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Tipps für Karnevalsflüchtlinge im echten Norden

Karnevalsflüchtlinge

Nicht nur Karnevalsflüchtlinge dürfte das raditionelles Biikebrennen am Husumer Dockkoog faszinieren. – Foto TSMH husum-tourismus.de

Wenn die Narren toben, dann es ist wieder so weit: Die fünfte Jahreszeit erreicht ihren Höhepunkt. Vielerorts in Deutschland fliegen die Kamelle, verrückte Kostüme erleuchten die Straßen, laute Musik tönt durch die Gassen und die Jecken halten ihre Büttenreden. Viele Menschen lieben das bunte Treiben an Karneval, aber es gibt auch diejenigen, die dem Spektakel lieber entkommen und es etwas ruhiger mögen. Karnevalsflüchtlinge und -muffel sind im Norden bestens aufgehoben, denn hier gibt es jede Menge Angebote für ein paar freie Tage zum Entspannen und Kraft schöpfen. Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH weiß, wo Prinz und Tanzmariechen sich wohl kaum tummeln werden.

Biikebrennen nicht nur für Karnevalsflüchtlinge

Am Karnevalswochenende geht es an der Nordsee alles andere als närrisch zu, denn die Nordfriesen haben ihre ganz eigene Tradition, den Winter zu vertreiben. Am 21. Februar findet an vielen Orten entlang der Nordseeküste sowie den vorgelagerten Inseln und Halligen einmal mehr das Biikebrennen statt. Biike ist nordfriesisch und bedeutet „Feuerzeichen“. Doch es brennen nicht nur Feuer, sondern hinterher treffen sich die Besucher in den gemütlichen Gaststuben entlang der Nordsee und wärmen sich bei Grünkohl, Kassler, Schweinebacke und süßen Kartoffeln auf. Übrigens: Seit 2014 steht das Biikebrennen im nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Alle Biikeveranstaltungen, unter anderem in Husum, Nordstrand, Pellworm oder Tönning, finden sich unterwww.nordseetourismus.de/biikebrennen-nordsee.

„„Do it yourself“ in der Künstlerstadt Friedrichstadt

Eine kreative Alternative zum Karnevalsfest bietet Friedrichstadt mit seinen „Winterateliers“ bis zum 15. März 2020. Fünf kreative Köpfe aus Friedrichstadt riefen das Projekt ins Leben, um Gästen das kreative Schaffen in der kleinen Holländerstadt näher zu bringen. Wer mag, probiert in den einzelnen Kursen Musik, Malerei, Fotografie, Keramik und kreatives Schreiben unter fachkundiger Anleitung aus.

„Küste ahoi“ statt „Kölle alaaf“ in Grömitz

Den Winter austreiben – dies war einst der Hintergrund der närrischen Feste, die ihren Ursprung in vorchristlichen Zeiten haben. Im Ostseebad Grömitz treffen sich Einheimische und Gäste am 22. Februar ebenfalls, um den Winter zu vertreiben. Das traditionelle Strandfeuer findet allerdings ohne bunte Kostüme und laute Umzüge statt, dafür mit handgemachter Live-Musik aus Norddeutschland. Ab 17 Uhr finden sich Interessierte am Seebrückenvorplatz zum gemeinsamen Fackelmarsch ein. Am Restaurant Seafood/Falkenthal wird dann das große Feuer entzündet. Viele Gastronomen bieten im Anschluss die Möglichkeit, den Winter-Abend kulinarisch ausklingen zu lassen.

Kiel: Einstieg in die Fastenzeit mal anders

Anlässlich des Kieler Umschlags vom 27. Februar bis 01. März 2020 unternimmt die einstige Hansestadt und heutige Landeshauptstadt Kiel eine Zeitreise vom frühen Mittelalter über das Zeitalter der Piraten bis in die Gegenwart. Wem der Sinn also doch nach Feiern steht, erlebt in Kiel eine Portion Karnevalsstimmung mit Meeresbrise. Historische Figuren in kreativen Kostümen, verwandelte Stadtansichten, Geschichten und Speisen aus vergangenen Zeiten sowie ein buntes Bühnen- und Kinderprogramm – das ist der Kieler Umschlag, übrigens das älteste Volksfest Kiels!

Von Fackeln, Punsch und dem Plöner Prinzen

Ruhige statt tolle Tage – das erwartet Besucher der Holsteinischen Schweiz im Frühjahr. Etwa bei einer winterlichen Fackelwanderung durch das abendliche Schlossgebiet in Plön. Der warme Fackelschein lässt die historischen Häuser geheimnisvoll leuchten während die Stadtführerin Wissenswertes und Amüsantes zu den wichtigsten Gebäuden im Plöner Schlossgebiet erzählt. Wer mag, genießt nach der Tour einen aromatischen Punsch am Restaurant „Alte Schwimmhalle“.

Natürlich lohnt Plön auch bei Tage mehr als einen Besuch: Auf den Spuren der Prinzen wandeln Gäste bei einem einstündigen Spaziergang rund um die Prinzeninsel. Weitblicke auf den Großen Plöner See lassen schnell erahnen, warum die Söhne des deutschen Kaisers Wilhelm II. sowie seine Frau Kaiserin Auguste Victoria hier so gern verweilten. Zahlreiche historische Exponate aus der Kaiserzeit erinnern an frühere Zeiten. Zum Abschluss gibt es ein Stelldichein im Plöner Seeprinz: Direkt am See in der Innenstadt gelegen, dürfen sich Gäste auf Fondue, winterliche Suppen oder auch selbstgebackenen Kuchen bei knisterndem Kaminfeuer freuen. Weitere Informationen unter www.sh-tourismus.de.