gewaltige Amphitheater einst Schauplatz blutiger Gladiatorenkämpfe, überragt als Weltkulturerbe bis heute das Stadtbild und erinnert zusammen mit dem benachbarten Amphitheater an die antike Bedeutung als Kolonie im Römischen Reich. Auch die romanische Kirche Saint-Trophime mit ihrem imposanten Kreuzgang gehört zum herausragenden historischen Ensemble.

Doch Arles ist nicht nur Stein gewordene Antike, sondern auch ein von Kunst beseelter Ort, an dem Vincent van Gogh einst das intensive Licht des Südens in leuchtenden Pinselstrichen verewigte. Der niederländische Maler, der zwischen 1888 und 1889 in Arles lebte, fand hier Inspiration für mehr als 300 Werke.

Sein „Café Terrace at Night“ am Place du Forum ist bis heute ein Anziehungspunkt für Kunstliebhaber, obschon sich aktuell kein Betreiber für das Lokal mit der markant gelben Fassade findet. Beim Flanieren über die von Platanen gesäumten Plätze spürt man jene kreative Energie, die Maler und Dichter seit Generationen magisch anzieht. Die Atmosphäre passt dazu: Terrakotta-farbene Dächer, helle Fassaden, Platanen und das warme Licht des Südens.

Nur wenige Kilometer entfernt beginnt die Camargue, ein Naturparadies aus Salzwiesen, Flamingos, mächtigen Stieren und wilden Pferden. Überraschenderweise wird hier auch Reis angeboten- sogar in Mengen, die für den Export reichen.
Magie der Papststadt Avignon

Kaum ein Ort entlang der Route besitzt eine so monumentale Ausstrahlung wie Avignon, die stolze Stadt der Päpste. Der gotische Papstpalast, das größte Sakralbauwerk dieser Epoche weltweit, zeugt von der einstigen Macht des Vatikans im späten Mittelalter, als die Stadt das spirituelle Zentrum des Abendlandes war. Der Palast selbst ist weniger romantisches Schlösschen als wehrhafte Festung – monumental, kantig und beeindruckend. Im Inneren sorgen die Wandmalereien der päpstlichen Gemächer für den Kontrast zur massiven Architektur.

Nur wenige Hundert Meter vom „Palais des Papes“ entfernt, der seit 1995 zum UNESCO-Welterbe gehört, ragt die weltberühmte, im Volksmund besungene Brücke Pont Saint-Bénézet in den Fluss hinein und erzählt von den Launen der Rhône, die im Laufe der Jahrhunderte Teile des historischen Bauwerks fortgerissen hat. Von den ursprünglich 22 Bögen sind vier erhalten.

Die belebten Gassen innerhalb der mächtigen Stadtmauern laden zum Verweilen in traditionellen Cafés ein, während der Blick von den Rocher des Doms Gärten weit über das Rhônetal schweift. Auffällig ist die hohe Zahl an Fachgeschäften. Der Bogen reicht vom Hutmacher über Bonbon-Hersteller bis hin zur Seifenmanufaktur.
Weinbaukultur in Tain-l’Hermitage

Auf dem Rückweg stromaufwärts macht die A-ROSA LUNA, die mit ihren 86 Außenkabinen Platz für maximal 174 Gäste bietet, in Tain-l’Hermitage fest. Die 6.000-Seelen-Gemeinde gilt als Mekka für Weinliebhaber und Kenner edler Tropfen. Die steilen, terrassierten Weinberge am Ufer liefern die Trauben für weltberühmte Appellationen wie Crozes-Hermitage und Hermitage. Auch Schokolade hat hier ihren Auftritt: In Tain-l’Hermitage befindet sich die Cité du Chocolat Valrhona, ein Erlebniszentrum rund um die Herstellung und Kultur der Schokolade.

Verbunden ist das Städtchen mittels einer schmucken Holzbrücke mit dem gegenüberliegenden Tournon-sur-Rhône, über dem ein altes Schloss, Türme und Weinberge thronen. Samstags wird hier Markt abgehalten.

Nach dieser geschmacklichen Hommage an das Rhônetal kehrt das Schiff schließlich dorthin zurück, wo die Reise ihren Anfang nahm. Mit Blick auf die funkelnden Lichter der Lyoner Kaianlagen schließt sich der Kreis einer Flusskreuzfahrt, die das Herz Frankreichs in all seiner facettenreichen Schönheit eingefangen hat.
Wissenswertes zur Rhône-Kreuzfahrt

Informationen: Flusskreuzfahrten auf der A-ROSA LUNA von Lyon über Viviers, Arles, Avignon, Tain-l’Hermitage und Tournon-sur-Rhône und zurück mit sieben Übernachtrungen werden im „Tarif Premium All Inclusive mit umfangreichem Getränkepaket Plus“ ab 1.882,50 Euro pro Person angeboten.

Ein besonderes Highlights an Bord der A-ROSA LUNA ist zu Beginn der Flusskreuzfahrt eine abendliche Fahrt auf der Rhône und Saône durch die Altstadt von Lyon. Nicht minder spektakulär ist ein Abstecher auf dem Wasser zur berühmten Brücke von Avignon. Angeboten werden die Kreuzfahrten von März bis Ende Oktober. Weitere Informationen unter www.a-rosa.de.

Allgemeines: Dadurch, dass die Rhône, auf der nur sehr wenige Frachtschiffe verkehren, weitgehend kanalisiert ist und der Wasserstand durch Schleusen reguliert werden kann, sind die Flusskreuzfahrten ganzjährig nahezu problemlos möglich. .

Die Recherche fand – ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung – auf Einladung / mit Unterstützung der A-ROSA Reederei GmbH statt.
Karsten-Thilo Raab
berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.