Von 4. November 2017 Mehr →

Swarovskis Kristallwelten – ein wenig blinky-blinky und jede Menge Kunst

Der Phantasie sind in den warovskis Kristallwelten keine Grenzen gesetzt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Phantasie sind in den warovskis Kristallwelten keine Grenzen gesetzt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Fast fühlt es sich an, als ob man mitten in einem Bollywood-Film gelandet ist. Das mag daran liegen, dass viele Elemente in den Swarovski-Kristallwelten im österreichischen Wattens bunt, blinkend, schimmernd, prächtig, intensiv und mächtig daherkommen. Gläsern-klare Zurückhaltung sucht man in dieser Erlebniswelt im Zeichen des Kristalls vergeblich.

Die Faszination, die den glitzernden Kristallen ausgehen, ist bis heute ungebrochen. Ob Daniel Swarovski, der im Jahre 1895 sein Unternehmen für geschliffenes Kristall in Wattens in Tirol, gründete, wohl schon ahnte, dass er damit ein Stück weit die Welt der Mode, Kunst und Dekoration erobern würde? Fest steht, dass er von Anfang an visionär dachte. Und so ist es wohl ganz in seinem Sinne, dass zum hundertjährigen Firmenjubiläum eine Erlebniswelt im Zeichen des Kristalls eröffnet wurde.

André Hellers gestalterische Hand

Der Eingangsbereich versteckt sich unter einem spektakulären Brunnen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Eingangsbereich versteckt sich unter einem spektakulären Brunnen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Federführend bei der Entwicklung der Swarovski Kristallwelten war Multimediakünstler André Heller. Es wurde ein Ort geschaffen, an dem Kristall zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden soll. Dieser Welt der Fantasie haben seit seiner Eröffnung im Jahre 1995 mehr als 13 Millionen Menschen aus aller Welt einen Besuch abgestattet. Gelungen ist dabei die Mischung aus Kunst und Kultur, Entertainment und Shopping, für die großen und jede Menge Spielerlebnis für die kleinen Besucher.

Mit zahlreichen Lichteffekten werden die funkelnde Kristalle in Szene gesetzt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Mit zahlreichen Lichteffekten werden die funkelnde Kristalle in Szene gesetzt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Um die „Wunderkammern“ mit Leben zu füllen, holte André Heller bekannte Künstler und Designer ins Boot und ließ sie das Thema Kristall auf ihre ganz eigene Art und Weise interpretieren. So entstanden die insgesamt 16 unterschiedlichen Erlebnisräume der Swarovski Kristallwelten im „Bauch des Riesen“.

Kopf des Riesen als Blickfang

Auch die Werke namhafter Künstler wurden mit Kristallen in ein neues Bild gerückt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch die Werke namhafter Künstler – wie hier von Dali – wurden mit Kristallen in ein neues Bild gerückt. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Einen besonders gelungenen Hingucker bildet der weithin sichtbaren Kopf des Riesen, unter dessen Wasser speiendem Mund sich auch der Eingang zu den Wunderkammern befindet. Zunächst betritt man als Besucher durch einen goldenen Gang die „Blaue Halle“. In diesem facettenförmigen, dunklen Raum werden Werke von Salvador Dali, Niki de Saint Phalle, Andy Warhol gezeigt. In der Mitte des Raumes liegt ein riesiger Kristall.

Selbst das Zaumzeug dieses Pferedes avanciert zum Kunstwerk. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Selbst das Zaumzeug dieses Pferedes avanciert zum Kunstwerk. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Dieser wurde ein Jahr lange bearbeitet und seine 100 Facetten stehen für die 100 Firmenjahre der Kristallwerke“, erklärt Guide Matthias Batuaf. Der 23-jährige kann auch erklären, warum die größte Besuchergruppe aus Indien stammt.

Bollywood in Swarovskis Kristallwelten

Auch ein Werk von Niki de Saint Phalle wurde mit einem Kristall "aufgewertet". (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch ein Werk von Niki de Saint Phalle wurde mit einem Kristall „aufgewertet“. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Hier wurden unter anderem Szenen des Bollywodfilms „Chal Mere Bhai“ mit den berühmten indischen Darstellern Salman Khan und Karishma Kapoor gedreht. Inzwischen gehört ein Selfie vor dem Riesen schon fest zum Europaprogramm von Reisenden aus Indien“, erzählt der junge Mann lächelnd.

Ein elefantöser Gruß an die Filmindustrie in Bollywood. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein elefantöser Gruß an die Filmindustrie in Bollywood. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Student entlässt seine Gruppe dann in den nächsten Raum. Die Wunderkammer mit dem viel sagenden Namen „Mechanical Theatre“. In dieser, von Künstler Jim Whiting geschaffenen, Maschinen gesteuerte Mikro-Welt entfalten starre Dinge plötzlich ein Eigenleben und Gegenstände zeigen verblüffende Bewegungen.

Kristalldom mit fast 600 Spiegeln

Groß, größer, Swarovskis Kristall... (Foto Karsten-Thilo Raab)

Groß, größer, Swarovskis Kristall… (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein etwas schauriger Anblick für junge Museumsbesucher, deshalb geht es rasch durch den samtenen Vorhang in den „Kristalldom“. Das Gefühl, sich im Inneren eines Kritalls zu bewegen lässt die Besucher staunen. Die Kuppel des Kristalldoms besteht aus 595 Spiegeln, die eine besondere Tiefenwirkung entstehen lassen und zu witzigen Erinnerungsfotos einladen. Da einige „Spionspiegel“ in dem Dom versteckt sind, entdeckt man hier und dort noch versteckte Kunstwerke verschiedener Künstler.

Im Kristalldom sorgen zahllose Spiegel für besondere Hingucker. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Im Kristalldom sorgen zahllose Spiegel für besondere Hingucker. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zu den Klängen von Brian Enos Musik lässt es sich im Kristalldom richtig gut entspannen. Mit einem Schritt in die nächste Kammer namens „Silent Light“ fühlen sich die Gäste in eine märchenhafte Winterlandschaft versetzt. Spektakulär funkelnd steht ein Kristallbaum von den Designern Tord Boontje und Alexander McQueen im Dunklen, der ursprünglich für das Foyer des Victoria and Albert Museums in London entworfen wurde.

Gasgefüllte Glasspiralen

Das Spiel von Licht, Farbe und Kristallen fasziniert auf manigfaltige Art und Weise. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das Spiel von Licht, Farbe und Kristallen fasziniert auf manigfaltige Art und Weise. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Geht es dann durch den nächsten Vorhang, so betritt man die von moderner Architektur inspirierte Spiegellandschaft der koreanische Künstlerin Lee Bul. Je nach Standort verändern sich die Aus- und Einblicke. Über eine schmale Brücke geht es sodann in der Wunderkammer, die Glaskünstlers Paul Seide „Kristallkalligraphie“ getauft hat. Mittels von mit Argon- und Neongas gefüllten Glasspiralen setzt er sich mit Baudelaires Gedicht „Die Blumen des Bösen auseinander.“

Ein Spielweltentraum nicht nur für Kinder. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein Spielweltentraum nicht nur für Kinder. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Während dieser Raum nicht für alle Besucher gleichermaßen fassbar ist, bildet die nun folgende „Eisgasse“ ein Erlebnis für alle. Bleibt der Raum ohne Besucher zunächst dunkel, so entstehen beim Betreten des Bodens kristalline Spuren, die genau den Weg nachzeichnen, den man durch die Passage genommen hat.

Knackende Eisgasse

Durch die gespiegelten Gänge ist der Weg nicht leicht zu finden. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Durch die gespiegelten Gänge ist der Weg nicht leicht zu finden. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Je mehr Besucher die Gasse durchqueren, desto heller erstrahlt die Umgebung und desto dichter erscheinen die Spuren am Boden. Wer genau hinhört, vernimmt außerdem das leichte Knacken von Eis, wenn man über den Boden schreitet. Es scheint, als habe sich der Tiroler Künstlers Oliver Irschitz von den zugefrorenen Bergseen seiner Heimat inspirieren lassen.

Ein Weihnachtsbaum aus Kristallen. (Foto Karsten-Thilo raab)

Ein Weihnachtsbaum aus Kristallen. (Foto Karsten-Thilo raab)

Hell von Beginn an zeigt sich die nun folgende Kammer.In dem Raum mit dem Namen „Transparente Opazität“ versucht Künstler Arik Levy eine Hommage an die Vielfalt von Kristalls. Ihn faszinieren die scheinbar widersprüchliche Eigenschaften des Kristalls: Durchsichtigkeit und Undurchdringlichkeit.

Kuriositätenkabinett in der Wunderkammer

Zum Kugeln: die Kombination aus Kristall, Farbe und Lichteffekten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zum Kugeln: die Kombination aus Kristall, Farbe und Lichteffekten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

„Nomen est Omen“ dachte sich das Künstteam Studio Job und ließ sich bei der „Studio Job Wunderkammer“ von nichts als dem Begriff „Wunderkammer“ inspirieren. Sie designten ein kunterbuntes, wunderbar kitschiges Kuriositätenkabinett das den Besucher zu eigenen Entdeckungen einlädt. Was zunächst wie ein Rummelplatz mit überbordender Buntheit aussieht, sind in Wahrheit Abertausende von kleinen Geschichten und kleinen Anspielungen auf die moderne Gesellschaft.

Begehbare Kunst mit famosen Blickfängen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Begehbare Kunst mit famosen Blickfängen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Die kristallklare Stimme der Starsopranistin Jessye Norman lässt sich in der nun folgenden Kammer „La Primadonna Assoluta“ erleben. Das Künstlerduo Fredrikson Stallard hat im Raum namens „Eden“ einen phantastischen Wald aus Kristallen erschaffen.

Nachbauten berühmten Bauten

Auch mechanische Kunstwerke lassen sich mit Kristallen optimieren. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch mechanische Kunstwerke lassen sich mit Kristallen optimieren. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wirklich famos ist das Erlebnis in der Wunderkammer „FAMOS“. Das russische Künstlerduo Blue Noses hat hier neben einer Videoinstallation berühmte Wahrzeichen wie das Taj Mahal in Agra, die Cheops-Pyramide von Gizeh, das Empire State Building von New York und das Lenin-Mausoleum in Moskau in dargestellt. Diese glasklaren Nachbildungen ermöglichen faszinierende Ein- und Durchblicke.

Filigran und futuristisch muten manche Exponate an. (Foto Karsten-Thilo raab)

Filigran und futuristisch muten manche Exponate an. (Foto Karsten-Thilo raab)

Nach diesem ruhigen Erlebnis, geht es in dem von Brian Eno gestalteten Raum mit dem bezeichnenden Namen „55 Million Crystals“ viel bunter und lebendiger zu. „Augen auf, liebe Besucher“, emfpiehlt Guide Matthias Batauf und ergänzr: „hier ist in jedem Augenblick ein unwiederholbares Original zu sehen. Was man in einem Augenblick sieht, hat kein anderer vorher gesehen und wird kein anderer nachher so wahrnehmen.“ Möglich macht das die Kombination von Licht, Computertechnik und von hand gemalten Bildkomponenten.

Faszinierender Kristallwald

Ein Schuhtraum nicht nur für Märchenfeen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ein Schuhtraum nicht nur für Märchenfeen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Und auch in der folgenden Kammer bleibt es komplex. „Es sieht auf den ersten Blick vielleicht ein wenig durcheinander aus. Aber schauen Sie genau hin, was Sie sehen ist nicht weniger als das Prinzip des Lebens“, empfiehlt der 23-jährige. Wer sich Zeit nimmt, der erkennt in „Reflexionen“ verschiedene Facetten der Menschheits- und Kulturgeschichte, die stets in Verbindung mit Kristall präsentiert werden.

An die Ausstellung schließen sich auch noch die Verkaufsräume von Swarovski an. (Foto Karsten-Thilo Raab)

An die Ausstellung schließen sich auch noch die Verkaufsräume von Swarovski an. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Langsam ermüden die Beine und Augen der Besucher, weshalb viele im vorletzten Raum „Kristallwald“ dem Werk des italienischen Malers und Videokünstlers Fabrizio Plessi vielleicht nicht mehr die verdiente Aufmerksamkeit widmen können. Die Komposition ist den Elementen Feuer, Wasser und Kristall gewidmet und verbindet das natürliche Material Holz mit Videotechnologie. In jedem der von der Decke hängenden Baumstämmen befindet sich ein Monitor, auf dem es flackert, rauscht und funkelt, auf dem Feuer knistert und Wasser plätschert.

Geschichte von Swarovski

Auch poppige Varianten werden ausgestellt und feilgeboten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch poppige Varianten werden ausgestellt und feilgeboten. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer sich dann nach echtem Naturerlebnis in Form des Gartens freut, der wird den letzten Raum, der über Im Bereich Timeless wird die Geschichte von Swarovski erzählt und Kristall in allen seinen historischen Facetten beleuchtet vielleicht etwas schneller durchschreiten. Schließlich wartet draußen ein herrlicher Garten, der zum Verweilen und Lustwandeln einlädt. Am Ende des Streifzuges durch die Wunderkammern erreichen die Besucher übrigens den umfangreichen Shop der Swarovski Kristallwelten. Die riesige Einkaufslandschaft beweist einmal mehr, wie vielfältig das Material Kristall ist, und lädt Kristall-Fans zum Shoppen ein.

Unterwegs im Flaniergarten

Auch der Außenbereich der Kristallweltn lohnt einen Besuch. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch der Außenbereich der Kristallweltn lohnt einen Besuch. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Wer den „Riesen“ verlassen hat, dem bietet sich im schön angelegten Garten des Riesen ein schöner Spaziergang an. Unterwegs geht es vorbei an Skulpturen von Künstlern wie Werner Feiersinger, Sylvie Fleury, Bruno Gironcoli, Martin Gostner und Alois Schild. Unbestrittene Höhepunkte sind dabei das grüne Labyrinth in Form einer Hand lädt zum Erkunden und Versteckspiel ein.

Auch der kleine Teich hat eine künstlerische Note. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch der kleine Teich hat eine künstlerische Note. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Schwerelos scheint am anderen Ende des Gartens eine zauberhafte Kristallwolke über dem schwarzen Spiegelwasser zu schweben. Durch ihre raffinierte Bauweise wandelt die Wolke je nach Licht- und Wetterverhältnissen ständig ihr Aussehen, Entworfen von Andy Cao und Xavier Perrot besteht diese monumentale Installation aus rund 800 000 handgesetzten Swaroski Kristallen.

Austoben angesagt

Großer Spaß nicht nur für Kinder ist das handförmige Labyrinth. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Großer Spaß nicht nur für Kinder ist das handförmige Labyrinth. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Im Garten des Riesens heißt es für die kleinen Besucher: klettern, malen, murmeln, robben, hüpfen und plantschen. Das Architekturbüro Snøhetta hat neben einem Spielturm auch eine innovative Spiellandschaft im Freien designed. Im Spielturm kann sich der Nachwuchs von Etage zu Etage hocharbeiten und dort Schaukeln, Schwingen und Rutschen.

Ungewöhnliche Kunstwerke zieren die üppig grüne Parklandschaft. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ungewöhnliche Kunstwerke zieren die üppig grüne Parklandschaft. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Das vertikale Kletternetz lässt sich bis auf eine Höhe von knapp 14 Metern frei beklettern und sorgt für Spannung. Der moderne, Licht durchflutete Spielbereich für Kinder aller Altersstufen wird in einer innovativen Spiellandschaft im Freien fortgesetzt. Eine frei geformte Topografie aus Stahl und Holz bietet Kindern unzählige Möglichkeiten des Spielens. Besonders beliebt sind dabei die Wasserspiele und die interaktiven Murmelbahnen, die spielend die Gesetze der Schwerkraft vermitteln.

Mit Hilfe der Kristalle lassen sich nette Schriftzüge erstellen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Mit Hilfe der Kristalle lassen sich nette Schriftzüge erstellen. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Neben der Dauerausstellung gibt es in den Kristallwelten übrigens auch immer abwechslungsreiche Veranstaltungen. Der Bogen spannt sich dabei von Klassik bis Kulinarik, von Kreativwerkstätte bis zum Kinderworkshop.

Weitere Informationen unter https://kristallwelten.swarovski.com.

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