Ostende im historischen Kontext – Belgischer Badeort als Treffpunkt für Stefan Zweig & Co

Ostende„Es ist Sommer hier oben am Meer, die bunten Badehäuser leuchten in der Sonne. Stefan Zweig sitzt im dritten Stock eines weißen Hauses am breiten Boulevard von Ostende in einer Loggia. Er schaut aufs Meer. Davon hat er immer geträumt, von diesem großen Blick in den Sommer, in die Leere, schreibend und schauend.“ So stimmungsvoll beginnt Volker Weidermann seinen Roman „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft„. Und wie der Blick Zweigs, so schweift man als Leser in dieses wundervolle und gleichzeitig auch schwermütige Szenario. Denn wie Zweig haben alle anderen Autoren, die in dieser Geschichte im belgischen Badeort zusammen kommen, ihre Heimat verloren.

Dem Land der Bücherverbrennung haben neben Stefan Zweig, Joseph Roth auch Irmgard Keun und andere Autoren den Rücken gekehrt. Mitreißend beschreibt der Autor, wie es sich angefühlt haben muss in diesem Sommer kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und beschreibt, dass neben aller Trauer um die politische Entwicklung im Heimatland auch noch jede Menge Lust am Leben Platz findet. Ein herrlich feinfühliges Portrait, das in keinem Urlaubsgepäck fehlen darf!

Erhältlich ist „Ostende – 1936, Sommer der Freundschaft“ (ISBN 978-3462046007) von Volker Weidermann für 17,99 Euro im Buchhandel oder direkt bei Kiepenheuer & Witsch.

Mortimer

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