Auf Luthers Spuren – geschichtsträchtige Orte in Thüringen erinnern an 500 Jahre Reformation

Blick auf die majestätische Wartburg, über der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes gelegen. Hier lebte Luther ab dem 4. Mai 1521 für rund 300 Tage und übersetzte die Bibel. (Foto: Christiane Würtenberger)
Blick auf die majestätische Wartburg. Hier lebte Luther für 300 Tage und übersetzte die Bibel. (Foto: Christiane Würtenberger)

2017 wird ein Luther-Jahr. Rund um den 500. Jahrestag der Reformation erinnern dann viele Ausstellungen an diese bewegte Epoche. Und obwohl Martin Luther seine berühmten Thesen in Wittenberg in Sachsen-Anhalt an die Kirchentür schlug, kommt man auf seinen Lebensspuren auch nicht an Thüringen vorbei. Denn hier verbrachte er einige seiner wichtigsten Lebensstationen. Hier besuchte er die Schule. Hier begann er zu studieren. Schließlich wurde er in Thüringen auch Mönch. Und hier übersetzte die Bibel ins Deutsche. Lutherstädte wie Eisenach, Erfurt und Schmalkalden haben daher für die kommenden Monate zahlreiche Veranstaltungen geplant.

Die sogenannte Lutherstube auf der Wartburg in Thüringen. Die kleine Zelle diente dem Reformator als Unterschlupf und Ort der Bibelübersetzung. (Foto: djd)
Die Lutherstube auf der Wartburg in Thüringen. Die kleine Zelle diente dem Reformator als Unterschlupf und Ort der Bibelübersetzung. (Foto: djd)

Sonderausstellung auf der Wartburg

Martin Luthers Beziehung zu Eisenach begann ab 1497 mit seiner Schulzeit. Und sie sollte dann auch ein Leben lang halten. Ab dem 4. Mai 1521 lebte er schließlich für rund 300 Tage auf der Wartburg. Hier übersetzte er dann die Bibel.

Die Wartburg wird vom 4. Mai bis 5. November 2017 daher zum Schauplatz der Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“. Sehenswert sind auch die Georgenkirche. In dem Gotteshaus hat Luther als Lateinschüler gesungen. Später hat er dann mehrfach von deren Kanzel gepredigt.

Nicht zu vergessen ist auch das Lutherhaus. In diesem befindet sich heute eine umfangreiche Ausstellung zur Reformation. Diese wurde erst kürzlich mit dem renommierten Design-Preis Iconic Award 2016 in der Kategorie „Architecture – Best of Best“ ausgezeichnet.

Studentenleben in Erfurt

Auch Erfurt ist im Lutherjahr einen Besuch wert. Hier vollzog der Reformator damals den Wechsel vom Studenten zum Mönch. Eine sehenswerte Station ist dabei das Evangelische Augustinerkloster mit der Klosterkirche. Nicht zu vergessen sind daneben die Georgenburse, wo Luther als Student wohnte, sowie der Domberg. Diese Stationen werden auch Luthermeile genannt.

Luther und Schmalkalden

Ein prägender Lutherort in Thüringen ist auch Schmalkalden: Hier im Bild die Stadtkirche St. Georg und der Altmarkt. (Foto: Jessica Mintelowsky)
Ein prägender Lutherort in Thüringen ist auch Schmalkalden. (Foto: Jessica Mintelowsky)

Ein dritter prägender Lutherort in Thüringen ist Schmalkalden. Zur Zeit der Reformation stand die Stadt im Blickpunkt europäischer Politik. Im Auftrag von Kurfürst Johann Friedrich legte Luther hier seine Glaubenssätze vor. Diese fanden dann  als Schmalkaldische Artikel Eingang in das Konkordienbuch der evangelischen Kirche. Noch heute erinnern das historische Rathaus und das Schloss Wilhelmsburg an die Reformation.

Luther-Orte in Thüringen

Die Georgenburse in der Altstadt von Erfurt war im Mittelalter Wohnhaus für Studenten und Lehrkräfte der Universität. Luther lebte dort zwischen 1501 und 1505. (Foto: Lutz Edelhoff)
Die Georgenburse in Erfurt war im Mittelalter Wohnhaus für Studenten und Lehrkräfte der Universität. Luther lebte dort zwischen 1501 und 1505. (Foto: Lutz Edelhoff)

Neben Eisenach, Erfurt und Schmalkalden hat Luther in weiteren thüringischen Orten Spuren hinterlassen. So etwa in Weimar. In der Stadtkirche St. Peter und Paul predigte Luther. Interessant ist auch Mühlhausen. Hier ist die Kornmarktkirche besonders sehenswert. In dem Gotteshaus befindet sich ein Museum zum Bauernkrieg.

In der Stadtkirche St. Peter und Paul am Herderplatz in Weimar predigte Luther. (Foto: Maik Schuck)
In der Stadtkirche St. Peter und Paul am Herderplatz in Weimar predigte Luther. (Foto: Maik Schuck)

Derweil erinnert in Jena die Stadtkirche St. Michael an den Reformator. Und in Gotha ist das „Lutherhaus“ einen Besuch wert. Aber auch die Margarethenkirche. Nicht zu vergessen ist schließlich Altenburg. Zwei Ausstellungen zeigen hier den „Steuermann der Reformation“, Georg Spalatin. (djd).