Die aktiven Fasnächtler sind kostümiert und tragen eine sogenannte Larve (Maske). (Fotos djd)
Fasching, Karneval oder Fasnacht: Die närrische Zeit wird in vielen Ländern ausgelassen gefeiert. Die Basler Fasnacht allerdings ist etwas ganz Besonderes: bunt, archaisch, mit anarchischem Witz und dennoch ernsthaft und streng geordnet.
Auftakt zur größten schweizerischen und bedeutendsten protestantischen Fasnacht der Welt ist der stimmungsvolle „Morgenstraich“ am Montag nach Aschermittwoch. Pünktlich um vier Uhr erlischt am 15. Februar 2016 in der Innenstadt die Straßenbeleuchtung – Straßen und Plätze werden vom Schein unzähliger, bunt bemalter Laternen in ein zauberhaftes Licht getaucht, Heerscharen kostümierter und maskierter Pfeiffer und Trommler stimmen die traditionelle Melodie des Morgenstraich an und ziehen gemeinsam mit den teilnehmenden Gruppen, den sogenannten Cliquen, kreuz und quer durch die Stadt.
Einzige Lichtquelle beim traditionellen „Morgenstraich“ sind die kunstvollen Laternen der sogenannten Cliquen.
72 Stunden lang feiern dann Einheimische wie Touristen aus aller Welt die „drey scheenschte Dääg“ in der Schweizer Rheinmetropole, bestaunen fantasievolle Laternen und Larven (wie die Masken hier genannt werden), erleben Guggenmusik, Bänkelsänger und vieles mehr.
Bereits am Montagmittag um 13.30 folgt mit dem „Cortège“ der nächste Höhepunkt des Spektakels. Bei diesem gigantischen Umzug, der am Mittwoch wiederholt wird, begeben sich rund 10.000 Fasnächtler in Kostüm und Larve auf einen Rundkurs zwischen der Altstadt und Kleinbasel – mit Trommeln, Piccolos, Gugge-Instrumenten, Laternen und unzähligen skurrilen Accessoires ausgerüstet. Mimosen und Orangen werden als Vorboten des Frühlings verteilt sowie Süßigkeiten und Konfetti von den Wagen geworfen.
Zum Befehl „Morgestraich, vorwärts marsch“ beginnen die Pfeiffer und Tambouren punkt vier Uhr morgens mit ihrer Fasnachtsmusik.
Sobald es dunkel wird, ziehen die Bänkelsänger, die hier Schnitzelbänggler heißen, von Lokal zu Lokal und geben ihre ironischen Verse über Ereignisse des abgelaufenen Jahres zum Besten. Für Gäste sind die im Basler Dialekt vorgetragenen oder gesungenen Verse allerdings nicht immer leicht zu verstehen.
Ein Publikumsmagnet ist auch die Laternenausstellung am Montagabend und Dienstag. Über 200 kunstvolle Laternen verwandeln den ehrwürdigen Münsterplatz dabei in ein faszinierendes Freilichtmuseum. Der Fasnachts-Dienstag gehört aber vor allem den Kleinen, den Binggis, wie sie in Basel genannt werden. Wie die Großen ziehen sie beim Kinderumzug in fantasievollen Kostümen durch die Altstadt. Am Abend heizen dann die Guggenmusiker auf drei großen Open-Air-Bühnen mit schaurig-schönen und ohrenbetäubenden Konzerten ihrem Publikum ein.
Tipps und Wissenswertes zur Basler Fasnacht
Basler Fasnacht: Narren ziehen beim Morgenstraich am Montagmorgen musizierend durch die Innenstadt.
Die Basler Verkehrsbetriebe bieten während der Fasnacht einen Sonderfahrplan mit zusätzlichen Nachtfahrten an. Während der Fasnacht haben diverse Stände und Buden auf den Straßen geöffnet. Für die Restaurants empfehlen sich Reservierungen. Empfehlenswert ist der Besuch eines sogenannten Cliquenkellers, etwa die Keller der Fasnachtsclique Dupf-Club am Pfeffergässlein und der Fasnachtsclique Di Aagrässene am Nadelberg. Auftrittsorte der sogenannten Schnitzelbängge erfährt man über die Schnitzelbangg-Gesellschaften: Comité-Bängg, Basler Schnitzelbangg Gesellschaft, Verainigty Schnitzelbangg-Gesellschaft, Bängg fir Baselund Bebbi-Bäng. Ausführliche Informationen zur Fasnacht gibt es unter www.basel.com sowie unter www.fasnachts-comite.ch. (djd).
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Karsten-Thilo Raab
berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.
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