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Von 21. März 2018 Mehr →

Auf Entdeckungstour in den Cameron Highlands

Ein ungewöhnlichen Anblick garantiert in den Cameron Highlands der nachtaktive Zipfelkrötenfrosch. (Foto Lutz Geissler)

Erreicht man Tanah Rata in Malaysia  von einem Küstenort aus am Abend, wird sofort ein anderes Klima spürbar. Schluss mit leichter Sommerkleidung. Bei 18 Grad Celsius müssen warme Sachen her. Dafür geht es beim Schlemmen in den lokalen Restaurants der Inder mit viel Chilli heiß her.

Mit dem Geländewagen geht es tief hinein in den malayischen Regenwald. (Foto Lutz Geissler)

Mit dem Jeep geht es dann hinein in den faszinierenden Regenwald. Aber man ist noch lange nicht da,-am Fundort der blühenden Rafflesie, deren Fundort eigens für diese Tour erst vor kurzem von den einheimischen Orang Asli-Minderheiten gemeldet wurde. Wir haben Glück und werden nach anderthalb Stunden Fußmarsch fündig, Da liegt sie vor uns, die größte Blüte der Welt. Sie ist mit weiteren 28 Arten auf Sumatra, Borneo, in Thailand und den Philippinen verbreitet.

Die prächtigste Blume der Welt kämpft ums Überleben

Die Größe der Rafflesia kelantanensis wird im direkten Vergleich mit dem Hobby-Regenwald-Erkunder deutlich. (Foto Lutz Geissler)

„Es ist vielleicht die größte und prächtigste Blume der Welt“. So beschrieb Sir Thomas Stamford Raffles damals 1818 seine Entdeckung von einer Rafflesie auf Sumatra. Den vollständigen Namen erhielt die Pflanze erst 1821 vom Botaniker Robert Brown nach Raffles und seinem Gefährten, dem Chirurgen und Naturforscher Dr. James Arnold verliehen. Sir Thomas Stamford Raffles ging als Forscher und Staatsmann ruhmvoll in die Geschichte ein. Er entdeckte und gründete im Dienst der englischen Krone die Metropole Singapore. Entsprechend seinen naturkundlichen Neigungen rief er die Zoologische Gesellschaft von London ins Leben.

Der Weg zu den riesigen Blüten führt über Stock und Stein quer durch den Regenwald. (Foto Lutz Geissler)

Wohl knapp 30 Arten von Rafflesia wurden bisher innerhalb ihrer Verbreitungsgebiete in Südostasien beschrieben. Viele Arten sind mittlerweile bedroht und Rafflesia arnoldii wurde angeblich seit über 70 Jahren nicht mehr gefunden. Eine Kultivierung unter menschlicher Obhut schlug bisher fehl.

Rafflesia im Royal Belum State Park

Die Einheimischen kennen oft die Standorte, an denen die Tafflesia gedeiht. (Foto Lutz Geissler)

Die größte Wahrscheinlichkeit Rafflesien in Regenwald zu entdecken, besteht auf Borneo im Bundesstaat Sabah. Aber auch in Westmalaysia, in einem der ältesten Regenwälder der Erde, dem Royal Belum State Park im Bundesstaat Perak können mit etwas Glück Rafflesia azlanii, Rafflesia kerii und Rafflesia cantleyii gefunden werden.

Selbst abgestorbene Rafflesias sind noch immer beeindruckend groß (Foto Lutz Geissler)

Die Pflanze lebt als Vollparasit ausschließlich von einer tropischen Weinrebe namens Tetrastigma, die den Endoparasiten im Primär-Regenwald beherbergen kann. Über den verströmenden Aasgeruch der Blüten, die sich nur bis sieben Tage voll entfaltet, werden Insekten angelockt. Diese verbreiten den Samen, von den männlichen auf die weiblichen Blüten. Die Blüten erreichen einen gewaltigen Durchmesser von 1 Meter und können 11 Kilogramm Gewicht erreichen. Die Erhaltung der restlichen Primärregenwälder ist Grundlage zur Erhaltung dieser sensiblen Lebensgemeinschaften, die teilweise noch nicht vollständig erforscht sind.

Die geringer werdende Population an Schmetterlingen ist ein Bote des Klimawandels in den Cameron Highlands. (Foto Lutz Geissler)

Ja, sie werden immer seltener! Genau wie der Primär-Regenwald, der scheinbar gnadenlos Stück für Stück in den Cameron Highlands der Landwirtschaft von Kleinbauern zum Opfer fällt. Ihre Plantagen gehen bis auf die Berggipfel, durch die dann früher oder später ausgelaugtes Bodenmaterial in die Täler geschwemmt wird.

Klimaveränderungen – hausgemacht

In der Regel nur nach Einbruch der Dunkelheit aufzuspüren: der Fuchsgesichtgecko. (Foto Lutz Geissler)

In den letzten 20 Jahren stieg in den Cameron Highlands die durchschnittliche Temperatur um vier Grad Celsius und es wird trockener. Grund dafür sind massive Abholzungen und der Effekt fehlender Wasserverdunstung durch riesige abgedeckte landwirtschaftliche Flächen. Tier- und Pflanzenwelt haben sich im Laufe der Evolution in langen Zeiträumen auf kühle und feuchte Lebensräume eingestellt.  Ein Zeichen ist, dass die Schmetterlinge hier immer seltener werden.

Hollywood lässt grüßen: Auf den Hügeln machen die Cameron Highlands weithin sichtbar auf sich aufmerksam. (Foto Lutz Geissler)

Die den Primär-Regenwald bewohnenden nachtaktiven Amphibien, wie der Zipfelfrosch, sind extrem der Umwelt angepasst. Rein optisch imitieren sie mit ihrer Körperform den Laubboden des Regenwaldes. Auch der Fuchsgesichtsgecko ist streng nachtaktiv. Er klettert im Dunklen der Bergwälder auf Regenwaldbüsche. In seiner Bewegung ist er bedächtig wie ein Chamäleon und nachts auf der Suche nach Futterinsekten.

Archiviert unter Asien, Malaysia