Graubünden: Entdeckungstour im Winter

Graubünden
In Graubünden lässt sich die Faszination des Unterwegsseins auch im Winter erleben – zu Fuß, auf Langlaufskiern oder mit Schneeschuhen. – Foto: Thalia Wünsche / Schweiz Tourismus

Im schweizerischen Graubünden lässt sich die Faszination des Unterwegsseins während mehrerer Tage auch im Winter erleben – zu Fuß, auf Langlaufskiern oder mit Schneeschuhen. 

Warum auf den Sommer warten, wenn man auch im Winter weitwandern kann? Graubünden macht es möglich – auf der Via Engiadina im Unterengadin und der Via Mundaun in der Surselva. Gewandert wird die meiste Zeit auf präparierten Winterwanderwegen. Eine Lawinenausrüstung ist nicht erforderlich. Das Gepäck wird von Unterkunft zu Unterkunft transportiert, sodass man unterwegs nur einen Tagesrucksack braucht.

Winterweitwandern

Prachtvoll zeigt sich der Winterwald entlang der Via Mundaun bei Friggahues. – Foto: Thalia Wünsche / Schweiz Tourismus

Die Via Mundaun führt auf einer dreitägigen Winterwanderung rund um den Aussichtsberg Piz Mundaun. Sie verbindet zwei Täler, zwei Sprachen und zwei Kulturen. Der Start der Tour liegt in Obersaxen, einem Walsergebiet; ihr Ziel in der Val Lumnezia, einer rätoromanischen Talschaft. Die Etappen sind zwischen drei und vier Stunden lang. Die meiste Zeit wandert man in der stillen Winterlandschaft. Nur einzelne Abschnitte führen durch das Skigebiet Obersaxen-Mundaun.

Die Winterweitwanderung Via Engiadina verbindet die schönsten Dörfer des Unterengadins: Lavin, Guarda, Ardez, Ftan und Sent. Die vier Tagesetappen sind mit eineinhalb bis viereinhalb Stunden angenehm kurz und lassen Zeit, die Orte zu erkunden. Abgesehen vom ersten Abschnitt zwischen Zernez und Lavin verläuft die Route durchgehend auf der Sonnenseite des Tals.

Weitlanglaufen von Maloja nach Martina

Graubünden
Stimmungsvoll winterlich gibt sich auch die Via Engiadina mit dem Dörfchen Ftan. – Foto: Thalia Wünsche / Schweiz Tourismus

Für diejenigen, für die Winterweitwandern zu gemächlich ist, gibt es eine Alternative: Weitlanglaufen. Das Prinzip bleibt gleich: die Fortbewegung von A nach B. Dank der Langlaufskier schafft man aber mehr Strecke. Dabei bietet sich eine Tour an:

Maloja ist das erste Bergdorf im Engadin, Martina das letzte. Verbunden werden die beiden Ortschaften durch den Fluss Inn, getrennt durch knapp 100 Kilometer. Diese Strecke kann man in vier Tagen mit den Langlaufskiern auf präparierten Loipen zurücklegen. Nur zwischen Lavin und Scuol nimmt man für eine kurze Strecke die Rhätische Bahn.

Mehrtägige Schneeschuhtouren

Unterwegs auf der Via Silenzi zur Alp Champatsch. – Foto: Thalia Wünsche / Schweiz Tourismus

Auf Schneeschuhtouren geht es in die unberührte Winterlandschaft – dorthin, wo es keine präparierten Winterwanderwege mehr gibt und nur noch wenige Menschen unterwegs sind. Hält man inne, erlebt man die vollkommene Stille, die es nur gibt, wenn Schnee liegt.

Die Schneeschuhtour “Spluga Bianco“ startet mit der Gondelfahrt von Splügen zur Bergstation Tanatzhöhi auf 2140 Metern Höhe. Nach einem kurzen Aufstieg durchs Skigebiet wandert man auf dem gesicherten und markierten Schneeschuhtrail durch offenes Gelände über den Splügenpass und die Landesgrenze bis nach Montespluga. Im italienischen Weiler – er ist im Winter unbewohnt – befindet sich ein Agrotourismusbetrieb mit drei Zimmern. Am Folgetag hat man die Wahl: Die anspruchsvollere Option ist die unmarkierte Route nach Innerferrera, die einfachere führt auf dem Trail zurück über den Pass nach Bodmenstafel und weiter nach Splügen.

Von Scuol auf den Ofenpass

Winter von der schönsten Seite in Montespluga an der Spluga Bianco. – Foto: Martymaine

Das Winterabenteuer Via Silenzi startet mit einer Pferdeschlittenfahrt nach S-charl. Im Winter ist das die einzige Möglichkeit, den Weiler und sein Gasthaus zu erreichen. Von dort geht es am nächsten Morgen mit Schneeschuhen über die Alp Astras und den Pass da Costainas nach Lü in der Val Müstair. Tags darauf läuft man von Lü via Alp Champatsch und Alp da Munt auf den Ofenpass. An fixen Daten wird die Via Silenzi als Gruppentour angeboten. Wer die Tour individuell begeht, muss sich im freien Gelände auskennen, eine Lawinenausrüstung mitführen und den Umgang mit dieser beherrschen. Weitere Informationen unter www.switzerland.com.

Buch- und Geschenktipp für Entdecker: Meister der Finsternis 

Meister der FinsternisDer Erfolg spricht für sich. Mittlerweile in zweiter überarbeiteter Auflage ist dieser spannungsgeladene wie fantasievolle Jugendroman Meister der Finsternis von Mortimer-Reisemagazin-Redakteurin Susanne Timmann erschienen und begeistert erneut mit einer Mischung aus Spannung, Fantasie und atmosphärischer Abenteuerlust. Die Geschichte führt den jungen Protagonisten Fynn tief in die eisigen Weiten der Arktis, wohin er seinen Vater, einen Forscher, während der Schulferien begleiten wollte. Was als harmloser Ausflug beginnt, entwickelt sich zu einem gefährlichen und zugleich faszinierenden Abenteuer, das Fynn gemeinsam mit seiner neuen Freundin Maya bestreiten muss.

Zwischen Mut und Magie

Als die beiden während eines aufziehenden Unwetters in einer Eishöhle Schutz suchen, geraten sie unvermittelt in eine Reihe mysteriöser Ereignisse. Ohne zu wissen, welche Kräfte im Verborgenen wirken, finden sie sich in einer Welt wieder, in der die Blaue Hexe der Tiefe, das rätselhafte Land der Koingz und eine skrupellose Verbrecherbande in einer surrealen Unterwasserstadt ihre Wege kreuzen. Maya zeigt dabei bemerkenswerte Entschlossenheit und lässt sich weder von magischen Wesen noch von bedrohlichen Gestalten einschüchtern. Mit Mut und einem Funken Glück gelingt es den beiden sogar, die gefangenen Waldriesen aus ihrer steinernen Starre zu befreien.

Arktisches Fantasy-Abenteuer

Doch die größte Herausforderung steht noch bevor: die Aktivierung des geheimnisvollen Amuletts des Meisters der Finsternis und die Befreiung ihrer Eltern aus dem Griff des ewigen Eises. Auch für die Autorin selbst blieb lange offen, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Susanne Timmann berichtet, dass zu Beginn lediglich der Name des Protagonisten und der Schauplatz feststanden. Der Roman entstand in einer besonderen Lebensphase: Die zweifache Mutter begann das Schreiben während ihrer Babypause vor der Geburt ihrer Tochter und legte das Manuskript erst einmal beiseite, bis sie hochschwanger mit ihrem Sohn war. Rückblickend erzählt sie mit einem Lächeln, dass sie zwischenzeitlich völlig vergessen hatte, an der Geschichte weiterzuarbeiten.

Ob eine Fortsetzung geplant ist, lässt die aus Schwaben stammende Autorin offen. Mit einem Augenzwinkern merkt sie an, dass eine weitere Babypause als Schreibanlass eher unwahrscheinlich sei – die Wahrscheinlichkeit, zuvor Großmutter zu werden, sei deutlich höher.

Erhältlich ist das Meister der Finsternis (ISBN 978-3-939408-65-9) von Susanne Timmann für 17,99 Euro im Buchhandel oder versandkostenfrei direkt beim Westflügel Verlag.

Mortimer

Seit dem Jahr 2011 berichtet das Mortimer Reisemagazin tagtäglich in Wort, Bild und teilweise mit Videos aus der Welt des Reisens. Mehr als 8.000 Beiträge über Destinationen aus allen Teilen der Erde stehen für Interessierte mittlerweile kostenfei bereit.