Von 11. Juni 2020 Mehr →

Brokenwood – solide Krimiunterhaltung aus Oz

Brokenwood

Im beschaulichen Brokenwood geschieht das Unfassbare: der Rugby-Trainer wird tot und nackt am Pfosten angebunden.

Wer auf spektakuläre Landschaftsbilder vom anderen Ende der Welt hofft, wird in der nunmehr zweiten Staffel von Brokenwood – Mord in Neuseeland eher enttäuscht. Wer jedoch spannende Krimiunterhaltung mit einer Prise feinem Humor sucht, für den sind die neuesten Fälle, mit denen sich Detective Senior Sergeant Mike Shepherd (Neill Rea) auseinander zu setzen hat, unbedingt empfehlenswert. Gleich vier ungewöhnliche Morde hat der eigenwillige Ermittler mit dem Faible für Country-Musik zusammen mit seinen Assistenten Detective Kristin Sims (Fern Sutherland) und D.C. Sam Breen (Nic Sampson) aufzuklären.

Dabei geht es in „Tödliche Niederlage“ um einen erfolglosen Rugby-Trainer, der nach einer beispiellosen Serie von 50 Niederlagen tot aufgefunden wird. Und zwar nackt an einen Torpfosten gebunden, mit einem Stück Rugbyball als Gesichtsabdeckung. Das Ganze wird noch rätselhafter, als bei der Obduktion eine Damenslip in seinem Rachen auftaucht, mit dem er erstickt wurde. Fast zeitgleich wird in einem Waldstück die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Ein Zusammenhang scheint hier nicht ausgeschlossen, auch wenn das Ermittler-Trio zunächst im Dunkeln tappt.

Mike Shepherd und Kristin Sims bilden das kongeniale Ermittlerduo in Brokenwood.

Kaum minder kurios ist auch die Folge „Sterben oder nicht sterben“. Hier bricht während der Aufführung eines Shakespeare-Stücks der Hauptdarsteller des Laientheaters tot zusammen. Schnell wird klar, dass der junge Darsteller vergiftet wurde. Nach und nach gerät nahezu das gesamte Ensemble der Brokenwood Theater Society in den Fokus der Ermittler. Neid und Missgunst schlagen dabei kuriose Blüten unter den bisweilen überaus exzentrischen Theaterleuten.

Die zur abgeschnittenen Hand gehörende Leiche aus „Fang des Tages“ taucht schließlich auf. – Fotos Edel Motion

Im „Fang des Tages“ sorgt zunächst eine abgetrennte Hand, die in einer Krebsfalls am Strand angespült wird, für Verwirrung. Wenig später wird an anderer Stelle des Meeres eine Leiche ohne Hand aus dem Wasser gefischt. Schnell wird auch die Brücke zu einem anderen Todesfall vor fünf Jahren geschlagen. Shepherd & Co müssen klären, ob es sich hier um einen Zufall handelt oder ob die Fälle, bei denen auch immer wieder die Fischereirechte hinterfragt werden, irgendwie zusammenhängen.

BrokenwoodZum Staffelfinale muss County-Musik-Liebhaber Shepherd in „Blutiges Pink“ erleben, wie seine Lieblings-Countrysängerin bei einem Livekonzert durch einen Stromschlag getötet wird. Zunächst scheint alles auf einen Suizid oder einen Unfall unter Alkoholeinfluss hinzudeuten. Doch eine kryptische, mit Lippenstift gemalte Nachricht bringt den sichtlich erschütterten Shepherd schließlich auf die richtige Fährte.

So spannend die Fälle auch sind, einiges bleibt unverändert: Shepherd liebt seinen Oldtimer und Sims kann noch immer keinen schmackhaften Kaffee kochen, wird aber nicht müde, diesen ihren Kollegen anzubieten. Kurzum: Mit der Mischung aus bewährten Elementen, feinem Humor und kniffeligen Fällen garantiert auch die zweite Staffel von Brokenwood – Mord in Neuseeland, die jetzt bei Edel Motion als DVD erschienen ist, einmal mehr beste Krimiunterhaltung.

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