Feiner Pinselstrich ganz ohne Boxhandschuh: Sylvester in St. Petersburg

Filmlegende Sylvester Stallone zeigt seine Malereien in Sankt Petersburg. (Foto: Russisches Museum Sankt Petersburg)
Filmlegende Sylvester Stallone zeigt seine Malereien in St. Petersburg. (Foto: Russisches Museum Sankt Petersburg)

Das renommierte Russische Museum in Sankt Petersburg präsentiert neben der Moskauer Tretjakow-Galerie die wohl umfassendste Sammlung russischer Kunst weltweit. Weit mehr als 400.000 Exponate aus den Bereichen Malerei, Skulpturen, Graphik, Kunsthandwerk und Volkskunst umfasst die beeindruckende staatliche Sammlung. Die Dauerausstellung im Stroganow-Palais, dem Michailowski-Schloss und dem Marmorpalast widmet sich der russischen Kunst seit dem 10. Jahrhundert, rückt aber auch Wechselausstellungen in den Fokus.

Kunstwerk einer Filmlegende. (Foto: Russisches Museum Sankt Petersburg)
Kunstwerk einer Filmlegende. (Foto: Russisches Museum Sankt Petersburg)

Und so wartet das 1895 auf Erlass des Zaren Nikolas II gegründete Museum in St. Petersburg nun bis zum 13. Januar 2014 mit einer faustdicken Überraschung auf und zeigt Bilder eines Faustkämpfers. Gemeint ist nicht ein niedergeschlagener Boxer in der Ecke des Rings, sondern eine Boxlegende aus Hollywood, die als zweibeinige Kampfmaschine Millionen von Zuschauern in die Kinosäle rund um den Erdball lockte: Rocky-Darsteller Sylvester Stallone, der auch als Rambo reihenweise seine Filmgegner niederstreckte, präsentiert sich von einer ganz neuen Seite. Er zeigt 36 von ihm geschaffene Gemälde, bei deren Erstellung er vermutlich schon allein wegen der Schwierigkeiten, einen dezenten Pinselstrich auf die Leinwand zu zaubern, die Boxhandschuhe abstreifte.

Dass der 67-jährige immer für eine Überraschung gut ist, wissen nicht nur seine Anhänger und die Boulevardpresse. Mal hatte er sich im doppelten Sinne des Wortes mit Brigitte Nielsen verheiratet, dann startete er gemeinsam mit Bruce Willis, Demi Moore, Jackie Chan und Arnold Schwarzenegger eine Hamburger-Restaurant-Kette, die sogar Dependancen in Weltstädten wie Duisburg, Oberhausen und Ochtrup unterhält. Und nun offenbart der muskelbepackte Schauspieler noch eine, den meisten bislang unbekannte künstlerische Ader.

Wladimir Gussew, Leiter des Russischen Museums in St. Petersburg jedenfalls zeigte sich begeistert, nannte Stallones Arbeiten „ausdrucksstark, kraftvoll und dynamisch“. Während so ein verbaler Ritterschlag für mancher Kulturbeflissenen wie ein kunsthistorischer Tiefschlag anmutet, holte „Rocky“ zum finalen K.o.-Schlag aus: Er müsse malen, wenn es kein anderen Ausdruckmittel gebe. Die Fäuste jedenfalls hat er bei seinen Malereien ganz sicher nicht sprechen lassen. Weitere Informationen unter www.rusmuseum.ru.