Monacos Glücksrezept: Von der Liebe zu den Pomeranzen

Pomeranzen
In Monaco – hier ein Blick auf das Casino – gedeihen neben Kakteen auch Pomeranzen. – Foto Wolfgang Siesing

Sehnsuchtsziel Cote d`Azur: Wer durch Monaco, Nizza oder Cannes spaziert, wandelt oft im Schatten malerischer Orangenbäume. Zwischen November und März vermitteln sie ein frühes Sommergefühl. Aber Vorsicht: Die Früchte lösen zwar Urlaubsgefühle aus – sind aber für den direkten Verzehr nicht geeignet; es sind die bitteren Schwestern unserer süßen Orangen, auch Pomeranzen genannt. Sie eignen sich allenfalls als Britische Orangenmarmelade zum Vernaschen. Und so landen jährlich Abertausende der Früchte auf dem Kompost.

Pomeranzen
Pomeranzen sind mit etwas Phantasie und Geschick vielseitig verwendbar.

„So eine Verschwendung!“, dachten sich wahrscheinlich bisher die meisten Menschen. Aber Einer war mutig genug, etwas Neues zu probieren. Er machte vor wenigen Jahren aus der Wegwerf- eine Erfolgsgeschichte: Philip Culazzo. Dass das Gold der Bäume einfach weggeworfen wird, wollte er nicht einfach so hinnehmen. Seine irisch-italienischen Wurzeln sorgten obendrein dafür, dass er sich nicht mit der Produktion von Orangenmarmelade zufrieden gab.

Blick vom exotischen Garten auf Felsen und Palast des Fürstentums. – Foto Wolfgang Siesing

Denn: Wer zwei Nationen im Blut hat, die großartige Winzer und Whiskymacher hervorbringen, hat etwas anderes im Sinn. Und so tüftelte Philipp Culazzo lange an der Dosierung eines leichten und beschwingten Orangen-Likörs. „Was mich seit Jahren schon umtrieb, war ein typisches Mitbringsel aus Monaco. Ich wollte wertvolle Zutaten verwenden, die alle in Monaco ge-
funden und verarbeitet werden“, klärt Philipp Culazzo über seine ursprüngliche Intention auf. Denn so etwas fehlte in dem kleinen Fürstentum bisher.

Hoch in der Gunst der Gäste steht die Wachablösung am fürstlichen Palast.

Anfangs reinigte und presste er die Orangen in mühsamer Handarbeit – doch schon nach kurzer Zeit zauberte er aus dem 2015 eröffneten kleinen Eckgeschäft „L ́Orangerie“ nahe der Markthalle „La Condamine“ eine höchst professionelle Destille. Inklusive: Ein angeschlossener Laden. Der Likör wird zu 100 Prozent aus natürlichen Zutaten hergestellt, es gibt keine chemischen Zusätze oder Farbstoffe.

Fast überall in Monaco bieten sich grandiose An- und Aussichten.

„Ich versuche meinen Gästen zu vermitteln, dass das Fürstentum lange Zeit vor den Formel-Eins-Rennen oder vor dem Casino eine Region war, in der die Bewohner vom Reichtum ihrer Früchte leben konnten. Ich mag die Vorstellung, dass wir diese Tradition mit unserem Likör „L`Orangerie“ wieder aufnehmen“, erzählt Philipp Culazzo.

Immer wieder finden sich in Straßen und Gassen des Fürstentums ungewöhnliche Blickfänge. – Foto Wolfgang Siesing

Denn im letzten Jahrhundert hatten die Zitrusfrüchte noch eine große Bedeutung und wurden mit der Handelsmarine um den halben Globus verschifft. Jetzt haben sie wieder einen Wert für Einheimische und Besucher – in anderer Form. Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Orangenlikör aus den Pomeranzen einen festen Platz im Regal diverser Edeltheken im tiefen Süden ergattert.

Philip Culazzo präsentiert vor seinem Laden in Monaco seinen Likör. – Foto Wolfgang Siesing

„Was mich besonders freut, ist die Nachhaltigkeit unserer Arbeit. Dort, wo man früher nicht wusste, wie man dem Überangebot an Früchten begegnen kann, plant man jetzt mehr Bäume anzupflanzen. Das ist nicht nur gut für die Produktion, sondern auch für den C02 – Haushalt“, sagt Philip Culazzo schmunzelnd. Sein Ziel ist es, jährlich 50.000 Flaschen zu verkaufen – so viel, wie aus rund 15.000 Tonnen Orangen gewonnen werden. Darauf einen Schluck des süffigen Likörs!

Unterhalb des fürstlichen Palastes erstreckt sich Monte Carlo. – Foto Wolfgang Siesing

Allgemeine Informationen zum Fürstentum Monaco unter www.visitmonaco.com.