Zoo Karlsruhe – nur eine Rüssellänge vom Zentrum

Die Stars im Karlsruher Zoo sind die mächtigen Eisbären. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Die Stars im Karlsruher Zoo sind die mächtigen Eisbären. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die große Geburtstagsparty ist lange vorbei. Von Katerstimmung ist dennoch nichts zu spüren. Im Gegenteil. Wohl auch, weil der Zoo in Karlsruhe sich rühmen kann, so alt geworden und dabei so jung geblieben zu sein. Zu den herausstechenden Merkmalen des im Jahre 1865 gegründeten Zoologischen Stadtgartens zählt fraglos die Lage angrenzend an das Kongresszentrum Karlsruhe mit der Stadthalle, dem Konzerthaus, der Schwarzwaldhalle und der Gartenhalle sowie dem Hauptbahnhof auf der anderen Seite.

Damit liegt der Tierpark im Herzen der Fächerstadt nur einen Steinwurf von der Fußgängerzone entfernt – noch dazu von üppigem Grün umgeben. Denn der Zoo ist in den zentralen, 22 Hektar großen Stadtgarten mit seinen liebevoll angelegten Pflanzzonen wie dem Rosen-, Japan-, Seeufer­ sowie Duft- und Tastgarten und den beiden Seen integriert.

Frech kommt weiter: bei einem kleinen Ausflug stürmt die Ziege direkt zum Futterautomaten. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Frech kommt weiter: bei einem kleinen Ausflug stürmt die Ziege direkt zum Futterautomaten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Unweit des Nordeingangs hat sich eine Ziege selbständig gemacht und das kleine Streichelgehege selbständig verlassen. Die beiden Zugangstore, die nur von außen zu öffnen sind, konnten sie nicht aufhalten. Zu groß war die Gier nach Futter. Das gehörnte Vieh stellt sich direkt vor den Futterautomaten und wartet geduldig, bis ein Besucher Geld einwirft und am Knauf dreht. Sofort hüpft die Ziege auf die Hinterbeine und frisst direkt aus der Schubladen-ähnlichen Warenausgabe.

Die verglasten Glocken ermöglichen es den Kindern, Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Die verglasten Glocken ermöglichen es den Kindern, Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein kleiner Junge rennt aufgeregt zu einem Zoowärter, um von dem kleinen Ausbrecher zu berichten. Doch der Mann in grüner Arbeitskleidung lächelt nur und beruhigt den kleinen Mann: „Die geht gleich wieder von alleine zurück ins Gehege“, wohl wissend, dass die Ziege damit den eigentlichen Stars des Zoos, den Eisbären, für einen Moment die Schau gestohlen hat.

Das Exotenhaus wurde anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Zoos eingeweiht. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Das Exotenhaus wurde anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Zoos eingeweiht. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Eisbär Vitus scheint darüber sogar ein wenig verstimmt. Zähne fletschend drückt er immer wieder seine breite, schwarze Nase an die dicke Panzerglasscheibe der modernen Eisbärenanlage. Die beiden anderen Eisbären, Nika und Larissa, ignorieren das Imponiergehabe des kräftigen Burschen. Sie plantschen lieber im Wasser und spielen mit einem blauen Plastikkanister oder kauen auf einem Tannenbaum rum.

Reptilien, Amphibien und Fische aus allen Kontinenten sind im Exotenhaus zu finden. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Reptilien, Amphibien und Fische aus allen Kontinenten sind im Exotenhaus zu finden. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Direkt angrenzend, aber durch eine dicke Mauer getrennt, ziehen putzige Pinguine ihre Bahnen. Und wie die Eisbären können die befrackten Watschelmänner durch eine riesige Scheibe beim Schwimmen und Tauchen beobachtet werden.

Sehen und gesehen werden, ist das Motto von Mensch und Tier in Karsruhe. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Sehen und gesehen werden, ist das Motto von Mensch und Tier in Karsruhe. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zu den jüngsten Lieblingen der Zoofamilie gehört auch ein kleines Flusspferd, das im Juni 2015 das Licht der Welt erblickte und schon eine stattliche Größe an den Tag legt. Etwas unbeholfen stapft es durch das Gelände, um dann für ein erfrischendes Bad ein wenig abzutauchen und aus dem kühlen Nass heraus neugierig die Besucher zu beäugen.

Jungstra im Karlsruher Zoo: das 2015 geborene Flußpferdbaby. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Jungstra im Karlsruher Zoo: das 2015 geborene Flußpferdbaby. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Direkt nebenan sind noch größere Dickhäuter in dem 2014 eröffneten Komplex zuhause: die Elefanten. Die Rüsseltiere zeigen teilweise noch immer die Brandmale aus dem verheerenden Feuer, das am 13. November 2010 vermutlich nach einem technischen Defekt im Karlsruher Zoo ausbrach und dem mehr als zwei Dutzend Tiere zum Opfer fielen.

Robben und Seehunde lassen sich durch die verglaste Wand beim Schwimmen in Augenschein nehmen. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Robben und Seehunde lassen sich durch die verglaste Wand beim Schwimmen in Augenschein nehmen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch Giraffen, kleine Kängurus, Zebras, Nasenbären und Flamingos stehen ebenso wie Otter, Raubkatzen, Affen und die seltenen Rote Pandas für die Artenvielfalt im Karlsruher Zoo. Und dieser bereitete sich zu seinem 150-jährigen Bestehen im Jahre 2015 selber wohl das schönste Geschenk: die Hallen des Tullabads, ein nicht mehr genutzte Schwimmbad, wurden zum Exotenhaus und damit zur neuen Attraktion des Zoologischen Stadtgartens umgebaut.

Bestens gelaunt zeihen die mächtigen Eisbären gerne eine "Spieleshow" im Wasser ab. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Bestens gelaunt zeihen die mächtigen Eisbären gerne eine „Spieleshow“ im Wasser ab. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Mit modellierten Fels- und Uferlandschaft sowie zahlreichen Aquarien und Terrarien beherbergt der Gebäudekomplex verschiedene Tierarten, die sich zum Teil frei in der Halle bewegen können. Von mehreren Galeriepunkten aus können Äffchen, Flughunde und Vögel hautnahe in Augenschein genommen werden. Auch Reptilien, Amphibien und Fische aus allen Kontinenten sind hier zu finden, während in der Fledermaushöhle ein aufgeregtes Geflatter im künstlichen Licht herrscht. Näher kommt man den Tieren wohl kaum.

Beliebt bei den kleineren Besuchern ist der Streichelzoo. (Foto Karsten-Thilo Raab)
Beliebt bei den kleineren Besuchern ist der Streichelzoo. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Informationen: Zoologischer Stadtgarten, Verwaltung Zoo, Ettlinger Straße 6, 76137 Karlsruhe, Telefon 0721-133-6815, www.karlsruhe.de/zoo

Eintritt: Erwachsene 7,50 Euro, ermäßigt 6 Euro, Kinder und Jugendliche 3,50 Euro