Von 17. Oktober 2019 Mehr →

Spiel der Farben im herbstlichen Masuren

Masuren

Ein beeindruckendes Spiel der Farben beim Herbst in Masuren. – Foto: Studio Andrzej Zawojek

Mit mehreren Tausend Kilometer langen Fuß-, Rad- und Kajakwanderwegen ist die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren ein Paradies für Naturliebhaber. Gerade im Herbst lädt die ursprüngliche Landschaft zwischen Großen Masurischen Seen im Osten und Weichselwerder im Westen zum Entdecken ein. Zu den wichtigsten Trassen für Radtouristen zählt der dortige Abschnitt des „Green Velo“, der auf 2.000 Kilometern durch den Osten Polens führt. Seit wenigen Wochen docken zwei attraktive Nebenstrecken daran an: Eine 85 Kilometer lange Route führt entlang des Oberlandkanals, der mit seinen fünf geneigten Ebenen zu den Hauptattraktionen der Region zählt. Eine zweite Strecke, die Łynostrada, führt auf knapp 70 Kilometern von der Hauptstadt Olsztyn (Allenstein) nach Lidzbark Warmiński (Heilsberg) durch das idyllische Tal der Łyna (Alle) und vorbei an zahlreichen Baudenkmälern.

Im Winter lockt eine wie verzaubert wirkende weiße Landschaft zu Touren auf Langlaufskiern. Rund um den Kurort Gołdap (Goldapp) nahe der polnisch-russischen Grenze befindet sich das größte Skizentrum der Woiwodschaft mit mehreren Dutzend Kilometern Langlaufloipen. Am 272 Meter hohen Berg Piękna Góra drehen sich sogar fünf Skilifte, die längste Piste misst 750 Meter. Gespurte Loipen gibt es auch in anderen Teilen der Region, zum Beispiel in der Johannisburger Heide bei Ruciane-Nida (Rudczanny-Nieden). Bleibt es für eine längere Zeit klirrend kalt, dann zieht es die Eissegler auf die Großen Masurischen Seen. Der rasante Sport gewinnt seit einigen Jahren immer mehr Anhänger, verschiedene Veranstalter bieten Kurse für Anfänger an.

Traditionelle Handwerkskunst aus Masuren

Mit Hilfe von Schienen meistern die Passagierschiffe auf dem Oberlandkanal insgesamt fünf Berge. – Foto: ZOE

Die Region lockt nicht nur mit Aktivsportangeboten. Bis heute haben sich zwischen Frischem Haff und Seenplatte zahlreiche alte Kulturtechniken erhalten. Viele davon lassen sich bei Vorführungen live miterleben und oftmals sogar selbst ausprobieren. So fertigt die Keramik-Manufaktur beim kleinen Schlosshotel von Nakomiady (Eichmedien) originalgetreue Kopien von Danziger Öfen oder ostpreußischen Fliesensockeln, aber auch von Delfter Kacheln an. Besucher können sich dort in der Kunst des Kachelbemalens ausprobieren.

Traditionelle Handarbeit erleben Besucher in der Glashütte von Taras Krynicki in Olsztynek (Hohenstein). Der aus dem ukrainischen Lwiw stammende Glasbläser betreibt die Anlage seit den 1990er Jahren. Seine Arbeiten von der schlichten Vase bis zur aufwendig produzierten Skulptur entstehen ganz ohne maschinelle Hilfe aus Altglas. Im oberländischen Kamionki (Königlich Steinau), unweit von Nidzica (Neidenburg), entstand ein Freilichtmuseum zur Pflege traditioneller Handwerke. Die Besucher können dort im Töpferdorf (Garncarska Wioska) verschiedene alte Techniken selbst ausprobieren, vom Drehen und Verzieren von Töpferwaren über Glasmalerei bis hin zum traditionellen Verzieren von Ostereiern und Weihnachtsbaumkugeln.

Deftige Landküche genießen

Schlittenfahrten gehören zum Winterprogramm in Masuren. Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Neben alter Handwerkskunst wird auch der kulinarische Reichtum der Region neu entdeckt. Kräftig-deftige Landküche des Ermlands erleben Besucher zum Beispiel in der „Karczma Warmińska“ (Ermländisches Wirtshaus) in Gietrzwałd (Dietrichswalde). Die Besitzer organisieren das ganze Jahr über ermländische Traditionstage mit Themenküche sowie Live-Musik und Tanzdarbietungen. Die Küche Masurens ist vor allem von Fisch geprägt.  Mit 21 von landesweit 30 teilnehmenden Städten ist Ermland-Masuren zudem das Zentrum der internationalen Cittàslow-Bewegung in Polen. Das Netzwerk vereint Städte unter 50.000 Einwohnern, die auf nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen und die Förderung des Slow-Food-Gedankens setzt.

Infos zum Green Velo unter www.greenvelo.pl, zu Gołdap unter www.uzdrowiskogoldap.pl sowie zu Masuren selbst unter www.mazury.travel.

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