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Von 21. Oktober 2017 Mehr →

Der Hotelcheck: Das Macdonald Pittodrie House

Pittodrie House - Copyright Karsten-Thilo Raab (5)

Das Macdonald Pittodrie House blickt auf eine mehr als 500-jährige Geschichte zurück. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Zwei schwarze Laternen und schwarze, bepflanzte Blumenkübel säumen den eher schlichten Eingang, der wenig spektakulär wirkt. Wäre da nicht das verblasste Wappen der Erskine Familie über dem Türbogen zu erkennen, könnte man fast meinen, es handele sich um ein „stinknormales“ Wohnhaus. Doch allein die lange Anfahrt durch die fast zehn Hektar große Parkanlage lässt erahnen, dass das altehrwürdige Macdonald Pittodrie House dann doch eher an ein Schloss gemahnt.

Die Geschichte des heutigen Vier-Sterne-Hotels in der schottischen Grafschaft Aberdeenshire reicht zurück bis in das Jahr 1480, als der Herrensitz für die Erskine Familie, Verwandte des Earl of Mar, errichtet wurde. Nach Zwistigkeiten mit dem Matquis of Montrose, ließ dieser das Haus im 17. Jahrhundert einfach niederfackeln.

Der Eingangsbereich des verwinkelten Prachtbaus wirkt eher schlicht. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Der Eingangsbereich des verwinkelten Prachtbaus wirkt eher schlicht. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Doch schon 1675 begann der Wiederaufbau und Ausbau des Anwesens, das z-förmig angelegt wurde. 1896 übernahm der reiche Reeder George Smith das Anwesen. Dessen Enkel Theo eröffnete schließlich Pittodrie im Jahre 1977 als kleines Hotel mit gerade einmal sieben Zimmern. 1989 erfolgt ein weiterer Anbau mit Ballsaal und 16 zusätzlichen Zimmern.

Riesige Betten und iesige Zimmer kennzeichnen das Vier-Sterne-Haus. (Foto Karsten-Thilo raab)

Riesige Betten und iesige Zimmer kennzeichnen das Vier-Sterne-Haus. (Foto Karsten-Thilo raab)

In der Tat gemahnen die äußerst großzügigen Gästeräume an kleine Ballsäle, messen zwischen 30 und 40 Quadratmetern. Mit Ausnahme der verglasten Wandschränke dominieren Rot-Braun-Töne. Die riesigen, gemütlichen Betten wirken „höher gelegt“ – nicht ganz so groß gewachsene Gäste müssen von der Kante rutschen, um mit den Füßen auf den dicken Teppichboden zu gelangen. Zwischen der Schlafstatt und zwei einladenden Sessel mit hohen Lehnen bleibt genügend Platz für eine kleine Wandertour.

Waschbecken und Wasserhähne symbolisieren ein Stück weit auch die Tradition des Hauses. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Waschbecken und Wasserhähne symbolisieren ein Stück weit auch die Tradition des Hauses. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Ziel könnte hier natürlich auch das in Weiß gehaltene Badezimmer sein. Die fehlende Mischbatterie im Bad ist ein Relikt aus alten Zeiten – mit dem Effekt, das aus dem Kaltwasserhahn eisiges Nass strömt, während das „hot water“ fast Verbrennungen heraufbeschwört. In der großen Wanne und modernen Dusche ist die Wasserzufuhr und -temperatur jedoch wie üblich regelbar.

Steile Treppen und lange, verwinkelten Gänge führen zu den Zimmern. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Steile Treppen und lange, verwinkelten Gänge führen zu den Zimmern. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Von den meisten Zimmern fällt der Blick auf den Bennachie, einen 528 Meter hohen Berg mit einer markanten Nase. Und die Kühe auf der Weide unterhalb des Berges fungieren in den Morgenstunden als charmant muhende „Biowecker“. Dies ist aber auch das einzige Geräusch, das hier inmitten der weitläufigen Parkannlage zu vernehmen ist.

Im hoteleigenen Restaurant kommen vornehmlich typisch schottische Gerichte mit raffinierter Note auf den Tisch. (Foto Karsten-Thilo Taab)

Im hoteleigenen Restaurant kommen vornehmlich typisch schottische Gerichte mit raffinierter Note auf den Tisch. (Foto Karsten-Thilo Taab)

Einziges Manko in Pittodrie: in den verwinkelten und verzweigten Gängen des Hauses kann einen schnell das Gefühl beschleichen, sich verlaufen zu haben, zumal es auch noch ständig treppauf und -ab geht. Derweil tischt das im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet Mither Tap Restaurant traditionelle schottische Speisen auf, während sich in der gemütlichen Snug Bar ein Drink am Kaminfeuer genießen lässt.

Auch fangfrische Meeresfrüchte und Fischs aus der nahe gelegenen Nordsee stehen auf der Speisekarte. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Auch fangfrische Meeresfrüchte und Fischs aus der nahe gelegenen Nordsee stehen auf der Speisekarte. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Informationen: Macdonald Pittodrie House, Chapel of Garioch, Inverurie AB51 5HS, Aberdeenshire, Schottland, Telefon 0044-1467-622437, www.macdonaldhotels.co.uk.

Preise: Doppelzimmer mit Frühstück werden ab 135 Euro (120 Britische Pfund) angeboten.

Bewertung des Mortimer Reisemagazins

Türmen und Zinnen prägen die Flanken des Pittodrie House (Foto Karsten-Thilo Raab)

Türmen und Zinnen prägen die Flanken des Pittodrie House (Foto Karsten-Thilo Raab)

In jeder Kategorie werden maximal fünf Sterne vergeben:

  • Lage ∗∗∗∗
  • Ausstattung ∗∗∗
  • Sauberkeit ∗∗∗
  • Essen & Trinken ∗∗∗
  • Service ∗∗∗∗

Fazit: Das raumhaft gelegene Herrenhaus betsicht durch seinen ureigenen Charme, großzügige Zimmer, eine ordentliche Küche und eine herrliche Parklandscaft drumherum.  

Gemütlich mit Kamin mutet auch der Lobby- und Loungebereich an. (Foto Karsten-Thilo raab)

Gemütlich mit Kamin mutet auch der Lobby- und Loungebereich an. (Foto Karsten-Thilo Raab)

Archiviert unter Der Hotelcheck, Nächtigen, Schottland
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