Kutter, Küste und Kulturerbe in Freest

Freest
Im Fischereihafen von Freest wechseln sich Ruhe und Betriebsamkeit auf angenehme Weise ab. – Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/pocha.de

Die gelben Fischerhütten leuchten schon von Weitem. Dazwischen: Kutter, die gerade einlaufen, Möwen, die den Booten entgegenfliegen, und Fischer, die ihren Fang direkt am Kai verkaufen. Wer früh genug da ist, kauft den Fisch, bevor er überhaupt in einer Küche war. Freest, ein kleines Fischerdorf an der Peenemündung, ist einer der letzten Orte an der deutschen Ostseeküste, an dem das Fischerleben keine Kulisse ist – sondern Alltag.

Ein Hafen voller Leben

Aufs Meer sehen und den Wellen zuhören: Am Freester Strand kommen Urlauber besonders gut zur Ruhe. – Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/Philipp Schulz

Der größte noch aktive Fischereihafen Mecklenburg-Vorpommerns gibt den Takt vor: Morgens die einlaufenden Kutter, mittags die Ausflugsdampfer, abends die Stille über dem Bodden. Von hier starten Ausflugsschiffe zu den Inseln Ruden und Greifswalder Oie oder zu den vorgelagerten Robbenbänken. Wer das Meer lieber vom Deck eines traditionellen Kutters erlebt, kann über den Greifswalder Bodden fahren und dabei weite Blicke auf die Küstenlandschaft genießen. Danach: fangfrischer Fisch in den Hafenrestaurants, der Geruch von Räucherei in der Luft.

Handwerk mit Geschichte

Auf dem Ostseecampingplatz lässt sich in den Baumzelten die Schönheit der Natur ganz unmittelbar erleben. – Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/Philipp Schulz

Der Ort ist tief mit seiner Fischereitradition verbunden. Historische Salzhütten erzählen von früheren Zeiten, als Fisch noch per Hand gesalzen und haltbar gemacht wurde. Im Heimatmuseum tauchen Besucherinnen und Besucher in die Geschichte der Fischerei ein. Eine besondere Rolle spielen die Freester Fischerteppiche: In den 1920er-Jahren während eines Fangverbots entstanden, zeigen sie Motive aus dem Alltag der Küstenfischer. Heute gehört ihre Herstellung zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO – hier wird Erinnerung weitergegeben.

Entspanntes Strandleben

Die farbenfrohen Kutter bieten immer wieder die schönsten Fotomotive. – Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/Philipp Schulz

Wenige Schritte vom Hafen entfernt beginnt der Strand. Wer den Trubel am Kai hinter sich lässt, findet Stille und einen endlosen Horizont. Naturfreunde übernachten etwa auf dem Campingplatz im Kiefernwald und genießen die Nähe zur Küste. Vogelbeobachtungen, Radtouren entlang des Peenestroms oder Spaziergänge zum Sonnenuntergang geben dem Tag einen anderen Rhythmus. Darf es auch mal trubelig sein? Bei den mehrmals jährlich abgehaltenen Fischmärkten pulsiert rund um den Hafen das maritime Leben: Stände mit regionalen Spezialitäten, Handwerk und Musik sorgen für Hafenfest-Atmosphäre.

Los geht’s mit dem Kutter: Dabei können auch Landratten kräftig Seeluft schnuppern. – Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/Markus Tiemann

Gleichzeitig blickt das Fischerdorf nach vorn: Als Teil des Projekts „MariEx“ (gefördert durch das Programm Interreg South Baltic) entstehen im Fischerdorf Freest neue maritime Erlebnispunkte, die Einblicke in das Hafenleben bieten werden. Zum Beispiel soll ein digitaler Hafenspaziergang Gäste künftig per Audio-Guide durch Geschichte und Gegenwart führen – nah dran, ohne dass man dafür früh aufstehen muss. Weitere Informationen unter www.vorpommern.de.

Die bekannten Fischerteppiche werden heute noch nach traditionellem Handwerk gefertigt. –  Foto: DJD/Tourismusverband Vorpommern/pocha.de

Mortimer

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