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Stimmungsvolles Stockholm: Lichterköniginnen verbreiten weihnachtlicher Glanz

Anlässlich des Luciafests finden sich Lichterköniginnen und Gefolge auf den Straßen von Stockholm. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Anlässlich des Luciafests finden sich Lichterköniginnen und Gefolge auf den Straßen von Stockholm. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die Melodie ist ebenso einfach wie eindringlich. Konkurrierende Gruppen von Studenten, Kinder und Jugendlichen ziehen durch Gamla Stan, den historischen Teil der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Stimmgewaltig lassen sie nach alter Väter Sitte das alte, ursprünglich aus Italien stammende Lied „Sankta Lucia“ und andere weihnachtliche Melodien erklingen. Im Mittelpunkt steht ein junge Frau mit Lichterkranz im Haar: Lucia, die Lichterkönigin. Mit ihrem lieblichen Gesang und den lodernden weißen Kerzen erhellt sie die längste Nacht des Jahres, die traditionell am 13. Dezember begangen wird. Begleitet wird sie von so genannten Stjärngossar, jungen Männer mit langen weißen Hemden und einer spitzen Sternenmütze.

Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit gibt sich Stockholm besonders stimmungsvoll.

Und während die Lucia-Umzüge in Stockholm seit 1927 jährlich begangen werden, liegen die Wurzeln dieser Tradition im Dunkeln. Der Name „Lucia“ ist christlichen Ursprungs und soll vom lateinischen Wort „lux“, was soviel heißt wie Licht, abgeleitet worden sein. Der Sage nach war Lucia eine christliche Jungfrau. Als sich ein heidnischer Prinz in sie verliebte, opferte sie ihre Augen, um ihn um Christentum zu bekehren. Und der Prinz – von dieser Geste ergriffen – nahm den christlichen Glauben an. Gott soll Lucia daraufhin neue Augen geschenkt haben, die noch viel schöner als ihre eigentlichen waren.

Ursprung des Luciafestes unklar

Mit brennenden Kerzen auf dem Kopf singen die Lichterköniginnen das berühmte Lucia-Lied. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Mit brennenden Kerzen auf dem Kopf singen die Lichterköniginnen das berühmte Lucia-Lied. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Andere gehen wiederum davon aus, dass die Lichterkönigin ihren Namen in Gedenken an Lucia von Syrakus erhielt. Diese wurde im 3. Jahrhundert wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet und einhundert Jahre später heilig gesprochen.

Stockholm

Gerade in der kalten Jahreszeit ist Schwedens Hauptstadt besonders stimmungsvoll.

Eine der heutigen Tradition wohl am nächsten kommende Legende erzählt von einer mutigen Christin, die vor rund 500 Jahren mit einer Lichterkrone die dunkle Dezembernacht erhellte. Sie brachte bei Nacht Essen zu ihren Glaubensgenossen, die in Katakomben Schutz vor ihren Verfolgern gesucht haben. Um beide Hände zum Tragen ihrer Last frei zu haben, setzte sich Lucia einen Lichterkranz auf.

Nicht nur blonde Lichterköniginnen in Stockholm

Auf dem Weihnachtsmarkt wird so manche Leckerei angeboten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auf dem Weihnachtsmarkt wird so manche Leckerei angeboten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Früher mussten die Lichterköniginnen, von denen es am 13. Dezember nicht nur in Stockholm, sondern in nahezu allen größeren schwedischen Städten wimmelt, langes blondes Haar haben. Doch dies ist längst kein Muss mehr – ebenso wenig wie das weiße Leinenkleid mit einer roten Kordel um die Taille.

Nicht nur zum Luciafest finden Lebkuchenerzen reißenden Absatz. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Nicht nur zum Luciafest finden Lebkuchenerzen reißenden Absatz. (Foto Karsten-Thilo Raab)

In Skansen, dem pittoresken Freilichtmuseum der Hauptstadt, findet alljährlich in den Nachmittagsstunden des 1. Dezember die Inthronisierung der Lucia statt. Am 13. Dezember kommt die Lichterkönigin dann mit ihrem Gefolge in das Museumsdorf, um in einem feierlichen Umzug Weihnachtslieder erklingen zu lassen. Höhepunkt ist ein Feuerwerk.

Das Freilichtmuseum Skansen lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

Der Weihnachtsmarkt in Skansen, der an den Adventswochenenden jeweils die Pforten öffnet, gehört seit 1903 zu den größten in ganz Schweden. Neben traditionellem Weihnachtsschmuck werden hier schwedische Handwerks- und Handarbeiten feilgeboten. Stände mit Glögg, ein bisweilen hammerharter Glühwein, fehlen ebenso wenig wie ein Angebot an Saffransbröd, einem goldgelben Hefegebäck mit Rosinen, und die obligatorischen braunen Pfefferkuchen, ohne kein Luciafest in Schweden perfekt wäre.

Weitere Informationen unter www.stockholmtown.com und unter www.skansen.se.

Archiviert unter Topthema, Europa, Schweden
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