Anchorage – umgeben von 60 Gletschern

Gletschern
Touren zu umliegenden Gletschern werden von Anchorage aus angeboten. – Foto: Jack Bonney

Alaska ist als Reiseziel auch wegen seiner schier endlos scheinenden Zahl an Gletschern sehr beliebt. Und in dem 49. US-Bundesstaat sind sie praktisch überall. Noch, muss man hinzufügen. Denn auch in Alaska ist das „ewige Eis“ von einem massiven Rückgang betroffen. Etwa 100.000 Gletscher bedecken eine Fläche von rund 77.000 Quadratkilometern. Darin bilden die südlich von Anchorage gelegenen Bering- und Seward-Gletscher die größte zusammenhängende Eisfläche. Man muss daher keine Expeditionen unternehmen, um dem Eis nahe zu kommen. Im Umkreis von 70 Kilometer rund um Alaskas Metropole Anchorage gibt es 60 meist leicht zugängliche Gletscher. Man erreicht sie mit dem Boot, dem Flugzeug, zu Fuß, mit einem Hundeschlitten – oder hat sie von einem Gourmetrestaurant aus vor Augen. Drei beliebte Tagesausflüge ab Anchorage führen zum Prince William Sound, dem Kenai Fjords National Park und zum Portage Lake.

Tageskreuzfahrt in Eis

Vom Tiefseehafen Whittier aus starten Tageskreuzfahrten durch den Prince William Sound, in den zahlreiche Gletscherriesen kalben. Über 100 von ihnen sind benannt. Unvergesslich das unheimliche Geräusch, wenn eine Eiswand abbricht und krachend ins Meer stürzt. Unterwegs schieben sich Seeottern, Seelöwen oder Weißkopfseeadler ins Bild. Sportliche Gäste können sich auch mit dem Kajak auf Gletschererkundung begeben. Sie navigieren durch kleinere und größere Eisberge, die auf der Wasseroberfläche treiben.

Wandern zum Byron-Gletscher

Naturliebhaber können auf verschiedene Arten die „Faszination Eis“ erleben. – Foto: Wayde Carroll Photography

Auch den Portage-Gletscher in den Kenai Mountains ganz in der Nähe kann man mit dem Schiff kennenlernen. Die „Ptarmigan“ kreuzt täglich auf dem Portage Lake vom Besucherzentrum aus. Der Gletscher hat sich in jüngster Zeit um einige Meter zurück entwickelt. Über sieben Kilometer lang soll er aktuell lang sein. Die Spuren seines Rückzugs sind anhand der in die Felsen geätzten Spuren gut zu verfolgen. Vor oder nach dem Schiffsausflug lockt eine Wanderung zum Byron-Gletscher.

Grandview auf dem Schienenweg

Eine Besonderheit ist eine Zugreise von Anchorage mit dem Glacier Discovery Train gen Süden. Der Streckenname „Grandview“ kommt nicht von ungefähr. Es geht den Turnagain Meeresarm entlang, in dem sich die weißen Gipfel der gegenüber liegenden Berge spiegeln. Es geht durch Wald und Wildnis, in die keine Straße, kein Pfad führt. Bald schieben sich der Spencer- und der Bartlett-Gletscher ins Blickfeld. Tipp: Von den hinteren Waggons aus lassen sich auf den kurvigen Streckenabschnitten eindrucksvolle Bilder vom Zug und dem Gletscherpanorama machen.

Gigantische Gletscherfelder

Schlittehundetouren auf den Gletschern dürfen natürlich nicht fehlen. – Foto: Alpine Air

Von Anchorage und vom 50 Autominuten entfernten Girdwood aus kann man mit einem Flugzeug oder Helikopter mitten hinein in die Welt der Gletscher abheben. Auf einem der riesigen Gletscherfelder des Knik-, Conony-, Ruth-, Kahiltna-, Pika- oder Eldridge-Gletschers setzen die Flieger zur Landung an, gefolgt von einem Spaziergang auf dem ewigen Eis – unvergesslich ist so ein „Once-in-a-lifetime-Erlebnis“. Wer mag, unternimmt eine Hundeschlittentour auf dem Gletscher. Weitere Informationen unter www.anchorage.net.

Mortimer

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