Die Steinwüste und die wenigen Wüstenakazien rund um El Quseir bezaubert vor allem abends. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Wenn die Wüste ruft im ägyptischen El Quseir, lädt sie zu ganz besonderen Momenten und einem großartigen Abenteuer ein. Spektakuläre Sonnenuntergänge und ergreifende Blicke in den Sternenhimmel lassen diese Erfahrung noch lange nachwirken.
„Sind alle ok?“, fragt der gut gelaunte ägyptische Fahrer des weißen, geländegängigen Land Cruisers nach hinten in Richtung der gepolsterten Pritschen, auf denen die Wüstenabenteurer fröhlich im Rhythmus der Bodenwellen vor sich hinschaukeln.
PS statt Kamele
Auch eine Möglichkeit: die Wüste mit Kamelen erkunden. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Da alle mit einem lauten „Ja“ ein konkretes Lebenszeichen von sich geben, tritt er in seiner weißen, bodenlangen Galabeya – natürlich barfuß fahrend – noch etwas tiefer ins Gaspedal. Ruckelig geht es weiter tiefer in die Wüste hinein.
Unzählige Fotomotive erscheinen während der wilden Fahrt. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die jüngeren Mädels mit Smartphone auf Content-Jagd kreischen begeistert auf, die älteren kulturinteressierten Damen halten sich mit einem abgeklärten Gesichtsausdruck etwas mehr fest. Anschnallgurte sind in der Wüsten völlig überflüssig …
Wüstenerfahrung zählt
Zeit, um die Besonderheiten der Wüste zu erkunden. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Doch der Land Cruiser hat sichtlich schon so viele Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte auf den Reifen, dass sich alle sicher sind, der Fahrer weiß wohl was er tut.
Jedes Leben in der Trockenheit erscheint wie ein Wunder. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Die uralte Kurbel zum die Fahrer- und Beifahrerfenster hoch und runter zu bekommen, liegt entspannt in einem eingestaubten Fach am Armaturenbrett und wird nur bei Bedarf in die entsprechende Vorrichtung mit etwas Kraft eingesetzt. Kein elektrischer Firlefanz.
Leben in der Wüste
Genügend Zeit für einen Fotostopp bleibt immer. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Ganz selten erscheinen während der Fahrt einzeln stehende Bäume, die für einen Fotostopp herhalten müssen. Bei so viel trockener Wüste Leben zu entdecken, ist einfach etwas ganz Besonderes.
Auf der Suche nach dem perfekten Ort für den perfekten Sonnenuntergang. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Sherine Zineldin, Expertin für Ägypten und Director of Marketing & Digital Strategy des Mövenpick Resort El Quseir, erklärt begeistert, „die wenigen Akazienbäume sind so wertvoll in der Wüste. Sie werden von den Einheimischen auch als Heilpflanzen verwendet. Leider wachsen sie sehr langsam in dieser rauen, trockenen Landschaft“.
Schon geht es weiter. Es gilt, den perfekten Ort für den perfekten Sonnenuntergang zu finden. Der Land Cruiser donnert mit seinen Gästen durch die bizarre Landschaft. Dann ist er gefunden. Schnell den kleinen Hügel hochkraxeln und sodann neigt sich die Sonne gen Horizont und verschwindet majestätisch hinter der Wüstenskyline.
Die Sonne küsst den Horizont und läutet den Sternenhimmel ein. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Der Wind nimmt etwas zu. Nach einer kleinen wilden Fahrt ist ein perfekter Platz gefunden um das traditionelle Lagerfeuer zu entfachen und ein geschütztes Lager zu errichten.
Kaffee und Sterne unterm Wüstenhimmel
Schnell ein Feuer entfachen, bevor das letzte Licht erloschen ist. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Während der jüngere der beiden Fahrer, mit viel Geduld die Kaffeebohnen über dem knisternden Feuer röstet, werden schmackhafte Nüsse und frische Gemüsestreifen vernascht, die bis dato in einer Kühlbox versteckt waren. Auch erfrischende Getränke benetzen die ausgetrockneten Kehlen.
Das Klackern der Kaffeebohnen klingt einsam durch die Wüstenluft. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Plötzlich ist es soweit, die Dunkelheit legt sich über die Wüste, der Sternenhimmel eröffnet seine strahlenden Geheimnisse. Andächtig liegen alle auf den ausgerollten, traditionellen Matten und genießen diesen speziellen Moment. Nur der Duft nach frischem Kaffee, angereichert mit viel Ingwer, zieht sanft durch den sanften Wüstenwind.
Momente der Weite und Stille
Maya Mitulski vom Mövenpick Resort El Quseir weiß, wann die beste Zeit für eine Wüstentour ist. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Maya Mitulski, Director of Operations des nahe liegenden Mövenpick Resort El Quseir, die diese faszinierende Tour schon öfters gemacht, verrät, „am besten sind die Milchstraße und die Galaxien bei Neumond zu sehen.“ Dann erzählt sie, „vor zwei Wochen erst, hat man die Milchstraße wie auf den Fotos der professionellen Teleskopen gesehen. Meine Familie war zu Besuch und es war einfach unglaublich spektakulär“.
Auch bei vielleicht nicht ganz perfektem Sternenhimmel sind doch alle angetan von der besonderen Stimmung in der Wüste bei El Quseir, der endlosen Ruhe und der besonderen Luft, die alle entspannt und glücklich tief einatmen lässt. Runter kommen, den Alltag einfach vergessen.
Als es heißt, Abschied von der bezaubernden Nacht in der Wüste zu nehmen, steigen die Abenteurer beschwingt zurück in das weiße Gefährt und schauen sich etwas fragend an. Wie kann man bei vollkommener Dunkelheit aus der Wüste herausfinden? Keine Straßen, keine Schilder.
Schnell ist das Lager aufgebaut, aber auch wieder schnell zusammengeräumt. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Der einheimische Fahrer erklärt mit einen wissenden Lächeln, „wenn ich mich in der Wüste verirre, kann ich mich nicht mehr zu Hause blicken lassen“. Dann lüftet er das Geheimnis, „bei Tageslicht zeigen mir die Steine, Felsen und Berge den richtigen Weg. Bei Dunkelheit übernehmen das die Sterne“.
Freie Fahrt unterm Sternenhimmel
Schon tagsüber scheint die Wegeführung sehr unübersichtlich. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Und so holpert der weiße Land Cruiser weiter durch die klare Wüstennacht. Vorbei an hohen Felsen, dann wieder durch ein scheinbar weites Tal – zumindest sieht es so aus, soweit es mit den Strahlen, die der Mond tapfer schickt, zu erkennen ist.
Für Nichtkenner der Wüste sehen alle Berge irgendwie gleich aus. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Einfach nicht darüber nachdenken, dass es hier auch frei lebende Kamele gibt, die hinter dem nächsten Felsen plötzlich aus der Dunkelheit vor der Motorhaube auftauchen könnten. Doch die Kamele habe ihr Nachtlager wohl woanders aufgeschlagen und lassen sich nicht blicken.
Mit Musik geht alles besser
Sicher schaukelt der erfahrene Lenker seine Gäste durch das Abenteuer Wüste. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Dann wird die die orientalische Musik des alten, klapprigen Radios lauter gemacht und die Wüstenabenteurer schaukeln sich in den Rhythmus der ansonsten völlig lautlosen Wüste und den Klängen der vor sich dudelnden Musik ein.
Zurück im Mövenpick Resort El Quseir werden die Erlebnisse noch einmal Revue passieren gelassen. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Wieder zurück im Mövenpick Resort El Quseir, von dem aus das spektakuläre Abenteuer gebucht werden kann und auch begonnen hat, sind sich alle einig: die Nacht bei El Quseir in der ägyptischen Wüste ist ein ganz besonderes Erlebnis. Weitere Informationen unter www.movenpick.accor.com
Übernachtungstipp
Die großzügige, nubische Bauweise im Mövenpick Resort El Quseir garantiert einen entspannten Aufenthalt. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Das Fünf-Sterne Mövenpick Resort El Quseir überzeugt durch perfekten, unaufdringlichen Service, hervorragende Gastronomie und entpuppt sich als Oase der Ruhe und Entspannung.
Einer der vielen Möglichkeiten den Abend ausklingen zu lassen, sind die gemütlichen Sitzmöglichkeiten am Pool. – Foto: Susanne Timmann / Mortimer Reisemagazin
Im nubischen Stil erbaut, erstreckt sich die gepflegte Anlage weitläufig am Meer entlang. Taucher und Schnorchler genießen den einfachen Einstieg ins Hausriff, dessen Vielfalt Herzen höher schlagen lässt. Dank zwei verschiedener Poolbereiche findet jeder seinen perfekten Wohlfühlbereich.
Die Recherche fand auf Einladung / mit Unterstützung von accor in Zusammenarbeit mit Golin Ketchum statt.
Susanne Timmann
lebt im Rheinland, ist aber in der Welt zuhause. Seit 2022 fungiert sie als stellvertretende Chefredakteurin des Mortimer Reisemagazins, für das sie Beiträge in Wort und (Bewegt-) Bild über Destinationen weltweit verfasst.
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