Von 27. November 2019 Mehr →

Skigebiet Carezza tritt Klimaneutralitätsbündnis bei

Carezza

Das Familien-Skigebiet Carezza in Südtirol will in drei Jahren klimaneutral agieren. – Foto IDM Südtirol/Alex Filz

Mit großen Zielen startet das Skigebiet Carezza im Südtiroler Eggental am 30. November in die neue Saison. Es ist das erste italienische Skigebiet, das zum Klimaneutralitätsbündnis 2025, , beigetreten ist. Damit soll der Unternehmensfußabdruck von Carezza Dolomites innerhalb von maximal drei Jahren klimaneutral werden.

„Wir tun alles dafür, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden“, erklärt Florian Eisath, Geschäftsführer von Carezza Dolomites. Seitdem das Skigebiet Carezza 2011 zusammen mit dem Partner-Gebiet Arosa in der Schweiz Teil des Projektes „Alpine Klimaskigebiete“ wurde, konnten bereits bis zu 30 Prozent Treibstoff bei der Pistenpräparierung und bis zu 25 Prozent an Strom für die Beschneiung eingespart werden. Möglich machte dies die intelligente, voll elektronische Beschneiungsanlage sowie die verbesserte Pistenpräparierung dank GPS-Tracks und Schneetiefenmessung. Jetzt geht man noch einen Schritt weiter. Messen, Reduzieren und Kompensieren steht künftig auf dem Programm. Dabei geht es nicht nur um den CO₂-Ausstoß, sondern auch um andere Treibhausgase wie Methan oder Lachgas – also um die CO₂-Äquivalente (CO2e). Diese Maßeinheit wurde eingeführt, um die unterschiedlichen Treibhausgase hinsichtlich ihrer Klimaschädlichkeit vergleichbar zu machen.

Arbeitet ständig an der energetischen Optimierung: Georg Eisath, Präsident von Carezza Ski. -Foto: Carezza Dolomites/StorytellerLabs

„Im ersten Schritt ermitteln unsere Experten voraussichtlich schon bis Ende dieses Jahres den CO2e-Ausstoß im Skigebiet gemäß einer standardisierten Berechnungsmethode“, so Elisabeth Präauer vom Terra Institute, die Ansprechpartnerin für das Klimaneutralitätsbündnis 2025 in Südtirol. Das Skigebiet legt künftig also in Sachen Klimawirkung die Karten offen.

„In einem zweiten Schritt helfen wir dem Unternehmen, Maßnahmen zur Minimierung des CO2e-Unternehmensfußabdrucks zu definieren“, erklärt Elisabeth Präauer. „Nach der sogenannten 12-er Regel müssen die Betriebe im ersten Jahr mindestens 1/12 des berechneten CO2e-Ausstoßes, im zweiten Jahr 2/12, im dritten Jahr 3/12 usw. kompensieren.“ Maximal hat das Unternehmen 12 Jahre Zeit, um klimaneutral zu werden. „Carezza Dolomites hat als Ziel, spätestens im Jahr 2022 klimaneutral zu sein“, betont Florian Eisath.

Die Klimaneutralität wird nicht allein durch regionale Reduzierung, sondern auch durch globale Kompensation erreicht. „Nicht vermeidbare Emissionen sollen durch die finanzielle Unterstützung von hochwertigen Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ausgeglichen werden“, so die Expertin Elisabeth Präauer. Die Projekte werden vom Klimaneutralitätsbündnis 2025 in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Schweizer Stiftung myclimate ausgesucht. Die Höhe des Kompensationsbetrags kommt auf die errechneten, nicht vermeidbaren Emissionen an – es wird pro CO2e-Tonne berechnet.

Das Klimaskigebiet Carezza liegt mitten in den Dolomiten. – Foto: Carezza Dolomites

„Wir bemühen uns sehr, dem globalen Klima und der Eggentaler Natur Gutes zu tun“, betont Florian Eisath. So sind alle Events im Gebiet „Green Events“, also ökologisch nachhaltig organisiert, um ein Minimum an Müll und ein Maximum an Mülltrennung zu erreichen. Um generell die Reduzierung von Plastik- und Dosenmüll im Skigebiet voranzutreiben, will Carezza Dolomites in nächster Zeit auch die Skihüttenbetreiber als Partner für ihr Nachhaltigkeitsprojekt gewinnen. „Es ist uns wichtig, dass wir nun die Bemühungen der Reduktion ausweiten auf Nachhaltigkeitsthemen wie z.B. Vermeidung von Plastik auf den Skihütten“, so Florian Eisath. „Auch in unserem eigenen Unternehmen sollen künftig alle Papierprodukte im Hygienebereich und im Büro auf Recyclingpapier umgestellt werden.“

Insgesamt laden im Klimaskigebiet Carezza 20 Skihütten mit Sonnenterrassen zum Genuss von italienischen und Südtiroler Spezialitäten ein. Die Saison dauert bis 22. März 2020. Gerade Kinder haben hier, im Sagenreich des Zwergenkönigs Laurin unter dem Rosengarten, richtig Spaß beim Skifahren. Mit zwei Kinderland-Arealen, einer Themenpiste und dem Kinderprogramm sowie einem eigenen Kinderspielraum sind die Kids den ganzen Tag lang voll ausgelastet.

Wissenswertes über das Eggental

Das Eggental mit seinen sieben Orten beginnt direkt an der Autobahnausfahrt Bozen Nord. In den Bilderbuchdörfern treffen italienische Lebensart und alpines Flair aufeinander. Skifahrer haben im Angesicht des Dolomiten UNESCO Welterbes mit Rosengarten und Latemar zwei einzigartige Skigebiete zur Auswahl. Das Skigebiet Obereggen im Ski Center Latemar, das mit dem Fiemme-Tal verbunden ist und auf über 100 gemeinsame Pistenkilometer kommt, ist der ideale Urlaubsort für aktive Skifahrer. Das Skigebiet Carezza positioniert sich als perfekter Ort für Familien. Hier gibt es inklusive der Verbindung ins Fassatal insgesamt 154 Abfahrts-Kilometer. Alle Gemeinden des Eggentals haben sich der Nachhaltigkeit verschrieben. In beiden Skigebieten kommt der Strom für Lift- und Beschneiungsanlagen von erneuerbaren Energieträgern. Die 6400 Gästebetten verteilen sich auf 15 Hotels im 4-Sterne-Bereich und zahlreiche weitere, ausgezeichnete Unterkünfte für unterschiedliche Ansprüche. Wer mag, quartiert sich direkt am Pistenrand ein. Weitere Informationen unter www.carezza.it und unter www.eggental.com.

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