Sonntagsangst, Elchgeknutsche und Adelskauf

Adelskauf
Titel werden bei den Schotten vererbt, aber auch Adelskauf ist keine Seltenheit.

Oft sind es die kleinen Dinge und wenig beachteten Fakten, die auf Reisen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ebenso wie das vermeintlich unnütze Reisewissen, das Ländern und Regionen in ein ganz anderes Licht rücken kann. Beispielsweise der Adelskauf in Schottland, wo Titel gegen Bares veräußert werden.

Adelskauf

Gemäß Gesetz werden in Schottland Adelstitel nicht nur vererbt, sondern können auch mit dem Kauf bestimmter Grundstücke erworben werden. Ab gerade einmal 29,99 Britische Pfund, also umgerechnet knapp 36 Euro, können die Miniparzellen im Hochland erworben werden. Verbunden mit der Besitzurkunde und mit dem Recht, den Titel Laird oder Lady zu tragen und auch in offizielle Dokumente eintragen zu lassen.

Gestrandet

Zwischen Port Albert und Lakes Entrance befindet sich im australischen Bundesstaat Victoria mit dem Ninety Mile Beach der zweitlängste Strand der Welt. Dieser misst 151 Kilometer.

Nicht nur in Seattle

Adelskauf
Gemäß einer Studie wird ein jeder, nicht nur in Hotels, in seinem Leben um mehr als 12.000 schlaflose Nächte beraubt.

Gemäß einer Studie im Auftrag der britischen Hotelkette Premier Inn, erleidet ein jeder im Laufe seines Lebens 12.584 schlaflose Nächte oder zumindest Nächte, in denen der Schlaf unterbrochen wird.

Trachtpracht

Mehr als die Hälfte aller Bewohner Norwegens besitzt gemäß Statistik eines der traditionellen Gewänder, die Bunad. Jeder Verwaltungsbezirk hat für die Tracht eigene Muster, Farben und Formen aufzuweisen. Bei der Wahl der Bunad wird nichts dem Zufall überlassen. Das 1947 gegründete Norsk institutt for bunad og folkedrakt, der Bunad Rat, gibt Vorgaben heraus, welche Merkmale welche Bunad aus welcher Region aufzuweisen hat und wacht mir Argusaugen darüber, darüber, dass die Kragen und Bänder, Westen und Gürtel, Borten und Knöpfe den originalen Mustern entsprechen. Lediglich der königlichen Familie ist es gestattet, verschiedene Bunads zu tragen. Schließlich vertreten die Monarchen das ganze Land mit all seinen Provinzen und Regionen.

 

Das Herz Europas

In der Nähe von Kremnické Bane in der Mittelslowakei ragt neben der altertümlichen Johannes-der-Täufer-Kirche ein Stein empor der den geographische Mittelpunkt Europas markiert.

54-Minuten-Pils

Adelskauf
Wie lange jemand für ein Bier arbeiten muss, schwankt von Land zu Land. – Foto Karsten-Thilo Raab

Global gesehen muss ein Arbeitnehmer für einen halben Liter Bier 20 Minuten arbeiten. Ganz übel sieht es diesbezüglich auf dem indischen Subkontinent aus. Die Erben von Mahatma Gandhi bekommen zwar den halben Liter für umgerechnet 1,08 Euro, müssen dafür aber 54 Minuten knechten. Wer sich ganz günstig einen hinter die Binse gießen möchte, sollte unbedingt nach China oder Nigeria fahren. Sowohl im Reich der Mitte als auch in dem westafrikanischen Land sind 0,5 Liter Bier schon für 41 (Euro-) Cent zu haben.

Schweinerei aus Tradition

Immer im Dezember wird dem Lord Mayor von London traditionell von der Schlachterinnung im Rahmen der sogenannten „Boar’s Head Ceremony“ ein gebratener Schweinskopf überreicht. Die Schlachter marschieren aus diesem Anlass mit einem riesigen Schweinskopf aus Pappmaché durch die Straßen der City of London zum Mansion House, dem Amtssitz des Bürgermeisters, und überreichen diesen in einem symbolischen Akt, ehe es bei einem Bankett „echte“ Schweinsköpfe und andere Leckereien gibt.

Elchgeknutsche

Zusammenstöße mit Elchen sind in Norwegen keine Seltenheit. – Foto Karsten-Thilo Raab

In Norwegen kollidiert jährlich, statistisch gesehen, einer von 5.000 Autofahrern mit einem Elch – und dies mit meist tödlichen Ausgang für einen von beiden oder schlimmer noch, für beide. Von Autos und Zügen werden jährlich gut 2.000 Tiere „erlegt“.

Mecker-Rivalität

Mit Blick auf die Rivalität zwischen Oxford und Cambridge findet in London nicht nur das legendäre Bootrennen der beiden Universitäten statt, sondern auch im Frühjahr ein Ziegenrennen im Stadtteil Spitalfields. Wobei die Ziegen in Trikots der beiden Unis gestülpt werden und als Jockeys Puppen auf dem Rücken tragen.

Handgepäckgebühr

Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air hat 2012 als erste Airline für Handgepäck mit einem Gewicht von mehr als zehn Kilo eine Gebühr erhoben – allerdings zunächst probeweise auf der Strecke von London-Luton nach Kattowitz in Polen.

Schafsmagen im Schleudergang

Haggis wird in Schottland auch mitunter mit einer Panade serviert.

Schon beim Gedanken an das schottische Nationalgericht dreht sich vielen der Magen um. Haggis ist ein mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl gefüllter Schafsmagen, der mit Pfeffer kräftig gewürzt wird.

Weltenbummler

Ganz auf die Kraft seiner Muskeln setzte der Brite Jason Lewis, als er am 12. Juli 1994 am Nullmeridian von Greenwich zu einer Weltumrundung startete. Nach 13 Jahren und 74.842 zurückgelegten Kilometern traf er am 6. Oktober 2007 wieder am Ausgangsort ein. Den Ärmelkanal, den Atlantik, den Pazifik und den Indischen Ozean durchquerte er in einem acht Meter langen, Pedal betriebenen Boot. Den Landweg legte er auf Schusters Rappen, auf Inlinern oder dem Fahrrad zurück.

Sonntagsangst

Der gefährlichste Tag auf Irlands Straßen ist statistisch gesehen der Sonntag. Dann ereignen sich ein Viertel aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge, was wohl nicht nur an den vielen Sonntagsfahrern liegen kann.

Mehr unnützes Reisewissen findet sich in dem gleichnamigen Buch Unnützes Reisewissen (ISBN 978-3-939408-42-0) von Karsten-Thilo Raab, das für 11,90 Euro im Buchhandel oder versandkostenfrei direkt beim Westflügel Verlag erhältlich ist.

Karsten-Thilo Raab

berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten für eine Vielzahl von Zeitungen und Magazinen über Reiseziele weltweit. Zudem hat er sich einen Namen als Autor von mehr als 120 Reise-, Wander- und Radführern sowie Bildbänden gemacht.